07.02.2020

An der Bernsdorfer Kirche erinnert seit kurzem eine Gedenktafel an die drei ehemalige Pfarrer.

Erinnerung an einstige Pfarrer

Drei Pfarrer gab es zwischen 1901 und 2008 in Bernsdorf. An der dortigen Kirche erinnert jetzt eine Gedenktafel an sie.

Bei der heiligen Messe zum Jahresgedächtnis für den letzten Pfarrer von Bernsdorf segnete Pfarrer Kresak die neue Gedenktafel an der Bernsdorfer Kirche. – Foto: Raphael Schmidt

Von Arne Henschel
Dass sich eine Gemeinde zum Festgottesdienst im Außenbereich des Kirchgeländes aufhält, ist in der Osternacht oder zu Fronleichnam nichts Ungewöhnliches. Wenn das allerdings am zweiten  Sonntag im Januar geschieht, muss es dafür schon einen besonderen Grund geben. In der katholischen Gemeinde in Bernsdorf war das jetzt der Fall. Um zu erklären, warum, ist ein Blick zurück ins vergangene Jahr notwendig.
Am 13. Januar 2019 starb nach 46 Dienstjahren für seine Bernsdorfer Gemeinde Pfarrer Paul Christoph im Alter von 86 Jahren. Bis zuletzt war er für seine Gemeinde da und versah seinen Dienst als Seelsorger, so wie es seine nachlassende gesundheitliche Verfassung zuließ. Er war ein gern gesehener Gesprächspartner in den Gruppen und Kreisen der Gemeinde, spendete die Krankenkommunion, unterstützte bis zuletzt die Vorbereitungen der Sonntagsmessen. Bis 2017 versah er die Häuserweihe in Bernsdorf. Am Samstag nach seinem Tod nahm die Gemeinde unter großer Anteilnahme Abschied von ihrem Seelsorger.


Spenden für die Gedenktafel
Da er bis zuletzt im Obergeschoss des Pfarrhauses wohnte, kümmerten sich einige Gemeindemitglieder danach um die Beräumung seiner Wohnung. Schnell war klar, dass es gewiss im Sinne des Verstorbenen ist, dass sein Nachlass aus der Wohnungseinrichtung an die Gemeinde weitergegeben wird. So fanden Möbel im Gemeindesaal und in der umgestalteten Sakristei neue Verwendung. Die kleineren Dinge sollten sich die Familien mit nach Hause nehmen, um sich so ein Stück Erinnerung an den letzten Pfarrer von Bernsdorf bewahren zu können.
Als im Vorfeld dazu im Arbeitskreis der Filialgemeinde beraten wurde, machte Pfarrer Wolfgang Kresak den Vorschlag, die Gemeinde bei der Ausgabe des Nachlasses um eine Spende zu bitten und mit der Summe später eine Gedenktafel für die Bernsdorfer Pfarrer zu finanzieren. Von Anfang an stieß dieser Vorschlag auf breite Zustimmung. Auch Olaf Wiedemann, Inhaber einer Wittichenauer Firma, erklärte sich bereit, mit einer Spende die Aktion zu unterstützen.
Nun – ein Jahr später – am 12. Januar feierte die Gemeinde das erste Jahresgedächtnis. Inzwischen ist auch  die Gedenktafel fertig. Sie wurde mit den Lebensdaten der Pfarrer der Bernsdorfer Gemeinde St.  Josef versehen und neben dem Missionskreuz an der Außenwand des Gebäudes montiert.


2008 Eingliederung in die Pfarrei Wittichenau
Zwischen Gründung und Auflösung der Pfarrgemeinde gab es lediglich drei Pfarrer: von 1901 bis 1934 versah Pfarrer Bernhard Pohl seinen Dienst, 1934 kam Pfarrer Guido Matuszek nach Bernsdorf. Obwohl sein Nachfolger Pfarrer Paul Christoph bereits 1972 als neuer Gemeindepfarrer eingeführt wurde, blieb Pfarrer Matuszek bis 1985 im Ort. Im Jahr 1987 verstarb er in Wittichenau. Auf Grund der Eingliederung der Bernsdorfer Gemeinde in die Pfarrei Wittichenau im Jahr 2008 wurde Pfarrer Paul Christoph zwar formell in den Ruhestand versetzt, blieb jedoch seiner Gemeinde in treuer Verbundenheit erhalten und konnte so 2017 in Bernsdorf mit seiner Gemeinde sein Diamantenes Priesterjubiläum feiern.
Pfarrer Wolfgang Kresak, der die Messe zum Jahresgedächtnis leitete, erklärte zu Beginn, dass Pfarrer Christoph in seiner Zeit in Bernsdorf etwa 180 Mal das Sakrament der Taufe spenden konnte. Die letzte Taufe, die er spendete, empfing ein kleiner Junge - mit Namen Benjamin Becker. Der kleine Täufling von damals ist heute neun Jahre alt – und stand jetzt zum ersten Mal als Messdiener am Altar.

Kommentare

Ein sehr schöner Artikel. Er läßt Erinnerungen an frühere Zeiten wieder aufleben. Ich bin in Bernsdorf geboren, Pfarrer Matuszek hat mich getauft und mich im Kindes- und Jugendalter geistlich begleitet. Pfarrer Christoph hat mir und meinen Mann das Ehesakrament gespendet. Alles Dinge, an die man sich gern zurück erinnert. Leider bin ich nur noch sehr selten in Bernsdorf.