12.01.2021

Corona-Impfungen in Entwicklungsländern

Malteser: Programme sind unterfinanziert

Während in Europa seit einigen Wochen geimpft wird, ist die Mehrheit der Bevölkerung im Globalen Süden weit von einem Impfstart entfernt. Die Malteser fordern deshalb mehr finanzielle Unterstützung für internationale Impfprogramme. 

 Ein Arzt zieht den Impfstoff gegen das Coronavirus in eine Spritze hoch.
In Deutschland wurde er schon vielen Menschen gespritzt, in anderen Ländern noch niemandem: der Corona-Impfstoff. 

Die Malteser warnen vor globalen Ungerechtigkeiten bei den Corona-Impfungen. Während in Ländern wie Deutschland, Großbritannien und den USA bereits seit Ende Dezember mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen wurde, sei die Mehrheit der Bevölkerung im globalen Süden von einem Impfstart "weit entfernt", kritisierte die katholische Hilfsorganisation am Dienstag in Köln.

Gemeinsam mit internationalen Hilfsorganisationen, Regierungen und Pharmaunternehmen habe die Weltgesundheitsorganisation WHO mit der Initiative Covax zwar die Grundlage dafür gelegt, Impfstoffe weltweit gerecht zu verteilen. "Das Problem ist aber, dass dieses Programm unterfinanziert ist", so die Malteser.

Das unter anderem von der Bundesregierung und der EU zur Verfügung gestellte Geld reiche bei weitem noch nicht aus, um die Menschen in Ländern wie im Südsudan oder im Kongo an den Impfstoffen teilhaben zu lassen. Zugleich seien aber gerade diese Menschen besonders hart von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. "Dies liegt vor allem an den Einschränkungen und den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie", sagt Annette Wächter-Schneider, Programmdirektorin von Malteser International.

Wächter-Schneider verwies darauf, dass die Vereinten Nationen bereits vor einigen Wochen davor gewarnt hätten, dass die Zahl der vom Hunger bedrohten Menschen nicht zuletzt infolge der Pandemie in diesem Jahr auf 235 Millionen steigen könne. "Wir müssen jetzt mehr helfen: Hunger bekämpfen und allen Ländern Zugang zu Impfstoffen ermöglichen, damit sich die bereits hoch kritische Situation nicht noch weiter verschärft", forderte die Programmdirektorin.

"Wir können diese Pandemie nur besiegen, wenn wir die ganze Welt im Blick behalten. Ansonsten wird das Virus seinen Weg immer wieder in den globalen Norden finden", mahnte Wächter-Schneider. "Dies sollte allen Regierungen klar sein, die darüber entscheiden, wie hoch ihre finanzielle Unterstützung für einen weltweiten Zugang zu den Impfstoffen ausfällt."

kna