24.08.2018

Neues Zisterzienserkloster – Gründermönche ausgesandt

Auf dem Weg nach Neuzelle!

In Neuzelle soll am 2. September ein neues Zisterzienserkloster gegründet werden. Die Gründermönche wurden jetzt im Kloster Heiligenkreuz bei Wien feierlich ausgesandt.

Machen sich auf den Weg: Die Gründermönche des neuen Klosters Neuzelle. | Foto: Kloster Heiligenkreuz
Nun ist es soweit: Nach einem Jahr der Vorbereitung wurden am Montag sechs „Gründermönche“ feierlich aus der österreichischen Zisterzienserabtei Heiligenkreuz ins brandenburgische Neuzelle ausgesendet. Dort sollen sie am 2. September ein Tochterkloster in Form eines Priorats gründen, wie das Stift Heiligenkreuz mitteilte. Im 750. Gründungsjahr von Neuzelle leben dann wieder dauerhaft Zisterzienser in den Klosterbauten. Dort war der Orden in den vergangenen 200 Jahren nicht präsent, nachdem Preußen den Klosterbesitz verstaatlicht hatte.
Der Neuzeller Filiale steht Pater Simeon Wester als Prior vor. Pater Kilian Müller ist für die ökonomischen Aufgaben und die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Die Patres Konrad Ludwig, Alberich Fritsche und Isaak Käfferlein engagieren sich in der Seelsorge sowie Pater Aloysius Zierl in Haushalt und Sakristei. Das Priorat entsteht auf Einladung von Bischof Wolfgang Ipolt, auf dessen Görlitzer Bistumsgebiet der Wallfahrtsort Neuzelle liegt. Dort leben vier der Zisterzienser aus Heiligenkreuz bereits seit einem Jahr, um die Gründung vorzubereiten.
 
Nicht nach Kanaan, sondern Brandenburg
In einem Grußwort anlässlich der Aussendung zitiert Bischof Ipolt die Aufforderung Jahwes an Abram: „Geh fort aus deinem Land…in das Land, das ich dir zeigen werde!...Da ging Abram, wie der Herr ihm gesagt hatte…“(Gen 12,1.4). In dem vom Neuzeller Pfarrer Ansgar Florian bei der Feier in Heiligenkreuz verlesenen Gruß heißt es weiter: „Heute ist für Sie, die Sie nach Neuzelle gesandt werden, eine solche Stunde des Aufbruchs und der Sendung. Sie werden nicht in das Land Kanaan gehen wie Abram und seine Verwandtschaft – sie gehen nach Brandenburg in Ostdeutschland, in ein scheinbar gottfernes und gottvergessenes Land, aber auch in eine Gegend, in der ihre Brüder im 13. Jahrhundert – vor 750 Jahren - schon begonnen haben, das Evangelium einzupflanzen und Gott die Ehre zu geben.“ Der  Bischof schreibt weiter, er habe die Mönche eingeladen, in Neuzelle durch ihr Gebet und ihre Lebensform, durch ihre Arbeit und den Dienst an den Menschen Zeugen für Gott zu sein „und den Suchenden den Weg zu ihm zu eröffnen – damit auch die Menschen in Brandenburg ihn wieder schauen und entdecken dürfen.“
Das südlich von Frankfurt/Oder gelegene Neuzelle ist eine der wenigen vollständig erhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen Europas. Sie hat jährlich rund 120 000 Besucher. Verwaltet werden die Besitzungen von der Stiftung Stift Neuzelle des Landes Brandenburg, die zum 750-Jahr-Jubiläum ein umfangreiches Kulturprogramm veranstaltet. In die Sanierung der barock geprägten Anlage flossen seit Beginn der 1990er Jahre rund 52 Millionen Euro.
 
885 Jahre ohne Unterbrechung
Das Stift Heiligenkreuz besteht seit 885 Jahren ohne Unterbrechung. 1133 wurde es von zwölf Mönchen aus dem französischen Zisterzienserkloster Morimond im Wienerwald gegründet. Das Stift gehört zu den größten mittelalterlichen Klosteranlagen der Welt. Papst Benedikt XVI. besuchte Heiligenkreuz 2007. Die rund 100 Zisterzienser des Klosters wirken als Seelsorger in der Region. Zudem betreiben sie eine eigene Philosophisch-Theologische Hochschule für die Priesterausbildung.
 
(kna/tdh)