29.04.2021

Kirchenpräsenz auf der Buga Erfurt

Für Hoffnung und Zuversicht

Mit einem Gottesdienst für die ehrenamtlichen Mitarbeiter eröffneten die beiden großen Kirchen ihre Präsenz auf der Bundesgartenschau (Buga). Auf dem Petersberg entstand ein Kirchenpavillon und ein Klostergarten.

Der Erfurter Petersberg mit seinen Festungsanlagen und der romanischen Peterskirche ist einer der beiden Buga-Ausstellungsbereiche in Erfurt. Bereits am ersten Tag (23. April) nutzten viele die Chance, den Berg bei Frühlingswetter und noch ohne Testpflicht zu entdecken.

 

Mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffneten die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und das Bistum Erfurt ihr Engagement zur Bundesgartenschau. Es steht unter dem Motto „Ins Herz gesät“. Standort des gemeinsamen Kirchenpavillons ist der Erfurter Petersberg, ein ehemaliges Benediktinerkloster und eine spätere Festung. Insgesamt werden sich rund 70 Frauen und Männer bei der kirchlichen Gästebetreuung beteiligen. Zirka 50 konnten am Gottesdienst im Dom teilnehmen. Eine Feier im Kirchenpavillon war aktuell nicht möglich.

Schön, den Glauben zeigen zu können
Die Bischöfe dankten den Gästebegleitern für ihren kommenden Einsatz. Die Helferinnen und Helfer sollen die Gäste auf dem Areal neben der Peterskirche in Empfang nehmen, beim Auf- und Abbau helfen und die Pflanzen des Klostergartens versorgen.
Bischof Ulrich Neymeyr nannte es angesichts zahlreicher abgesagter Veranstaltungen etwas Besonderes, diesen Gottesdienst feiern zu können. Das Grundgesetz der Bundesrepublik garantiere die freie Religionsausübung. Damit verbunden sei, dass die Kirche nicht nur das Recht habe, sondern auch den Auftrag, die Sorgen und Nöte, die Ängste und Hoffnungen der Menschen vor Gott zu bringen. Ulrich Neymeyr sagte weiter: „Es ist eine Freude, unseren Glauben auf der Buga zeigen zu können.“ Die Kirchenpräsenz, so der Bischof weiter, solle Hoffnung und Zuversicht ausstrahlen. „Hoffnung lässt sich nicht von der Verzweiflung niederringen.“ Es schloss sich das Gebet des 104. Psalms und der Predigttext aus dem 15. Kapitel des Johannesevangeliums an. Landesbischof Friedrich Kramer griff in seiner Predigt das Bild vom Weinstock auf. Frucht bringen, so Kramer, sei ein großes Thema, es sei einzigartig, weil Gott selbst der Gärtner ist. Damit verbunden sei die Einladung zu einem gelingenden Leben. Abschließend sagte der Landesbischof: „Gebe Gott, dass vielen die gute Botschaft ins Herz gesät werde“. Zum Abschluss des Gottesdienstes segneten die Bischöfe die Ehrenamtlichen. Die Kirchen hatten ein umfangreiches Programm mit insgesamt 800 Veranstaltungen geplant. Kirchenkreise und Dekanate beispielsweise sollten jeweils eine Woche für die Gestaltung des Programms am Kirchenpavillon verantwortlich sein. Alle hoffen, dass es nach dem 9. Mai endlich losgehen kann. Auch das Seelsorgeamt will sich zusammen mit der Caritas beteiligen. Ein Höhepunkt der Kirchenpräsenz wird ein Gottesdienst zum Tag der Schöpfung im September sein, den Bischof Ulrich Neymeyr und Landesbischof Friedrich Kramer feiern werden. An der inhaltlichen Gestaltung ist auch der Katholikenrat beteiligt. Die Kosten für das Engagement der Kirchen belaufen sich auf 480 000 Euro. Auf die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland entfallen dabei 380 000 Euro.
Zuvor hatten am Morgen des 23. April Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) und die  Buga-Geschäftsführerin Kathrin Weiß die Tore zum Egapark für die Öffentlichkeit aufgeschlossen. Dieser wurde im vergangenen Jahr extra für die Gartenschau hergerichtet und in Teilen umgestaltet. Eine Stunde später wurde die zweite Ausstellungsfläche auf dem Petersberg für die Gäste freigegeben.

 

Landesbischof Friedrich Kramer bei seiner Predigt.

 

Die Planungen für die Großveranstaltung dauerten mehr als zehn Jahre. Eigentlich war für den Beginn eine große Eröffnungsveranstaltung mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geplant. Diese musste jedoch pandemiebedingt abgesagt werden. Die Bundesgartenschau in Erfurt findet 70 Jahre nach der ersten Buga, die in Hannover, statt. Vor 60 Jahren wurde die Internationale Gartenausstellung (Iga) auf dem Gelände des Egaparks eröffnet. Die Buga-Macher sehen die aktuelle Schau auch als eine Anknüpfung an die lange Gartenbau- und Ausstellungstradition Erfurts.

Schnelltest, Eintritts- und Zutrittskarte
Vor der Eröffnung ließen sich Andreas Bausewein und Bodo Ramelow im Testzentrum auf der Messe, unweit des Egaparks, auf das Coronavirus testen. Ab Samstag greift das neue Infektionsschutzgesetz mit der darin verankerten Notbremse. Es sieht für alle Besucher zoologischer und botanischer Gärten einen negativen Covid-Schnelltest als Eintrittsvoraussetzung vor. Die Bundesgartenschau in Erfurt findet auf Grundlage eines strengen Hygienekonzepts statt, das unter anderem eine Begrenzung der täglichen Besucherzahl auf 15 000 sowie eine feste Voranmeldung vorsieht. Jeder Besucher der Buga benötigt neben der gültigen Tages- oder Dauerkarte zusätzlich eine tagesgebundene Zutrittskarte, die vorab über den BUGA-Ticketshop kostenfrei erhältlich ist.

www.kirche-buga2021.de
www.buga2021.de

(epd/jak)