05.11.2015

Ein Ja zu Ershausen gesagt

Konvent der aus Indien stammenden Mägde Christi eröffnet

Heilgenstadt (bos). Zwei Schwestern der Ordensgemeinschaft Mägde Christi leben im St. Johannesstift in Ershausen. Sie traten die Nachfolge der Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul an, die sich aus Ershausen zurückgezogen hatten.

Schwester Jessy (links) und Schwester Lissy beim Festgottesdienst zur Konventeröffnung in der Kapelle des St. Johannesstiftes. Foto: Christine Bose


Schwester Jessy (33), seit sieben Jahren in Deutschland, und Schwester Lissy (45), bereits seit zwei Jahrzehnten in Deutschland zu Hause, wohnen und arbeiten  seit dem 3. August 2015 im St. Johannesstift des Südeichsfelddorfes Ershausen. In der letzten Oktoberwoche wurde der kleine Konent nun offiziell begrüßt. Schon kurz nach der Ankunft der Schwestern zeigte sich die herzliche Verbundenheit zwischen den indischen Ordensfrauen, den Bewohnern und Betreuern, kurz mit dem gesamten Team.
Die katholische Einrichtung St. Johannesstift war 1884 als Stiftung gegründet worden; inzwischen leben und arbeiten hier über 200 Menschen mit geistiger oder Mehrfachbehinderung. Lothar Jagemann, Pfarrer und Vorstandsvorsitzender, erinnerte im Gottesdienst in der Kapelle des Hauses daran, dass im Stift mehr als 130 Jahre lang Barmherzige Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul aus Paderborn gewirkt haben. Nachdem die letzten fünf Frauen des Ordens in diesem Jahr verabschiedet wurden, haben zwei Angehörige der indischen Ordensgemeinschaft der Mägde Christi (Kristu Dasi Sisters) Einzug gehalten. Beide sind nicht nur Ordensschwestern und mit der Seelsorge vertraut, sondern auch Krankenschwestern. Sie und alle ihre Mitschwestern handeln gemäß dem Lukas-Wort „Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast.“
„Unser Haus steht als Zeichen gelebten Glaubens in der Region. Werden auch Sie Teil der Seele unseres Hauses“, hieß Pfarrer Jagemann Schwester Lissy und Schwester Jessy offiziell noch einmal herzlich willkommen. Schwester Elsy, die als Assistentin der Regionaloberin ein Grußwort sprach, stelllte den Orden vor: 1977 war er in Kerala gegründet worden. Zahlreiche Priester berüßten es, in den örtlichen Pfarrgemeinden zusätzlich Ordensschwestern an ihrer Seite zu haben. Zu den vielfältigen Aufgaben gehören Seelsorge, Bildung, Gesundheits- und Armenfürsorge, Sozialdienste, besonders für Frauen und Kinder – dies alles unabhängig von Religion und von der in Indien bestehenden Kastenzugehörigkeit. Der Orden zählt über 300 Schwestern; hinzu kommen mehr als 50 Kandidatinnen in der Ausbildung. Derzeit leben 19 Angehörige des Ordens in der Bundesrepublik, die ersten Mägde Christi waren 1989 nach Deutschland gegangen.
„Mögen Sie immer wieder aufs Neue bekräftigen: ‚Ich bin die Magd des Herrn’“, wandte sich Weihbischof Dr. Reinhard Hauke in seiner Festpredigt an alle versammelten indischen Ordensfrauen und erinnerte an Maria, die mutig „Ja“ zu ihrer Aufgabe gesagt habe. „Das hat Marias Leben verändert und das hat die Welt verändert“, unterstrich er. Enthusiastisch betonte Pfarrer Jagemann: „Wir hätten bei uns auch zwanzig Ordensschwestern willkommen geheißen, aber wir wollen an den Matthäus-Vers denken: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“