10.09.2020

Ökumenische Leserreise ins Heilige Land im Februar 2021

Jede Reise eine Neuentdeckung

Der Tag des Herrn und die evangelische Kirchenzeitung „Die Kirche“ laden zu einer ökumenischen Leserreise ins Heilige Land im Februar 2021 ein. Reiseleiter Dirk Bock erzählt im Interview, was ihn an Israel fasziniert und was bei Reisen in Corona-Zeiten zu beachten ist.

Jerusalem ist ein Ziel der für Anfang nächsten Jahres geplanten ökumenischen Leserreise ins Heilige Land.    Foto: Dirk Bock

Herr Bock, warum begleiten Sie so gern Gruppenreisen nach Israel?

Seit 1997 bin ich durch den Reiseveranstalter Biblische Reisen mit dem Heiligen Land verbunden. Zunächst reiste ich selbst als Teilnehmer einer Gruppe, später dann durfte ich viele Male Gruppen durch Israel und Palästina führen. Jedes Mal entdecke ich das Land neu und mit der Reise auch Gott. Man begegnet ihm dort auf vielfältige Weise und das bereichert mich genauso, wie die Gemeinschaft der Menschen, die mit mir dorthin reisen. Jede und jeder empfindet anders. Und das zu erleben und mich mit den Mitreisenden darüber auszutauschen, beeindruckt mich sehr. Das Heilige Land bietet so viel Abwechslung in Natur, Kultur, Geschichte, Religion und die Botschaft Jesu lässt sich dort für mich am besten erfahren und erleben. Die biblischen Texte an den authentischen Orten zu lesen, trägt in der Gegenwart zum besseren Verständnis der Botschaft Jesu bei. Außerdem ist jede Fahrt für mich wie ein „Fünftes Evangelium“ durch das Schmecken, Sehen, Riechen und Erspüren der Guten Nachricht.

Was macht diese Reise Ihrer Erfahrung nach so besonders für Menschen, die zum ersten Mal den Boden des Heiligen Landes betreten, in dem Jesus gelebt hat?

Die meisten Erstreisenden haben ein ganz bestimmtes Bild vom Heiligen Land im Kopf. Dies ist geprägt durch die Medien. Im Land selbst sind sie immer wieder erstaunt, wie ruhig und friedlich es dort ist. Durch das Kennenlernen und die Erfahrung der Menschen, denen wir dort begegnen und mit denen wir auch ins direkte Gespräch kommen, können sie sich ein realistisches Bild machen. So wie ich – auch nach so vielen Reisen – sind sie fasziniert von der Schönheit, aber auch dem Spannungsfeld dieses doch so kleinen Landes. Erst dort begreifen viele die Botschaft Jesu und können ihre Religiosität ganz neu entdecken und verstehen.

Werden die Erlebnisse und neuen Eindrücke des Tages mit den Reiseteilnehmern am Abend nachbesprochen?

Der Austausch untereinander und die Gespräche mit den Reisenden während des Tages, aber natürlich auch am Abend sind ganz wichtig. Nicht nur die täglichen Andachten, sondern auch der rege Gedankenaustausch gehören unbedingt zum Reisegeschehen dazu. Beim Abendessen und anschließend können wir uns über das Erlebte verständigen und es gibt natürlich während der gesamten Zeit die Möglichkeit, sich untereinander im kleineren oder größeren Kreis mitzuteilen. Eine Zusammenfassung des Tages gebe ich als Reiseleiter auch schon immer im Bus, bevor wir wieder ins Hotel kommen. So kann jede und jeder für sich noch einmal den Tag nachvollziehen und das Geschehene reflektieren.

Gibt es freie Zeit, in der Reisende auf eigene Faust Jerusalem oder Betlehem erkunden können?

Gern können die Teilnehmenden nach dem Abendessen noch einmal die Stadt und Atmosphäre in Jerusalem erkunden. Dort sind wir für vier Nächte ganz nahe am Damaskustor – also der Altstadt – untergebracht. Nach Betlehem kommt man am Abend dann nicht mehr so einfach. Aber wenn wir dort sind, gibt es auch ein bisschen freie Zeit für individuelle Gestaltung. An diesem Reisetag ist das Programm nicht sehr umfangreich, so dass sich das gut einrichten lässt.

Lernt die Gruppe auch jüdische Einwohner und palästinensische Christen kennen?

Bereits angemeldet sind wir zu einer Führung in einem Kibbuz am See Gennesaret. Dort haben wir auch die Möglichkeit zu einem Gespräch mit einem Kibbuzmitarbeiter. In Jerusalem treffen wir auf die Rabbinerin Maya Leibowitz. Wir dürfen in die Synagoge und sie steht uns für eine Begegnung zur Verfügung, die – das kann ich aus Erfahrung berichten – sehr intensiv und ein ganz besonderes Erlebnis wird. Auf dem Ölberg treffen wir Pfarrerin Gabriele Zander im Evangelischen Pilgerzentrum. Auch sie wird sich die Zeit für ein Gespräch nehmen und uns Fragen beantworten. In Betlehem besuchen wir palästinensische Christen, die vom Verkauf ihrer eigenen handwerklichen Souvenirs leben und uns jedes Mal mit ihrer Gastfreundschaft herzlich empfangen.

Welche Maßnahmen trifft Biblische Reisen, wenn die Reise realisiert werden kann?

Biblische Reisen befolgt bei der Durchführung seiner Reisen alle Gesundheits- und Hygienevorschriften des Reiselandes. Rechtzeitig vor Reiseantritt informiert der Veranstalter die Teilnehmenden über die aktuellen Sicherheits- und Hygienevorschriften in Israel sowie bei der Flugreise.  Hotels und Restaurants haben Konzepte erarbeitet, die diesen Hygienevorschriften entsprechen. Danach werden Abstandsregeln eingehalten, die Zimmerreinigung angepasst und Desinfektionsvorschriften beachtet. Es kann allerdings sein, dass gegebenenfalls nicht alle Einrichtungen eines Hotels zur Verfügung stehen. Nachlesen kann man das auch auf der Homepage von Biblische Reisen.

Alle Gruppenmitglieder melden sich sozusagen ‚„auf Hoffnung“ an. Falls diese nicht eintrifft, was passiert mit den Anmeldungen?

Genauso muss man es derzeit formulieren. Wir hoffen sehr, dass sich die Situation zum Positiven wendet und sich unsere Reisepläne realisieren lassen. Für viele ist es ihr größter Traum, einmal das Heilige Land zu sehen! Sollte jedoch die Reisewarnung weiterhin bestehen, erhalten alle anmeldeten Teilnehmer ihre geleisteten Zahlungen zurück. Wir werden mit jedem Einzelnen das
direkte Gespräch suchen. Es besteht die Möglichkeit, dass wir die Reise dann zu einem späteren Zeitpunkt erneut anbieten. Gern merken wir uns dafür die Anmeldungen vor.

Interview: Sybille Sterzik

Anmeldeschluss: 9. Oktober. Näherer Informationen: Leserservice Tel. 03 41 / 4 67 77-13; E-Mail leserservice@st-benno.de