02.11.2018

Jahresthema 2019 des Erzbistums Berlin

„Gott ist überall mittendrin“

Das Erzbistum Berlin stellt 2019 unter das Jahresthema „Gott – mitten ins Leben“. Erste Formate sind weihnachtliches Geschenkpapier und ein Heft zur Gottesfrage.

Maria und Joseph vor dem geschlossenen Hotel: Ausschnitt aus dem Geschenkpapier. | Bild: Gobasil.com

Auf der Kuppel der St. Hedwigs-Kathedrale hat es sich ein Engel bequem gemacht. Maria und Josef stehen vor einem geschlossenen Hotel, und am Schloss Sanssouci steigt gerade ein König die Treppen hinauf. „Ich interpretiere den immer als Herodes“, sagt Carla Böhnstedt. Die Pastoralreferentin für Citypastoral im Erzbistum erklärt die Idee hinter dem golden glänzenden Wimmelbild-Geschenkpapier, das sie in den Händen hält: „Weihnachten heißt: Wir werden beschenkt. Und schenken weiter.“
Das Geschenkpapier soll dazu anregen, die Protagonisten der Weihnachtsgeschichte zu entdecken. Petra Wiederhöft, Mitarbeiterin im Dezernat Seelsorge, ergänzt: „Wir haben ein hochwertiges Papier drucken lassen, denn was wir Christen an Weihnachten geschenkt bekommen, ist auch hochwertig.“ Dass auf dem Papier Personen und Tiere der Weihnachtsgeschichte in Szenerien aus Berlin, Brandenburg und Vorpommern dargestellt werden, ist Programm, findet auch Seelsorgeamts-Abteilungsleiter Hermann Fränkert-Fechter: „Gott ist natürlich in der Kirche anwesend, aber eben auch in anderen Situationen.“ Und so steht dann eben einmal ein König mit einer Herde Kamele an der Ampel.

Heft ist so ­konzipiert, dass es in einer ­Arztpraxis liegen kann
Allerdings ist auch der eine oder andere Weihnachtsmann unterwegs, mit dem Mofa oder mit dem Bus. „Auch das ist in unserer Gesellschaft ja eine Realität, das wollen wir auch gar nicht ausblenden“, sagt Carla Böhnstedt. Zum Kern der weihnachtlichen Botschaft führt dann nochmal die Rückseite des vom Bonifatius­werk geförderten Geschenkpapiers, wo in neun Sprachen, die im Erzbistum weit verbreitet sind, „Gott kommt – mitten ins Leben“ steht.
Das Geschenkpapier, zu dem es auch passende Klappkarten gibt, ist ein Element des Jahresthemas „Gott – mitten ins Leben“. Ziel des Projekts ist, Gott in der Gesellschaft zum Thema zu machen. Ein weiteres Format, mit dem das erreicht werden soll, ist eine Heftreihe zur Gottesfrage, deren erste Ausgabe ebenfalls bereits vorliegt. Impulstexte, Bilder und Geschichten sprechen darin mal mehr, mal weniger deutlich die Frage an: Gibt es Gott? Und: Braucht die Welt diesen Gott? Wo kann der Mensch Gott begegnen? Die Texte sind dabei kurz gehalten, sodass es keine Mühe ist, sie zu lesen. „Dieses Heft haben wir so konzipiert, dass es zum Beispiel auch in einer Arztpraxis ausliegen kann“, betont Hermann Fränkert-Fechter die Absicht, auch aus dem Kirchenraum herauszutreten. Was ihm wichtig ist: „Wir lassen die in der Kirche übliche pastorale Sprache beiseite, um nicht künstlich Barrieren aufzubauen“.
Hinten im Heft wird auch auf den „Hashtag“ #mitteninsleben aufmerksam gemacht. Mit diesem Schlagwort sollen Beiträge in den Sozialen Medien auffindbar sein. „Wir wollen Instagram und andere Plattformen nutzen“, erklärt Petra Wiederhöft. Außerdem soll mit Plakat-Aktionen in Berlin und in den Medien auf die Aktion hingewiesen werden: „Kirche, Gott und Glaube spielen sich nicht nur in unseren Kirchen und Pfarrzentren ab. Gott ist überall mittendrin“, so Pastoralreferentin Böhnstedt.

Einpacken, verpacken, verschicken (v.l.): Hermann Fränkert-Fechter, Petra Wiederhöft und Carla Böhnstedt mit den Materialien von „Gott – mitten ins Leben“. | Foto: Cornelia Klaebe

Gemeinden können kreativ werden und selbst Aktionen machen
Aber die Gemeinden sind natürlich auch gefragt: „Wir wollen anregen, kreativ zu werden und selbst Aktionen zu machen“, sind sich die drei Kirchenmitarbeiter einig. Das könne aber in den Pastoralen Räumen, Schulen und anderen Einrichtungen selbst überlegt werden: „Denn was jeweils in den Lebensumfeldern passend ist, um Gott zum Thema zu machen, kann auf Rügen ganz anders aussehen als in Werder oder Köpenick“, findet Carla Böhnstedt. Das kann vom Flashmob über den eigenen Weihnachtsfilm bis hin zum Krippenspiel auf dem Marktplatz alles sein. „Zum Beispiel kann auch für soziale Geschenkeinpackaktionen, die sowieso vielerorts zur Weihnachtszeit stattfinden, das Geschenkpapier benutzt werden“, regt sie an.
Verschiedene Aktionen über das Jahr werden folgen, etwa Geschenkeinpackaktionen an verschiedenen Orten im Advent, ein Reflexions- und Analysetag am 15. Juni 2019 und ein „Lobpreis-Event“, das Diözesanjugendseelsorger Ulrich Kotzur für den 26. Oktober 2019 vorbereitet.
Das Papier und die Karten sind übrigens in kirchlichen und auch einigen weltlichen Geschäften in Berlin oder beim Bonifatiuswerk zu beziehen. Pastorale Räume, Gemeinden, Schulen und Einrichtungen können es per Sammelbestellung auch über die Internetseite des Erzbistums beziehen. Das Heft ist auch über ein Bestellformular im Internet zu beziehen.

www.erzbistumberlin.de/gott-mitteninsleben

Von Cornelia Klaebe