28.02.2019

Pastoraltag des Bistums Erfurt im Marcel-Callo-Haus

Mit den Träumen anfangen

„Glaube bewegt! Du bewegst! Zeit, dass sich was dreht!“ – so stand es als Überschrift über dem ersten von zwei Pastoraltagen im Bistum Erfurt. Etwa 80 Teilnehmer waren dazu ins Marcel-Callo-Haus gekommen.

Zu Beginn des Pastoraltages wurde zu einer gemeinsamen Bibelarbeit eingeladen.

 

„Wovon träumen Sie? Was können Laien in der Kirche tun? Was kann Kirche sein? Sagen Sie angstfrei alles, was sie bewegt.“ Mit diesen Fragen wendet sich Annegret Rhode, Referentin für Bildung und Spiritualität im Seelsorgeamt, an ihre Arbeitsgruppe, die sich dem Thema „Verantwortung der Laien“ stellte. Es ging nicht darum zu formulieren, was heute ist oder aufzuzeigen, wie es derzeit in den Gemeinden läuft. Gefragt waren vielmehr alle Ideen und Impulse, die möglich werden können, um die Zukunft der katholischen Kirche in Thüringen zu gestalten.
Die beim Pastoraltag „Glaube bewegt! Du bewegst! Zeit, dass sich was dreht“ behandelten Themen wurden zu Beginn noch offen gelassen. Die rund 80 Teilnehmer – im Alter von 15 bis 75 Jahren – formulierten zuerst alle Anliegen, die ihnen wichtig waren. Daraus wurden Schwerpunktthemen, die in den Arbeitsgruppen behandelt wurden. Von den Träumen ging es bis hin zu konkreten Umsetzungen, Verantwortlichkeiten – „wir alle“, Seelsorgeamt, Pfarrei – und möglichen Zeiträumen.
Die Arbeitsgruppe „Verantwortung der Laien“ forderte unter anderem mehr Verantwortung für die Laien/Ehrenamtlichen, eine bessere Kommunikation zwischen Haupt- und Ehrenamt sowie eine andere Haltung des Miteinanders. Formuliert wurde zudem die Bitte nach Befähigung und Begleitung der Laien, um geistliche Aufgaben in den Pfarreien und Kirchorten – wie beispielsweise Gebetsgruppen oder Bibelkreise – zu übernehmen. Gewünscht wurden in anderen Gruppe unter anderem eine Handreichung für Familiengebete, die Anregung, das persönliche Beten zu pflegen, Jugendgottesdienste auf Dekanatsebene – „die Jugendseelsorge im Dekanat soll nicht aufgegeben werden“ – ,Gemeinschaftsräume und -erfahrungen außerhalb des Gottesdienstes, fröhliche Lieder bis hin zu Fragen des nachhaltigen Wirtschaftens und des Umweltschutzes.
Die weiteren Arbeitsgruppen standen unter den Themen Ehrenamt, Spiritualität, Glaubensweitergabe, Inklusion, Seelsorge, Einsatz für christlich Anliegen in der Gesellschaft und authentisch als Christ leben. Sie bildeten das Zentrum des Pastoraltages, der am 24. Februar im Heiligenstädter Marcel-Callo-Haus stattfand.
 
Persönliche Schwerpunkte setzen. | Foto: Holger Jakobi

 

Verantwortung aller Gefirmten
Hintergrund des Tages ist das 25-jährige Bestehen des Bistums Erfurt in diesem Jahr. Bischof Ulrich Neymeyr appellierte zu Beginn an die besondere Verantwortung der Getauften und Gefirmten. Damit seien sie sakramental gut gerüstet, sich in den Pfarreien und den Kirchorten einzubringen. Gerade Kirchorte – nicht nur Gemeinden, sondern auch Kindergärten oder Häuser der Caritas – bieten, so der Erfurter Bischof, die Chance, Kirche in die Gesellschaft hineinzutragen. Die Verkündigung des Evangeliums bleibe die erste Grundaufgabe der Kirche, betonte Ulrich Neymeyr mit Blick auf das Zweite Vatikanische Konzil.
Dr. Anne Rademacher, Leiterin des Seelsorgeamtes, betonte, dass der Pastoraltag gezeigt haben, dass die Zukunft der Kirche eine Herzensangelegenheit von Priestern, Hauptamtlichen und engagierten Christen sei, die gemeinsam angegangen werden kann. Sie zeigte sich überzeugt davon, dass Jesus Christus seine Kirche auch in diesen Tagen führt, dass er nah ist und bleibt. Anne Rademacher betonte zum Abschluss, dass in den nächsten Tagen die Themen sortiert und die konkreten Vorschläge genauer gesichtet werden.
Ein zweiter Pastoraltag zum selben Thema wird am 24. März im Bildungshaus St. Ursula in Erfurt stattfinden. Dessen Ergebnisse werden zu denen aus Heiligenstadt hinzugelegt. Im Anschluss beginnt die Arbeit, den begonnenen, gemeinsamen Weg fortzusetzen. Zur Bistumswallfahrt im September, die ganz im Zeichen 25 Jahre Bistum Erfurt steht, werden im Zwischenprogramm mögliche Wege vorgestellt.
 
Von Holger Jakobi