23.09.2021

Winfriedhaus nach Generalsanierung wieder geöffnet

Gäste wieder willkommen!

Nach zweieinhalbjähriger Generalsanierung hat das Winfriedhaus seine Türen wieder geöffnet. Es präsentiert sich nun in neuem Glanz und mit neuen Möglichkeiten.

Zusammen mit Bischof Timmerevers feierten viele Junge und Junggebliebene aus dem ganzen Bistum den Gottesdienst zur Wiedereinweihung des Winfriedhauses.    Fotos: Bistum Dresden-Meißen/Elisabeth Meuser

 

Zweieinhalb Jahre war das Winfriedhaus eine Baustelle. Was mit Brandschutzmängeln begann, entwickelte sich zu einer Generalsanierung, in deren Verlauf fast das gesamte Haus – mit Ausnahme des Kapellenteils – neu gebaut wurde. Am vergangenen Samstag war es soweit: Bischof Heinrich Timmerevers weihte das neue Winfriedhaus ein. Er wünschte der Einrichtung, „dass hier neue (Lebens-)Geschichten geschrieben werden und dass man sich hier begegnet und einander zu verstehen sucht: was der andere lebt und ihm wichtig ist“. Das verändere einen auch selbst. Die Predigt hielt der Bischof zusammen mit drei Jugendlichen in Form eines Gespräches. Sie überreichten am Ende des Gottesdienstes Hausleiter Stephan Schubert eine „Wundertüte“ mit guten Wünschen für das nun wieder eröffnete Haus.
Als Kinder- und Jugendhaus wird es ihnen übrigens nicht mehr ganz allein gehören, denn künftig sollen mit den Angeboten verstärkt auch junge Erwachsene und Familien angesprochen werden. Und: Das Haus soll auch nichtchristlichen Gruppen offenstehen. Stephan Schubert hat dafür schon Ideen: „Wir planen einen Familien-Mitmach-Tag für Gäste aus dem Umland, die unser Haus auf diese Weise unkompliziert kennenlernen können.“ Das Interesse jedenfalls ist groß: Schon zum Tag der offenen Tür vor der Einweihung waren knapp 500 Gäste gekommen. Auch die Oberbürgermeisterin von Dippoldiswalde, Kerstin Körner, freut sich. Das Winfriedhaus sei nicht wegzudenken und habe in der Region einen hohen Stellenwert. „Ich freue mich, dass wir diesen Ort der Begegnung für alle hier haben.“

Über Generationen mit dem Haus verbunden
Dabei war der Erhalt des Winfriedhauses gar nicht sicher. Schon die Hochwasser-Katastrophen von 2002 und 2013 hatten das Haus erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Als dann 2015 noch Brandschutzmängel festgestellt wurden, gab es Pläne, das Haus aufzugeben. Daraufhin gab es aus dem gesamten Bistum Proteste, denn die Dresden-Meißner sind über Generationen mit diesem Haus verbunden. Die Diskussionen erreichten Bischof Timmerevers kurz nach seiner Ernennung zum Bischof. „Ich habe schnell gespürt: Das Winfriedhaus ist Kult. Auch wenn hier nicht alle Bedingungen optimal sind, fühlten sich die Jugendlichen hier zu Hause, wie auch schon ihre Elterngeneration. Wie viele Ehepaare werden sich hier kennengelernt haben?“ Deshalb entschied er, dass das Haus saniert wird.
Inklusive Ausstattung belaufen sich die Gesamtkosten auf 9,37 Millionen Euro. Finanziert wurde das aus Finanzrücklagen des Bistums, aus Fördermitteln des Bonifatiuswerks der deutschen Katholiken und durch Steuermittel aus dem sächsischen Landeshaushalt.

 

Das Eröffnungsprogramm gestaltete auch der Bistumskinderchor mit.


Das Haus präsentiert sich nun auf modernem Niveau: Es gibt vier Gruppenräume, eine Kapelle, einen Saal, einen Meditationsboden, eine Kreativwerkstatt, einen Freizeitraum und eine Gästeküche. Die Tagungsräume verfügen über moderne Medien- und Veranstaltungstechnik. Die Kapazität des Hauses mit 70 Betten (mit Aufbettung 81) ist nahezu gleich geblieben. Die 20 Gästezimmer verfügen jeweils über eine eigene Nasszelle. Der Umbau ermöglichst es nun, dass das Haus von zwei Gruppen gleichzeitig genutzt werden kann.
Das Winfriedhaus besteht seit 1954. Zuvor war das Gebäude eine Gaststätte. Der Name nimmt Bezug auf den heiligen Bonifatius. Die zu DDR-Zeiten kirchlich Verantwortlichen nutzten den Geburtsnamen des Apostels der Deutschen für die Benennung des Hauses, um Diskussionen mit den Machthabern aus dem Weg zu gehen. Im Laufe der Jahrzehnte haben viele Generationen von Katholiken dieses Haus genutzt und sind ihm deshalb bis heute verbunden.

Von Matthias Holluba