12.06.2013

Kräfte des Magdeburger Malteser Hilfsdienstes beteiligen sich am Kampf gegen die Elbeflut

Zwischen Einsatz und Warten

Im Kampf gegen die Flut an den Flüssen Mitteldeutschlands waren auch Malteser aus der Region und anderen Gegenden Deutschlands im Einsatz. Der Malteser Hilfsdienst Magdeburg beteiligte sich an der Evakuierung von Bewohnern und an der Verpflegung von Helfern.

„Gestern haben wir hier um die Ecke in der Bleckenburger Straße noch Senioren aus einem Altenpflegeheim evakuiert“, sagt Rettungssanitäter Maik Bleier. Am Sonntagmorgen nun hat die Elbe die Straße überflutet. Foto: Eckhard Pohl

Magdeburg. „Im Moment ist die Lage unter Kontrolle“, sagt Carsten Schmidt. Der Rettungsassistent des Malteser Hilfsdienstes in Magdeburg kommt gerade von der Einsatzleitung vor der Fußball-Arena in Magdeburg-Cracau. Augenblicklich sei es relativ ruhig, sagt er zu seinen Kollegen. Aber die Frage sei natürlich, wie sich die Situa-tion weiter entwickelt.
Vor der MDCC-Arena ist unter Einbeziehung verschiedener Hilfsdienste ein Bereitstellungsraum eingerichtet worden. Von hier aus können die Hilfsdienste bei Bedarf schnell in Magdeburg-Cracau und benachbarten Stadtteilen, die östlich der Elbe liegen und als hochgradig überschwemmungsgefährdet gelten, tätig werden. Rettungswagen der Feuerwehr, der Johanniter, der Malteser, des Arbeitersamariterbundes und auch ein Fahrzeug des Technischen Hilfswerkes stehen hier. Die Mannschaften nutzen an diesem Sonntagmorgen die Zeit des Wartens, um sich auszutauschen, zu frühstücken, zur Toilette zu gehen und neue Kräfte zu sammeln.
Matthias Hensch und Maik Bleier bilden die Besatzung eines der Krankentransportwagen. Sie sind beide Krankenpfleger in einer Magdeburger Rehabilitationseinrichtung und bei den Maltesern ehrenamtlich engagiert. „Klar, dass wir in einer solchen Situa-tion dabei sind“, sagen die jungen Männer. Die beiden Tage zuvor waren sie unter anderem an der Evakuierung eines Altenpflegeheimes in der Bleckenburger Straße am Klosterbergegarten am West-ufer der Elbe und von Menschen aus den Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg-Cracau beteiligt.
„Wir haben in den letzten Tagen alle wenig geschlafen“, sagt Hensch. Obwohl es bei den Hilfsdiensten eine Ablösung der Einsatzkräfte gebe, gehe es natürlich schnell über die normalen Dienstzeiten hinaus. Aufgrund der Einsatzsituation und um Kräfte zu schonen, hat die Malteser-Einsatzleitung an diesem Sonntagmorgen zunächst einmal Hensch und Bleier vom Sanitätszug und Kollegen vom Magdeburger Malteser-Fahrdienst beauftragt, sich im Bereitstellungsraum Cracau aufzuhalten. Im Bedarfsfall, etwa einer notwendigen Evakuierung der Bevölkerung des Stadtteils Cracau werden weitere Fahrzeugbesatzungen zum Einsatz kommen.
Nach turbulenten Einsatztagen können auch 15 Helfer des Malteser Betreuungszuges an diesem Vormittag pausieren. Sie hatten vier Tage lang auf dem Gelände der Feuerwache in Magdeburg-Rothensee und von dort aus Fluthelfer mit Mahlzeiten versorgt, die   vor Ankunft des Flutscheitels die Elbufer im Norden Magdeburgs sicherten. Da das Gebiet im Norden Magdeburgs aber evakuiert wurde, mussten sie ihren Standort nach Olvenstedt, einem westlich gelegenen Stadtteil verlegen.
Die Hochwasserlage ist an diesem Sonntagmorgen angespannt. Der Pegel steht bei nie dagewesenen 7,46 Metern. Wird Cracau wie schon andere Stadtteile überflutet werden? In tiefer gelegenen Straßenabschnitten entlang des alten Elbebettes wird von Kameraden der Feuerwehr schon pausenlos Wasser abgepumpt.
Später werden die Malteser an der Evakuierung von Bürgern im östlichen Teil Magdeburgs beteiligt sein. Einstweilen aber warten Hensch und Bleier und ihre beiden Kollegen vom Malteser-Fahrdienst im Bereitstellungsraum an der Fußball-Arena. „Wir sind es gewohnt, auf Einsätze zu warten“, sagen die beiden. Dies könne genauso anstrengend werden wie richtig zuzupacken. Zunächst aber frühstücken sie mit Kollegen anderer Hilfsdienste. Eckhard Pohl