14.05.2021

Partnerschaftsaktion Ost präsentiert „Momentaufnahmen“

Vom Leid in der Ost-Ukraine

Partnerschaftsaktion Ost präsentiert „Momentaufnahmen“ über die Situation im Kriegsgebiet. Die Wanderausstellung von Renovabis und Caritas von 2020 ist in St. Sebastian in Magdeburg und online zu sehen.

Der Freiheitsplatz in Charkiv: Wand mit den Bildern von Gefallenen von Luhansk und Charkiv; daneben, auf der ukrainischen Flagge, die Worte: „Christus ist auferstanden“.    Fotos: Caritas Ukraina/Renovabis

 

Vom Leid der Menschen in der Ost-Ukraine berichtet eine Wanderausstellung, die derzeit online auf der Internet-Seite der Partnerschaftsaktion Ost (PaOst) und im Kreuzgang der Katheale St. Sebastian in Magdeburg zu sehen ist. Dokumentiert sind „Momentaufnahmen aus der Ostukraine“, wie die Präsentation überschrieben ist.
„Die Ausstellung zeugt von der schwierigen Lage der Menschen, die in der sogenannten Pufferzone des russisch-ukrainischen Krieges leben“, bestätigte Botschaftsrätin Oksana Dubovenko von der Botschaft der Ukraine in Berlin bei der Online-Eröffnung der Präsentation das Anliegen. Der Krieg in der Ost-Ukraine habe schon viele Menschenleben gefordert. Viele seien in andere Teile der Ukraine und in andere Länder geflohen. Den vor Ort Verbliebenen fehle es an Lebensmitteln und medizinischer Hilfe.
Die Botschaftsrätin dankte allen, die der Bevölkerung in den an die Front grenzenden Gebieten helfen und die Situation in den Gebieten Donezk und Luhansk im Blick haben, auf deren Territorien es Kampfhandlungen gebe. Darunter sind auch die Caritas Ukraina und das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis. Und sie dankte den Organisatoren der kleinen Präsentation für ihre Arbeit. „Ich hoffe, dass die Ausstellung zur Vertiefung des Verhältnisses unserer beiden Länder beiträgt“, so die Botschaftsrätin.

Renovabis und Caritas in der Ost-Ukraine aktiv
Zu sehen sind Bilder direkt aus der Pufferzone und aus den Randgebieten des Kriegsgebietes, erläuterte Christof Dahm vom Osteuropa-­Hilfswerk Renovabis. Aufgenommen wurden sie von Projekt-Partnern des katholischen Hilfswerks, besonders von der Caritas Ukraina. Die Bilder seien anlässlich der Renovabis-­Pfingstaktion 2020 zusammengestellt worden, die unter dem Leit­wort „Selig, die Frieden stiften (Mt 5,9). Ost und West in gemeinsamer Verantwortung“ stand.

 

In Toshkivka, nordwestlich von Luhansk, gab es viele zivile Todesopfer. Früher lebten hier fast 4500 Menschen. Heute sind es noch ein Dutzend Familien, einige mit Kindern.

 

Ein Teil der Ausstellung ist bei einem Peacebuil­ding-Projekt der Caritas Ukraina entstanden. Ziel solcher friedensbildenden ­Aktivitäten ist es, mit Veranstaltungen, Workshops und Gesprächskreisen verschiedene Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen Kriegserfahrungen ins Gespräch zu bringen und so Spannungen und Vorurteile abzubauen. Mit Teilen der Ausstel­lung wirbt Caritas Ukraina in zentral und westlich gelegenen Städten wie Kiew und Lemberg um Ver­ständnis für die Binnenflüchtlinge aus der Ostukraine. Einige der Fotos wurden von Caritas­-Mitarbeitern 2014 bis 2018 bei ihrem täglichen Einsatz gegen Leid und Not aufgenommen. Weitere Aufnahmen stammen von anderen Renovabis-­Projektpartnern. Die Foto­grafen haben für die Ausstellung Projekte im Osten des Lan­des besucht, aber auch alltägliche Szenen auf der Straße eingefangen. Die zwölf in der Präsentation gezeigten Momentaufnahmen werden ergänzt von einordnenden Texten und Übersichtskarten. Zudem werden eine engagierte junge Frau, ein griechisch-katholischer Priester und ein Psychologe und ihr Engagement vorgestellt.
PaOst-Geschäftsführerin Rasa Hinz erinnerte bei der Online-Eröffnung an den Auftrag der Partnerschaftsaktion Ost, Kontakte zwischen Menschen in Osteuropa und im Bistum Magdeburg sowie im Land Sachsen-Anhalt zu knüpfen, zu pflegen sowie – wo es nötig und möglich ist – zu helfen. In diesem Sinne sei auch die Präsentation zu verstehen. Und sie verwies darauf, dass in den Medien erst Mitte April wieder von Gefechten und Toten in der Ostukraine berichtet wurde.
Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Magdeburg, Klaus Olbricht, wies bei der Online-Eröffnung darauf hin, dass es seit Jahrzehnten gute wirtschaftliche Beziehungen zwischen Sachsen-Anhalt und der Ukraine gibt, die heute auch durch eine Deutsch-Ukrainische Handelskammer begleitet werden. Die Künstlerin Viktoria Veil sprach für die Deutsch-Ukrainische Vereinigung Sachsen-Anhalt ein Grußwort.

Präsentation unter www.partnerschaftsaktion-ost.de

Von Eckhard Pohl