02.10.2019

Anstoss 40/19

Klimawandel

Wenn die Wetterfrösche Recht haben, kann ich dieses Jahr meine dicke Winterjacke im Schrank lassen. Es soll ein warmer Winter werden. Ist das Klimawandel?


Nach wie vor behaupten einige, einen menschengemachten Klimawandel gäbe es nicht. Die Mehrheit denkt aber darüber nach, was wir dagegen tun können. Wir machen uns Sorgen um das gemeinsame Haus.
Aber es ist wie immer. Von allen Seiten hagelt es Empfehlungen, was denn jetzt zu tun sei. Jeder meint, er wüsste es besser. Die politischen Parteien werfen einander vor, zu lange geschlafen zu haben. Und natürlich lehnen sie die Vorschläge der politischen Gegner als undurchführbar und völlig unzureichend ab.
Das Klima ist vergiftet. Das gilt nicht nur für unsere Großwetterlage. Ich muss an das Verhältnis zwischen Jesus und den Pharisäern denken. Jesus kann tun und sagen, was er will. Sie finden immer einen Grund, gegen ihn zu sein. „Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht und sie sagen: Er hat einen Dämon. Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt und sie sagen: Siehe, ein Fresser und Säufer, ein Freund der Zöllner und Sünder!“ (Matthäus 11,18)
Der Verein Germanwatch hat festgestellt, dass wir vor zwei großen Klima-Herausforderungen stehen. Wir müssen versuchen, den Klimawandel zu stoppen und versuchen, seine Auswirkungen zu bewältigen. Ich glaube, wir stehen noch vor einer weiteren Herausforderung: Wir müssen etwas tun, um das Klima untereinander zu verbessern! Jesus weist darauf hin: „Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben.“ (Markus 3,24)

Greta Thunberg hat Recht, unser Überleben steht auf dem Spiel. Deshalb müssen wir alles tun, um die Spaltungen zu überwinden, die das Klima unter uns vergiften. Dazu fallen mir ein paar Fragen ein, die uns alle angehen: Wie wollen wir in Zukunft miteinander leben? Wie gehen wir miteinander um? Wie und wo bringen wir uns ein? Welche Grenzen akzeptieren wir? Und auf einmal bin ich nicht mehr bei der großen Politik sondern bei mir selbst. Meine Antwort auf diese Fragen hat Auswirkungen auf unsere Großwetterlage.
 
Pfarrer Marko Dutzschke, Cottbus