13.06.2019

Stabsstelle für christliche Unternehmenskultur

Das Wohl der Mitarbeiter im Blick

Norbert Lakomy baut Stabsstelle für christliche Unternehmenskultur bei der Caritas-Trägergesellschaft St. Mauritius auf. Er will für die Kollegen Angebote von Coaching über Krisenbewältigung bis hin zu Besinnungstagen machen.

Für Norbert Lakomy hat ein neuer Abschnitt bei der Caritas-Trägergesellschaft St. Mauritius (ctm) begonnen. Knapp 20 Jahre hat er das Pflegezentrum St. Mechthild in Eisleben/Helfta geleitet. Jetzt hat er sein Büro nur wenige Meter vom Pflegezentrum entfernt. Wenn er aus dem Fenster des alten Herrenhauses schaut, hat er das Gelände des Klosters Helfta im Blick, wo sich auch das Pflegezentrum befindet. „Es ist schon ein komisches Gefühl, denn ich habe unglaublich viel erlebt und gestalten können in dieser Zeit.“
Seine Nachfolgerin, Veronika Malina, „hat mehr als zwei Jahrzehnte die Eislebener Caritas-Sozialstation geleitet und bringt nun noch Erfahrungen aus dem Staßfurter Pflegeheim mit – das sollte passen“, ist sich der 59-jährige Lakomy sicher. Ihm wurde die neue Stabstelle für Christliche Unternehmenskultur anvertraut. Er kümmert sich sozusagen um das Wohl der Mitarbeiter sämtlicher ctm-Einrichtungen.

Norbert Lakomy | Foto: Bernadette Olma

Eine neue Stabsstelle? Zwei Pflegekräfte vor Ort wären doch dringender. „Dieses Bild ist auch in meinem Kopf“, gesteht Lakomy, der gelernter Krankenpfleger ist. „Dennoch sehe ich es nicht als Luxus, sondern, wenn man so will, als einen ‚Mehrwert‘ für unsere Einrichtungen und Mitarbeiter.“ Seelsorge, Beratung, systemisches Coaching – all das sind Bereiche, die er fortan mit Leben füllen möchte. Für das Coaching hat er eine Fortbildung über zwei Jahre absolviert und unterschiedliche Beratungsformate kennengelernt. Der Begriff Coaching stammt ja aus dem Englischen und ist inhaltlich vergleichbar mit der Funktion des Kutschers. „So möchte ich meine Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern verstanden wissen. Ich lenke und begleite, den Weg zu ihrem Ziel sollen sie aber selber finden.“
Das können Mitarbeiter sein, die ihre Arbeit reflektieren und neue Impulse gewinnen wollen. Oder Unterstützung bei der Karriereplanung suchen. Darüber hinaus möchte Lakomy Krisenbewältigung oder Fallbesprechungen anbieten. „Gerade im Rahmen unserer Arbeit ist es wichtig, die Mitarbeitenden nicht allein zu lassen. Themen wie Tod, Krankheit, Traumata oder seelische Behinderungen gehören zum Alltag. Da brauchen auch wir Methoden, über die wir das Erlebte verarbeiten können.“

Auch religiöses Wissen vermitteln und festigen
Als Baustein zur Supervision sieht sich der bisherige Einrichtungsleiter und möchte darüber hinaus auch religiöses Wissen vermitteln und festigen. „Ich denke an Besinnungstage oder Momente der Stille, die uns Gott ein Stück näher bringen und uns neue Kraft für unseren Alltag geben können.“ Auch wenn er nicht selbst all diese Impulse geben kann, will er doch als Vermittler für Interessierte fungieren. Pfarrer Matthias Weise könnte ihn bei diesen Vorhaben unterstützen. „Wir werden sicher viel gemeinsam anbieten.“ Fortbildungen im Palliativen Bereich und ethischen Fallbesprechungen werden dazu gehören.
Das neue Aufgabenfeld wurde auch bereits von der Öffentlichkeit wahrgenommen. So wurde er angefragt, in der Ethik-Kommission der Helios-Kliniken im Mansfelder Land mitzuarbeiten. „Ein positiver und sinnvoller Nebeneffekt“, meint Lakomy, der vor Jahren selbst in den Kliniken tätig war.
In seiner Heimatpfarrei Eisleben ist Lakomy Gottesdienst-Beauftragter. Um diese Erlaubnis möglicherweise auf die ctm-Einrichtungen zu erweitern, laufen Gespräche mit dem Bischof.
Ähnlich wie beim Aufbau des St.-Mechthild-Pflegezentrums kann Lakomy seinen neuen Arbeitsbereich selbst strukturieren. „Aktuell versuche ich, mir einen Überblick zu verschaffen. Dann aber möchte ich den Mitarbeitern deutlich machen, welche Möglichkeiten ihnen sich jetzt bieten. Ich will Bedarfe wecken.“ Da es seine Stelle in der Form noch nicht gab, obliegt es nun seinen Ideen, diesen Raum mit Sinn und Vertrauen zu füllen. Denn hier sieht er eine wesentliche Komponente, die zum Gelingen seines Auftrags beiträgt. „Damit ich in meiner neuen Funktion angenommen werde, muss ich das Vertrauen der Kolleginnen und Kollegen gewinnen und Verständnis für das Neue wecken.“ Sahen sie ihn bislang in seiner Leitungsfunktion, ist er nun unabhängig von der Leitung und möchte auch da sein, wenn sich jemand mal „auslassen“ will. „Es ist mir ein Anliegen, für die Menschen da zu sein. Das war bisher so und wird mich auch in Zukunft begleiten.“

(bo/tdh)