18.08.2022

Magdeburger Bistumswallfahrt 2022 mit Neuerungen

Wallfahrt mit neuem Konzept

Nach zwei Jahren coronabedingter Einschränkungen lädt die Diözese am 4. September wieder zur Bistumswallfahrt auf die Huysburg ein. „Beheimatet“ lautet das Leitwort. Diesmal wird es Neuerungen geben.


Benediktinerbruder Jakobus Wilhelm und Klaus Tilly präsentieren das Wallfahrtsmotto.    Foto: Oliver Gierens

Drei Jahre ist es bereits her, dass die letzte Bistumswallfahrt zum Kloster Huysburg im gewohnten Gewand stattgefunden hat. Coronabedingt ist die Veranstaltung 2020 ausgefallen, im letzten Jahr gab es eine Wallfahrt im kleinen Rahmen mit stark begenzter Teilnehmerzahl. Doch am Sonntag, dem 4. September, lädt das Bistum wieder in (fast) gewohnter Form auf die Huysburg ein. Dennoch: Ein paar Neuerungen wird es geben, verrät Klaus Tilly, im Fachbereich Pastoral des Ordinariats zuständig für pastorale Veranstaltungen.

Ein Motto mit aktuellen Bezügen
„Beheimat“ – so lautet diesmal das Motto der Wallfahrt, und dieses Leitwort soll auf vielfältige Weise mit Leben gefüllt werden, zu Gesprächen und Meditationen anregen. „Das Motto hat auch einen akuellen Bezug zum Krieg in der Ukraine“, sagt Klaus Tilly. „Wie mögen Menschen sich fühlen, die ihre Heimat verloren haben, die Familie oder Freunde zurückgelassen haben?“ So habe das Thema auch eine politisch-gesellschaftliche Dimension.
Dennoch biete das Thema auch andere Facetten. Was bedeutet es, im Glauben beheimatet zu sein? Wie gibt der Glaube Halt in den unsicheren Zeiten, die wir gerade durchleben? Der Ukraine-Krieg, steigende Lebensmittel- und Energiepreise, mögliche Rohstoffengpässe – es gebe derzeit viel Verunsicherung im Alltag, so Tilly. Hier könne der Glaube im Gegensatz dazu ein sicherer, vertrauter Ort sein. „Da erhält Glaube neue Relevanz“, so Tilly.

„Denn unsere Heimat ist im Himmel“
Doch dem Apostel Paulus folgend, ist die wahre Heimat des Christen im Himmel, heißt es im Philipperbrief. Sind wir also in einer Situation, in der wir doch auf Erden letztlich immer nur Suchende sind? Auch um diese Frage soll es gehen.
Letztlich geht es auch um ganz praktische Aspekte: Was bedeutet es heute, in einer Pfarrei beheimatet zu sein? Gemeinden schließen sich zusammen, Pfarrer betreuen immer mehr Gottesdienstorte. Auch hier stellt sich für manchen Katholiken die Frage nach Beheimatung neu. „Das könnte ein Fenster sein, das wir öffnen möchten, um mit den Wallfahrern ins Gespräch zu kommen“, sagt Klaus Tilly.

Konzentration auf das Wesentliche
Und dazu wird es eine entscheidende Neuerung geben: Die vielen Marktstände, die sonst immer im Innenhof des Klosters aufgestellt wurden, gehören erstmal der Vergangenheit an. Das hatte nicht nur praktische Gründe wegen coronabedingter Unsicherheiten, sagt Klaus Tilly. Auch wollen sich die Verantwortlichen diesmal auf das Motto konzentrieren und die Wallfahrt als geistlich-spirituelles Ereignis stärken.
So werden sich an wenigen Ständen verschiedene Organisationen, Verbände etc. präsentieren, die zum Gespräch über das Leitwort „Beheimatet“ einladen. Mit dabei ist beispielsweise die Caritas mit einigen Partnern zum Thema Flucht aus der Ukraine. Das Hilfswerk Misereor wird ebenso mit vor Ort sein wie die bischöfliche Kommission Gerechtigkeit, Friede, Bewahrung der Schöpfung. Auch die Benediktiner auf der Huysburg bieten an ihrem Stand Gespräche über Glaube und Spiritualität als geistliche Heimat an. Ebenso wird das Ordinariat mit einem Infostand zu neuen Leitungsformen präsent sein.
Neben diesen und anderen Ständen soll der geistliche Teil nicht zu kurz kommen: In der Wallfahrtskirche lädt das Bistum zu einer Eucharistischen Andacht ein, ebenso ist dort die Wanderausstellung „Glaube-Miteinander-Feiern“ zu sehen. Eine weitere Ausstellung im Romanischen Saal des Klosters über die Schriftstellerin Simone Weil (1909–1943) befasst sich mit der Entwurzelung als „gefährlichste Krankheit der Seele“ - auch das passt zum Motto der Bistumswallfahrt.
Das offizielle Programm beginnt am Sonntag, 4. September, um 10.30 Uhr mit dem Gottesdienst auf der Wallfahrtswiese, den Bischof Gerhard Feige zelebrieren wird. Das Programm schließt mit der Abschlussandacht um 14.30 Uhr. Weitere Infirmationen unter www.bistum-magdeburg.de/bistumswallfahrt.

 
Von Oliver Gierens