29.11.2018

Kurs zur ganzheitlichen Stärkung und Heilung

Selbstheilung fördern

Capacitar ist eine Methode zur ganzheitlichen Stärkung und Heilung. Die Begründerin Pat Cane macht 2019 bei einer vierteiligen Fortbildung in Zwochau damit bekannt.

Capacitar kann helfen, krankheits-, trauma- und stressbedingte Beschwerden zu lösen und zu heilen. | Fotos: Nadine Albrecht
 
Capacitar (spanisch) bedeutet „jemanden stärken“ oder „sich gegenseitig zum Leben erwecken“. Die Begründerin dieser Form der Selbstheilungshilfe, Patricia Cane (77), hat uraltes Heilwissen aus aller Welt zusammengetragen. Und sie hat daraus ein Programm entwickelt, das Menschen mit einfachen Übungen hilft, ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren, krankheits-, trauma- und stressbedingte Beschwerden zu lösen und mit dem Heiligen in Verbindung zu bringen.
Die ehemalige Ordensfrau und US-Amerikanerin Patricia Cane ist Diplom-Psychologin und hat in interkultureller Gesundheitserziehung promoviert. Sie arbeitet eigenen Angaben zufolge seit 28 Jahren mit Menschen in vielen Ländern der Welt. Ab Februar 2019 ist sie erstmals in den neuen Bundesländern und bietet im Laufe des Jahres vier aufeinander aufbauende Wochenendseminare im Begegnungszentrum in  Zwochau an.
 
Im Gespräch mit Beatrix Gramlich von der Zeitschrift „Kontinente“ beantwortet Pat Cane Fragen zu ihrer Heilungsmethode  (Interview gekürzt):
 
Frau Cane, worum geht es bei Capacitar?
 
Viele Menschen leiden unter Stress, Schmerzen, traumatischen Erlebnissen. Viele haben mit Herausforderungen zu kämpfen – ob sie in einem Kriegsgebiet leben oder sich um ein Familienmitglied kümmern, das im Sterben liegt. Capacitar zeigt ihnen, wie sie sich von ihren Beschwerden befreien und ihr inneres Gleichgewicht finden können.
 
Wie funktioniert Ihr Programm?
 
Mit einfachen Praktiken wie Atemübungen, Körperbewegungen, Meditation, Akupressur, Fingerhaltungen. Viele Menschen lernen nie, in schwierigen Situationen mit ihren Gefühlen umzugehen. Babys lutschen am Daumen, wenn sie traurig sind. Erwachsene unterdrücken ihre Tränen. In allen Kulturen sprechen Männer ungern über ihre Gefühle. Aber Gefühle stauen sich an. Die Folge sind Anspannungen, Schmerzen im Brustraum, andere Symptome. Durch jeden Finger verläuft eine Energiebahn, die mit unseren Organen und Gefühlen verbunden ist. Mit Fingerhaltungen können wir die blockierte Energie bewegen und ausgleichen.
 
Warum tun wir uns im Westen so schwer damit, mit dem eigenen Körper bewusst umzugehen?
 
Die westliche Psychologie repräsentiert eine sehr intellektualisierte Form der Heilung. Kulturen wie in Lateinamerika oder Afrika sind viel mehr auf den Körper konzentriert. Hier hilft es nicht, nur über das Problem zu sprechen.
 
Im Deutschen haben Heilung und Heil dieselbe Wurzel …
 
Jeder von uns weiß in seinem tiefsten Inneren, dass wir so viel mehr sind. Wenn wir in Kontakt mit dem Innersten unseres Herzens und unserer Seele treten, bedeutet das, ein Teil Gottes, ein Teil des Heiligen zu sein. Wir versuchen, das mit einfachen Praktiken bewusst zu machen. Zu Beispiel mit Switchen: Überkreuzen der Knöchel, Zusammenlegen der Finger und Berühren des Herzens. Wenn man Menschen zu dieser Körperhaltung ermutigt, kommen sie in einen Zustand, der sie in Kontakt mit dem Heiligen bringt, und sie erkennen das Heilige an sich. Unsere Arbeit ist sehr spirituell.
 
Kann Ihre Methode auch ein Ansatz für pastorale Arbeit sein?
 
Körperbezogene Heilung ist das, was auch Jesus gemacht hat. Jesus berührte Menschen, und sie wurden gesund. Er nutzte seinen Körper. Viele Priester, Schwestern und Pastoralarbeiter, die unsere Übungen erlernen, verstehen, dass sie damit eine Sprache zur Verfügung haben, die Menschen einen anderen Zugang zum Glauben ermöglicht.

Mehr Infos: Bistum Aachen, missio-Diözesanstelle, Tel. 02 41 / 45 24 65, E-Mail anke.reermann@bistum-aachen.de oder im Bistum Magdeburg, missio-Diözesanstelle, Tel. 03 91 / 5 96 11 95, E-Mail maria.faber@bistum-magdeburg.de