19.01.2023

Anstoß 03/23

Helferdank und Thank You Day

Haben sie es auch vergessen, übersehen oder gar nicht bemerkt und gewusst, dass am 11. Januar der internationale Dankeschön-Tag/Thank You Day war? Im Kalenderblatt steht dieser vielleicht etwas kurios anmutende Tag.


Das ist für mich Anlass genug, mir an dieser Stelle einige Gedanken zum Danken zu machen. Denn denken und danken gehören zusammen und entstammen der gleichen Wurzel. Nur der denkende Mensch ist imstande, zu danken. Angefangen von der Kindheit lernte ich dieses kleine so wichtige Wort „Danke!“. Wenn Oma zu Besuch kam und uns Kindern eine Tafel Schokolade schenkte, sagten wir: Danke! Wenn wir es nicht taten, machte meine Mama uns darauf aufmerksam. Eine Kultur der Achtsamkeit und Dankbarkeit habe ich somit von Kindheit an gelernt.
Vieles ist nicht selbstverständlich und es gibt vielfältige Gründe, dankbar zu sein: dass wir genug Essen haben, dass wir gesund sind, dass wir einen Beruf haben, dass Menschen für uns sorgen, ...
All das gilt auch für unsere kirchlichen Gemeinden und das kirchliche Leben. Eine Vielzahl von Menschen engagieren sich ehrenamtlich und haben auch in der Zeit der Corona-Pandemie geholfen, wo und wie sie konnten und helfen weiter, trotz Kirchenkrise. Ich denke an die vielen Gruppenleiter, ich denke an die vielen, die sich in der Kinderkatechese engagieren, in der Musik, in der Liturgie, beim Aufstellen von Krippe und Tannenbaum, bei der Kirchenreinigung und den Arbeitseinsätzen. Viele dieser Dienste sind unscheinbar und laufen Gefahr, übersehen zu werden. Ich erlebe immer wieder die Bereitschaft, zu helfen und dafür sage ich gerne: Danke! In diesem Jahr werden wir in unseren Gemeinden daher wieder zu einem Helferdank einladen, um allen Ehrenamtlichen zu danken.

Auch Gott danken wir – mit Gebet und Gesang und zünden Kerzen an. Dazu passt das Lied „Nun danket alle Gott, mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge tut an uns und allen Enden.“ (GL 405)
 
Josef kleine Bornhorst
Prior des Dominikanerklosters in Leipzig