09.07.2020

Anstoß 28/20

„diekreative“

Die Corona-Krise fördert zu Tage, für wie wenig systemrelevant beide großen Kirchen in Deutschland empfunden werden. 2019 wurden 500 000 Kirchenaustritte verzeichnet – so viele wie noch nie!


Da es die evangelische und katholische Kirche gleichermaßen betrifft, kann es nicht nur an den Skandalen und fehlenden Reformen liegen. Ich vermute, dass wir kraftlos erlebt werden, überholt, etwas aus der Spur geraten. Sind wir nicht mehr im Kontakt mit der inneren Mitte, der Gottes- und Nächstenliebe? Zu beschäftigt mit schrecklich viel Organisation und Strukturdebatten? Gottesdienste werden meist rituell und alltagsfern erlebt. Dabei will uns der lebendige Jesus Christus in seinem Geist zu einer größeren Gottes- und Nächstenliebe befähigen! Wo und wie erfahren Menschen das mit uns?
Kürzlich wurde den Berliner Gemeinden ein überraschendes Anliegen vorgetragen. Eine Freikirche fragte an, ob sie Räume zum Gottesdienst für 400 (!) Personen bekommen könne. Da Freikirchen oft als Sekten, Fundamentalisten und anderes abgetan werden, möchte ich vorab an den wirksamen Rat des Apostel Paulus erinnern: „Prüft alles und behaltet das Gute“ (1 Thess 5,21). Von der Freikirche „diekreative“ hörten wir das erste Mal durch eine Lehrerin, die manchmal in St. Christophorus zum Mittagsgebet kommt. Vor gut einem Jahr war eine ihrer Schülerinnen in einer Skifreizeit so krank geworden, dass sie zum Arzt nach Hause sollte. Obwohl die Schülerin nicht religiös war, durfte die Lehrerin für sie beten. Dieses Gebet bewirkte eine phänomenale Heilung, so dass die Schülerin bleiben konnte. Anschließend fand sie selbst zum Jesus-Glauben und landete in „diekreative“. Hier traf sie auf viele junge Leute, die in den katholischen und evangelischen Gottesdiensten oft vermisst werden. Praktiziert wird das „24/7“-Gebet. Rund um die Uhr wird in einem Raum ununterbrochen gebetet. In Gottesdiensten spielt die Musik eine bedeutende Rolle. Unter dem Leitwort „Der Himmel ist offen“ werden Kurse angeboten: Seelsorgeschule, Lebenteilen, Schule des Geistes, Haushalterschaft, Lobpreisschule und mehr. Ziel des Trainings ist es, im Glauben geistlich zu wachsen.

Die Frohe Botschaft Jesu Christi hat also auch heute in Berlin richtige Chancen!
 
Lissy Eichert, Berlin