29.05.2019

Festival für Menschen mit geistiger Behinderung

Eine riesige Freude bereitet

Ein Festival für Menschen mit geistiger Behinderung haben Mitglieder der Katholischen jungen Gemeinde in Torgau organisiert. Anlass war die 72-Stunden-Aktion des Bundes der deutschen Katholischen Jugend.

Viel Beifall gab es für die Theater- und Bühnenbildgruppe (Bewohner des Don-Bosco-Wohnheimes) und ihre Begleiter von der Katholischen jungen Gemeinde nach der Aufführung des Musicals „Der König der Löwen“ . | Foto: A.-K. Günsche

 

Die Katholische junge Gemeinde (KjG) Magdeburg hatte sich für die Teilnahme an der 72-Stunden-Aktion des Bundes der deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) etwas ganz Besonderes vorgenommen. Im Don-Bosco-Wohnheim in Torgau leben Menschen mit geistiger Behinderung. Mit ihnen feierten die jungen Leute aus dem Dekanat Torgau vom 23. bis 26. Mai ein Festival mit Musical-Aufführung, Buffet und Party.
Nach vielen Vorbereitungstreffen ging es am Donnerstag endlich los. Punkt 17.07 Uhr trafen sich alle Akteure im Wohnheim Don Bosco. Leiterin Beate Reuß hatte die Idee im Vorfeld begeistert aufgenommen, viel Zeit in Treffen und Telefonate für Absprachen investiert, um mit der KjG die Aktion durchzuführen.
Vor Ort stellten die jungen Leute den 21 teilnehmenden Bewohnern ihre Idee vor und blickten dabei in strahlende erwartungsvolle Gesichter. Die Bewohner freuten sich riesig über die bevorstehenden Tage und nahmen den KjG-Akteuren ihre Bedenken, ob ihre Idee wohl gelingen würde.
Eine Morgenrunde am Freitag mit Singen, Beten und Kennenlernen bildete den Auftakt. Danach teilten sich die Bewohner in die Workshopgruppen „Theater und Musik“, „Bühnenbild und Requisite“ sowie „Deko für das Fest“ ein. In den Gruppen wurde dann den ganzen Tag gearbeitet. „Die Stunden verliefen sehr harmonisch. Wir lernten selbst die Bewohner verstehen, die sich nicht richtig artikulieren können“, sagt Anne-Katharina Günsche aus dem Vorbereitungsteam. „Das Basteln mit den Bewohnerinnen und Bewohnern machte viel Spaß, wir sangen sogar einfach so und lachten viel gemeinsam.“
Am Nachmittag bekamen die jungen Leute dann noch Unterstützung von einigen Jugendlichen des EC-Verbandes „Entschieden für Christus“ aus Torgau. Jugendreferent Benjamin Rönsch, der selbst mit dabei war, hatte der KjG die Unterstützung angeboten und somit wurde es zu einem ökumenischen Projekt.

Musical, Festivalbänder, grüne Luftballons
Bereits am Samstagmorgen fieberten alle auf das Fest hin, wie die Bewohner gleich in der Morgenrunde erkennen ließen. „Sie freuten sich riesig, uns wiederzusehen, nannten uns alle beim Namen und erzählten, wie sie sich für das Fest schick machen wollten“, sagt Anne-Katharina Günsche. Doch zuvor war noch einiges zu tun. Nachdem die Bühne fertig aufgebaut, die Generalprobe durchlaufen, das Essen für’s Buffet vorbereitet, die Tische gestellt und der Garten mit Lichtern und Girlanden dekoriert waren, ging es am Nachmittag endlich los. Eltern, Betreuer und Mitarbeiter sowie die restlichen Wohnheim-Bewohner konnten sich nach einem schönen Kaffeetrinken in der Sonne das mit einigen der behinderten Menschen einstudierte Musical „König der Löwen“ anschauen. Alle waren begeistert. Darüber hinaus gab es eine Hüpfburg, Zuckerwatte, Festivalbänder und Schlauchtücher für alle. Zum Abschluss trat die Band „Herr Schmidt“ auf.
„Ein besonders emotionaler Moment war schließlich die Luftballon-Aktion“, so Günsche: „Um 19 Uhr ließen wir grüne 72-Stunden-Luftballons aufsteigen. Auf daran angehängten Karten stand: „Mich schickt der Himmel“, das Motto der 72-Stunden-Aktion. Und all das zum Aktionssong, live von der Band gespielt.“ Anschließend wurde noch ausgelassen getanzt und gefeiert.
„Wie toll sie das Fest samt Theateraufführung und Musik fanden, erzählten uns die Bewohner nach dem Sonntagsgottesdienst. Dass uns nun alle etwas verband, konnte man an den grünen Schlauchtüchern erkennen, die alle Bewohner und wir KjGler trugen.“

Von Maria Zeidler