06.08.2020

Heiligenstädter Ugandakreis informiert über Lage in Afrika

„Uganda nicht allein lassen“

Der Heiligenstädter Ugandakreis informiert über die Lage in Afrika. Corona hat das alltägliche Leben in Uganda lahmgelegt. Menschen fürchten um ihre Existenz. Vielen droht Verarmung und Hungertod. Eine Bitte um Hilfe.

Der Termitenhügel im Klassenzimmer.    Foto: Ugandakreis

„Eine Situation, wie sie sich jetzt durch die Corona-Pandemie zeigt, haben die Mitglieder des Eichsfelder Ugandakreises in den vergangenen Jahren noch nicht erlebt.“ So die beiden Sprecher des Kreises Manuela Simon und Klaus Arand in einer Presseinformation. Bereits im März hat die ugandische Regierung einen Lockdown verhängt und Kindergärten, Schulen und andere Bildungseinrichtungen geschlossen. Der öffentliche und private Verkehr wurde eingestellt. Viele Geschäfte und Märkte bleiben zu. Einkünfte sind weggefallen. Viele kleine Läden können ihre Mieten nicht mehr bezahlen. Waren verderben, Stoffe und Lebensmittel werden von Mäusen zernagt. Zahllose Menschen kehren verschuldet und verarmt aus den Städten, in denen es für sie keine Überlebensmöglichkeit gibt, aufs Land zurück, wo ihre Familien oft selber nur beengt in kleinen Hütten wohnen und nur über das Nötigste verfügen.
Einige Distrikte sind ganz abgesperrt. Dazu zählt der Distrikt Rakai, in dem sich die Partnergemeinde des Ugandakreises mit der Kirchengemeinde Lwamaggwa befindet. Der Schulleiter der dortigen Secondary School, die viele der Patenkinder besuchen, die von deutschen Paten unterstützt werden, hat eine besorgniserregende Situation beschrieben. Viele Lehrer, die im März ihr letztes Gehalt bekommen haben, sind aus Lwamaggwa weggegangen, weil für sie und ihre Familien die eigene Situation existenziell ist. Besonders viele Mädchen haben die Hoffnung auf Schulbildung schon verloren, sind schwanger oder heiraten und werden wohl nicht mehr in die Schule zurückkehren. Einige der Jungen haben sich einfachste Arbeiten gesucht, so dass auch sie sicherlich nur schwer zur Rückkehr in die Schule zu bewegen sein werden. Angeblich soll jeder Haushalt ein Radio bekommen, damit die Kinder zu Hause lernen können. Dies ist aber bisher nur ein leeres Versprechen. Niemand glaubt daran. Der Schulleiter versucht daher die Kinder zu Hause mit Schul- und Lesematerialien zu versorgen, soweit die Mittel der Schule dies zulassen.

Trockenheit führt zu Ernteausfällen
Die ohnehin schon sehr arme Landbevölkerung muss versuchen, sich von dem zu ernähren, was auf ihren kleinen Plantagen wächst. Hinzu kommt die Trockenheit, die schon in den vergangenen Jahren die Ernten dezimiert hat. Viele arme Menschen drohen durch die Beschränkungen der Corona-Pandemie zu verhungern. „Wir haben in den vergangenen Tagen ein Foto bekommen, das eindrücklich die Situation beschreibt: Das Foto zeigt einen Termitenhügel in einem verlassenen Klassenraum einer Schule“, berichtet Manuela Simon, Sprecherin des Ugandakreises.
Vor einigen Wochen hat der Ugandakreis als erste Nothilfe einen Betrag von 2000 Euro nach Uganda überwiesen, um dringend notwendige Nahrungsmittel, Seife und Desinfektionsmittel zu kaufen. Auch weitere Hilfe wird dringend benötigt. Der Ugandakreis will durch finanzielle Unterstützung mit dafür Sorge tragen, dass die Kinder während des Lockdowns gegebenenfalls mit Schulmaterialien versorgt werden und die Schulen nach der Öffnung ihren Schulbetrieb wieder aufnehmen können. Manuela Simon: „Wir bitten alle Paten, Freunde und Unterstützer des Ugandakreises herzlich, die Menschen in Lwamaggwa und Uganda nicht allein zu lassen.“
Seit fast 30 Jahren besteht die Ugandahilfe in Heiligenstadt, seit 20 Jahren als eingetragener Verein. Der Ugandakreis hat in den zurückliegenden Jahren viele Projekte in der kleinen Partnergemeinde in Lwamaggwa umgesetzt, viele zusammen mit der katholischen Kirchengemeinde St. Egidio, einige Projekte auch zusammen mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Ugandakreis e.V., Luisenblick 15 in 37308 Heiligenstadt
info@ugandakreis.de

(ms/ka/tdh)