14.05.2020

Kolping-Berufsbildungswerk Hettstedt

Im Einsatz für die Gesellschaft

Das Kolping-Berufsbildungswerk Hettstedt hat seine Auszubildenden über Wochen per Internet begleitet. Nun soll wieder der normale Alltag einziehen. Die Mitarbeiter verstehen sich auch als soziale Dienstleister für die Region.

Täglich werden im Kolping-Berufsbildungswerk Hettstedt mehr als 300 Mund-Nasen-Schutz-Masken genäht.    Foto: kbbw

Vor einer Woche hat mit der Rückkehr des zweiten und dritten Lehrjahres im Kolping-Berufsbildungswerk Hettstedt (KBBW)wieder der reguläre Ausbildungsalltag begonnen. Ab 18. Mai soll das 1. Lehrjahr folgen und voraussichtlich am 24. Mai die Teilnehmer der Berufsvorbereitung in die Einrichtung zurückkehren. Seit 20. März waren die Auszubildenden angesichts der Corona-Pandemie durch die Mitarbeiter über Telefon und Internet individuell zu Hause beim Lernen betreut worden. „Wir haben in der Heimlernphase versucht, die Jugendlichen über die digitalen Medien weiterzubilden und so gut es geht, eine adäquate Ausbildung zu gewährleisten. Außerdem unterstützen wir die Lehrer der berufsbildenden Schulen bei dieser schwierigen Art der Wissensvermittlung“, sagt Ausbildungsleiter Andreas Rosenkranz.
Für die Heimlernphase wurde die Online- Lernplattform Moodle eingerichtet und die Stütz- und Förderlehrer und weitere Mitarbeiter in der Bedienung geschult. Der Moodle-Administrator hatte ein Grob-Konzept für den Umgang mit der Plattform erarbeitet. Mit Unterstützung der Kollegen wurde diese so weiterentwickelt, dass sie auch nach den Pandemie-Einschränkungen innerbetrieblich genutzt werden kann.

Online-Lernplattform auch künftig im Einsatz
„Aufgaben aus den Bereichen Berufsschule, Ausbildung und Stütz- und Förderunterricht können den Jugendlichen auf unterschiedlichen Wegen weitergeleitet werden“, so Andreas Rosenkranz. „Die Errichtung der Online-Lernplattform ermöglicht es, den Unterricht künftig auch in Abwesenheit abzusichern. Zudem möchten wir die Jugendlichen zu eigenverantwortlichem Lernen erziehen. Sie werden die Möglichkeit haben, ihre Ergebnisse und Lösungen direkt über die Plattform zurückzusenden. Ebenso werden sie sich auch in Foren und Chats jederzeit untereinander austauschen, aber auch mit Fragen an ihren Kursleiter wenden können.“
Psychologen, Erzieher, der medizinische Dienst und weitere Mitarbeiter stehen als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung, um die Jugendlichen zu Hause bei der Aufgabenbewältigung und in Krisensituationen zu begleiten.
„Seitens des KBBW haben wir uns seit Beginn der Corona-Krise aber auch Gedanken gemacht, wie wir den Auswirkungen entgegenwirken können“, sagt Geschäftsführer Markus Feußner. „Als sozialer Dienstleister sehen wir uns nicht nur gegenüber unseren Ausbildungs-Teilnehmern und Mitarbeitern, sondern auch den Einwohner Hettstedts und der Region in der Pflicht. Seit Ende März nähen wir täglich mehr als 300 Stück des dringend notwendigen Mund-Nasen-Schutzes für die Mitarbeiter im Gesundheitssystem“, so Feußner.
Darüber hinaus biete das KBBW den Einwohnern von Hettstedt und Umgebung täglich frisch gekochtes Essen an in Verbindung mit einem Bringe-Service, individueller Betreuung und gleichzeitiger Lieferung von Lebensmitteln, Backwaren und Getränken aus eigener Produktion oder aus dem Supermarkt um die Ecke, so der Geschäftsführer. „Zusätzlich bieten wir Kunden die Reinigung ihrer Textilien in unserer hauseigenen Wäscherei an, liefern im Umkreis von Hettstedt auf Anfrage Brennholz aus eigener Produktion.“

Die Auswirkungen für ältere Bürger lindern
Mit diesen Dienstleistungen möchte das KBBW den Pandemie-Einschränkungen und daraus resultierenden Auswirkungen für ältere und alleinstehende Bürger entgegenwirken und Hilfe leisten, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Entsprechend der aktuellen Situation sei man bereit und in der Lage, kurzfristige weitere lebensnotwendige Angebote vorzuhalten, so Feußner. Wer Hilfe brauche, könne sich telefonisch unter 0 34 76/ 85 69 99 beraten lassen. Die Hilfsaktionen und der Service des KBBW würden von der Bevölkerung Hettstedts und der Region gut angenommen.

ZUR SACHE
Seit Gründung 1991 haben gut 2000 Rehabilitanden im KBBW Hettstedt eine berufliche Erstausbildung absolviert. Ausgebildet wird in Berufen und Teilberufen wie Tischler, Möbel- u. Innenausbau, Maler, Bauten- und Objektbeschichter, Textil-und Modeschneiderin, Beikoch, Hauswirtschafter, Fachpraktiker im Gebäudereinigerhandwerk, Bäcker, Gärtner. Schulabgänger mit erhöhtem Förderbedarf können an bis zu 18 Monate dauernden Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen teilnehmen.
www.kbbwhettstedt.de

Zudem halte der KBBW-eigene Markt am Kupferkreisel in Hettstedt Waren des täglichen Bedarfs, darunter Dauergebäck und lange haltbares Brot aus der eigenen Bäckerei bereit. Die Bäcker hätten ihr Sortiment um Cantuccinis, Dinkelbrot und Zwieback erweitert. Mit seinem Kooperationspartner, der Brauerei Hartmannsdorf, hat das KBBW ein Desinfektionsmittel entwickelt. „Es ist gegen Corona-Viren wirksam, besonders hautverträglich und wird im Markt am Kupferkreisel für unsere Kunden angeboten“ so Geschäftsführer Feußner. Mit dieser Aktion möchte das KBBW einen unterstützenden Beitrag für den Schutz der eigenen Mitarbeiter und der Bevölkerung leisten.
Zugleich gelte es nun, den normalen Ausbildungsbetrieb wieder aufzunehmen und dabei stets im Blick zu haben, „mit Anstand Abstand“ zu halten“, so Feußner.

 

(cs/ep)