07.10.2021

Anstoß 40/21

Über das Danken

Es gibt Tage, an denen unser Herz voller Dankbarkeit ist: Ein runder Geburtstag, ein Ehejubiläum, ein besonderer Festtag, wo wir zurückblicken und uns eingestehen, ich habe Grund zur Dankbarkeit – vielen Menschen und auch Gott gegenüber.


Es gibt das kleine und doch so wichtige Wort„Danke!“
In diesem kleinen, wichtigen Wort bringe ich zum Ausdruck, das so vieles nicht selbstverständlich ist: Gesundheit, Frieden, ein hohes Alter, eine liebe Familie, Freunde, dass ich satt zu essen und zu trinken habe, für eine gute Ernte und Weinlese …
Nur der denkende Mensch ist imstande zu erkennen, dass so vieles nicht „selbstverständlich“ ist. Ein denkender Mensch sieht und erkennt, wem er letztendlich alles verdankt. Er sieht nicht nur die Äußerlichkeiten, sondern er sieht bis zum Grund. Und dieser ist für mich Gott.
Gerade in dieser Zeit der Corona-Pandemie ist nicht nur die Klage und das Bitten, sondern auch das Danken angesagt. Auch hier ist das Denken und Danken wichtig, für viele, die in dieser Zeit viel Gutes geleistet haben: Ich danke allen Eltern, die sich dem Lockdown gestellt haben und sich gleichzeitig um Kinder, Beruf und Haushalt  kümmern mussten. Ich danke den Kindern, die auf so vieles verzichten mussten, auf Geburtstagfeiern, auf Feste, auf Schule, auf Sport, auf Musik, auf das Spielen mit Freunden, auf unbeschwerte Ferien oder den Urlaub. Ich danke und denke an die älteren Menschen, an die Großeltern, die Zuhause oder im Altenheim keine Besuche bekommen durften, die unter der Trennung von den Lieben gelitten haben und einsam und allein waren und manche sogar einsam und allein gestorben sind und begraben wurden.
Ich danke und denke an die Menschen im Gesundheitswesen, die vielen Ärzte, Pfleger und Schwestern, die sich um die Genesung gekümmert haben, die viele Überstunden machen mussten und bis zur Erschöpfung gearbeitet haben.
Ich danke und denke auch an die vielen Menschen, die still und bescheiden da waren und durch kreative Ideen auch in unseren Gemeinden geholfen haben, dass manches trostreiche Wort oder Zeichen angekommen ist.

Der denkende  und dankbare Mensch weiß um all dieses. Er weiß darum und spricht deshalb immer wieder das kleine und doch so wichtige Wort: „Danke!“
 
P. Josef kleine Bornhorst, Dominikanerkloster Leipzig