12.03.2012

Anstoss 10/2012

Schwein gehabt – Bulli in Aussicht

Kürzlich hat eine Gemeinde „echt Schwein gehabt“. Nein, es drohte nichts Schlimmes, ganz im Gegenteil. Sie hat ein Schlachtschwein geschenkt bekommen.

Das Schwein musste nur noch eigenhändig verarbeitet werden. Das Ergebnis sollte dann gegen Spenden für einen neuen VW-Bus die Gemeindemitglieder satt machen. Eine verrückte Idee?! Andererseits, sie zeigt, wie Menschen Phantasie entwickeln, um ihrer Gemeinde auf die Sprünge – oder in diesem Fall auf die Räder – zu helfen (noch ist das Ziel nicht erreicht).
Solche Phantasie, ist mancherorts arg nötig, damit es weitergeht. Denn oft genug treibt die Gemeinden auch die Frage um, wie die nötigen Finanzen für ihre Arbeit zusammen kommen. Sicher, den Grundstock legen (über die Kirchensteuern) das Bistum und die Kollekten, die in den Gemeinden verbleiben. Kirchenvorstände wissen, dass es darüber hinaus Ideen braucht, weil das Geld sonst nicht weit reicht.
Ich finde es wichtig, dass Menschen auch in diesen „Dingen der Welt“ kreativ werden, um ihre Gemeinden und deren Vorstände zu unterstützen. Dabei geht es keinesfalls darum, das alle Mittel und Wege recht wären und wir Christen der freien Wirtschaft alles abschauen müssten. Mich erinnert solche Art Cleverness mehr an das Wort Jesu von den Kindern der Welt, die im Umgang mit ihresgleichen klüger sind, als die Kinder des Lichtes und die Auforderung sich Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons zu schaffen (Lk 16,8ff). Mir fallen Gemeinden ein, die „Lohn-Bausteine teilen“, um einen Teil des Gehaltes für einen Mitarbeiter zu finanzieren, oder eine Stiftung gründen, um die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auch bei abnehmenden Kirchensteuern abzusichern. So mancher Kirchbau- oder Kirchenmusikförderverein wurde schon aus der Taufe gehoben, die wiederum mit altbekannten oder neuen „verrückten“ Ideen für ihre Ziele Gelder erbitten. Sie alle machen sich dabei ein ganz weltliches Phänomen zu nutze: nämlich, dass die meisten Menschen gern und großzügig(er) geben, wenn sie eine Gegengabe erhalten. Die muss beleibe nicht den Gegenwert aufweisen, sondern etwas viel Wichtigeres: sie muss Freude machen!
Also Leute: backt Kuchen, tauscht Pflanzensetzlinge, sammelt Pfandflaschen, musiziert, spielt Theater ... schlachtet vielleicht auch mal ein Schwein. Tut, was immer Euch einfällt, um Zuversicht und Freude zu verbreiten, der Gemeinde zu nutzen, dabei auch die Menschen in Not nicht zu vergessen - und Schätze im Himmel zu sammeln!
Angela Degenhardt, Sangerhausen