28.05.2020

Umweltschutz in der Pfarrei Hüpstedt

Mit Kaffeesatz in den Garten

In der Pfarrei Hüpstedt setzen sich Pfarrer Günter Christoph Haase und Gisela Hoffmann in den Dingen des Alltags für die Bewahrung der Schöpfung ein. Greta Thunbergs Engagement für den Klimaschutz ist für beide vorbildhaft.

Gisela Hoffmann und Pfarrer Günter Christoph Haase setzen auf die Erhaltung der Schöpfung.    Foto: Pfarrei Hüpstedt

 

„Wir düngen natürlich“, betont der Hüpstädter Pfarrer Günter Christoph Haase. Das geht einfach, beispielsweise mit Kaffeesatz. Dieser fällt in der Gemeinde in normalen Zeiten genug an. Den größten Teil jedoch holt sich der Pfarrer in einer Rösterei in Hundeshagen, die Kaffeeautomaten in der Region betreibt.Kaffeesatz wird als Naturdünger oft unterschätzt, ist im Internetportal mein-schöner-garten zu lesen. Besonders eigne er sich zum Düngen von Pflanzen, die sauren, humosen Boden lieben. Weiter heißt es: „Dazu gehören zum Beispiel Hortensien, Rhododendren und Heidelbeeren. Der Kaffeesatz wird flach in den Boden eingearbeitet oder mit etwas Mulch abgedeckt. Für Zimmerpflanzen kann mit Wasser verdünnter, kalter Kaffee genutzt werden.“
Wer Kaffeesatz als Dünger verwenden möchte, sollte ihn zunächst an einem luftigen, trockenen Platz sammeln. Zuvor sollte er allerdings in einem feinmaschigem Sieb getrocknet werden, damit sich kein Schimmel bilden kann. „Wenn Sie eine größere Menge haben, streuen Sie ein paar Handvoll des trockenen Pulvers im Wurzelbereich der jeweiligen Pflanze aus. Arbeiten Sie den Kaffeesatz flach in den Boden ein oder decken Sie ihn mit etwas Mulch ab – bleibt er einfach nur auf der Erdoberfläche liegen, zersetzt er sich sehr langsam und seine Düngewirkung fällt kaum ins Gewicht.“ Stolz ist er auch, den Pfarrgarten zusammen mit Haushälterin Gisela Hoffmann neu zum Blühen gebracht zu haben. Wo früher nur Wiese war, blühen heute Blumen, wächst in Hochbeeten das Gemüse …. „Wir bauen viel selbst an. Auch das ist für uns ein Beitrag für die Umwelt.“
Pfarrer Haase ist überzeugt davon, dass jeder seine Beiträge für die Umwelt und den Klimaschutz leisten sollte. „Es war Greta Thunberg, die 2018 damit anfing, die Welt eindringlich auf das Thema aufmerksam zu machen. Dafür bin ich ihr dankbar“, betont der Hüpstedter Pfarrer, der sich schon lange dem Thema Bewahrung der Schöpfung verschrieben hat. Es komme darauf an, seine eigenen Handlungsweisen immer wieder zu hinterfragen, um Kurskorrekturen vornehmen zu können. So ganz im Kleinen bei den Opferlichtern in den Kirchen. „Was hatten wir früher für einen Müll. Säcke voller leer gebrannter Plasteschalen.“ Heute gibt es in Hüpstedt und Umgebung nur Glasfassungen, in die die Teelichte ohne Fassung platziert werden. „Übrig bleibt nur ein kleines Metallblättchen, das den Docht gehalten hat“, so Günter Christoph Haase.
Wichtig sei zudem die Vermeidung von Müll. Haase gibt fünf Tipps: Obst- und Gemüsenetze sind eine praktische Alternative zu Einwegtüten. Bienenwachstücher ersetzen Frischhalte- und Alu-Folie. Leitungswasser spart Plastikflaschen und setzt bis zu 1000 mal weniger CO2 frei als Mineralwasser in Flaschen. Mit Produkten aus recycelten Materialien lassen sich wertvolle Ressourcen schützen. Und Salate, Obst sowie andere Snacks können in gut verschließbaren und wiederverwertbaren Lunchboxen transportiert werden.
Pfarrer Haase lädt alle dazu ein, im eigenen Umfeld zu schauen, was sich für Klima und Umwelt ändern lässt.

Von Holger Jakobi