01.03.2018

28 erwachsene Taufbewerber im Bistum Dresden-Meißen

„Gott hat an meine Tür geklopft“

Bischof Timmerevers hat 28 erwachsene Taufbewerber aus dem Bistum zugelassen. Bei einem Treffen erzählten sie, wie sie zum Glauben gefunden haben. Der Bischof segnete sie und überreichte ihnen das Glaubensbekenntnis.


In einem Gottesdienst in der Leipziger Propsteikirche segnete der Bischof die Taufbewerber, lies sie zum Empfang der Sakramente in der Osternacht zu und überreichte ihnen das Glaubensbekenntnis. | Foto: Matthias Holluba


„Es ist erstaunlich, auf welch unterschiedlichen Wegen Gott Menschen zum Glauben führt“, sagt der Leipziger Pfarrer Stephan George. Er ist im Bistum der Beauftragte für die erwachsenen Taufbewerber. 28 von ihnen haben sich am ersten Samstag in der Fastenzeit in der Propstei Leipzig mit Bischof Heinrich Timmerevers getroffen, der sie in einem Gottesdienst segnete, ihnen das Glaubensbekenntnis überreichte  und sie zum Empfang der Sakramente in der Osternacht zuließ.
Zuvor berichteten die Taufbewerber in einer Gesprächrunde mit dem Bischof, wie sie zum Glauben gefunden haben. Unterstützt wurden sie dabei von ihre Paten und Familienangehörigen sowie Priestern aus den Heimatgemeinden, die sie auf diesem Weg begleiten.
Ein männlicher Taufbewerber berichtete von einer Erfahrung, die andere in der Runde ähnlich schilderten: „Ich habe eigentlich schon immer an einen Gott geglaubt. Viele Jahre habe ich gedacht das genügt. Dann habe ich aber gemerkt, dass mir etwas fehlt: die Gemeinschaft mit Menschen, die so denken wie ich.“

Gott spricht auch durch Schicksalsschläge
Mitunter sind es Schicksalsschläge, die Menschen neue Lebensperspektiven eröffnen. Eine Frau berichtete davon, was ihr im Leben widerfahren ist. „Gott hat dabei an meine Türe geklopft. Zum Glück habe ich es gehört.“ Eine andere Frau erzählte, wie sie als 16-Jährige in einer Kirche den Tod ihres Vaters verarbeitet hat. „In dieser Kirche hat meine lange Suche begonnen.“ In der Zeitung las sie dann, dass die Gemeinde Glaubenskurse anbietet. Sie meldete sich an. „Der Pfarrer hat mir viele Fragen beantwortet. Nun kann ich mich taufen lassen.“ 
Bei einem großen Teil der Taufbewerber gaben gläubige Lebenspartner, Freunde oder Familienmitglieder den Anstoß: „Meine Frau hat mir den nötigen Schwung gegeben.“ Und eine junge Frau berichtete: „Meine Freundin hat mir schon während der Schulzeit immer aus der Bibel vorgelesen und mich mit zu den Religiösen Kinderwochen genommen.“
Einigen Bewerbern ging es wie dem Mann, der berichtete: „Ich bin getauft, bin verloren gegangen, wurde gefunden und werde meinen Weg nun weitergehen.“ Sie werden in der Osternacht nicht noch einmal getauft, sondern sie empfangen das Sakrament der Firmung. Bei ihnen spielten übrigens häufig die Weihnachtsgottesdienste eine Rolle. „Ich bin getauft, aber im Elternhaus spielte der Glaube keine Rolle. Trotzdem sind wir Weihnachten in die Kirche gegangen. Die Botschaft, die ich dort gehört habe, hat mich immer mehr interessiert. Und nun will ich mehr.“
Für einen jungen Mann waren seine beruflichen Erfahrungen ausschlaggebend. Er arbeitet in der Intensivmedizin. Die Erlebnisse mit Leid und Tod haben ihn zu dem Gedanken gebracht, „dass es da noch mehr geben muss, jemanden, dem ich den Patienten in die Hand geben kann“.
Der Bischof dankte am Ende für die Glaubenszeugnisse: „Gott hat bei ihnen angeklopft und sie haben geöffnet. Sie werden sehen, dass das Leben mit Gott reicher und schöner ist.“

Von Matthias Holluba