11.06.2014

Wieso wiederholen sich Papstnamen häufig?

Viele Päpste haben in der Geschichte den gleichen Namen. Man muss sich beinahe mehr Zahlen als Namen merken, dabei sind Nummern eigentlich wenig aussagekräftig. Warum wiederholen sich die Papstnamen so oft? M. B., Hanau

Ein Papst ist frei, seinen Taufnamen oder einen anderen Namen als Papstnamen zu wählen. Wenn der Name zum ersten Mal gewählt wird – wie bei Franziskus – wird keine römische Ordnungszahl dazugestellt, danach heißt es I. / II. / und so weiter.

Die Liste der Päpste zählt derzeit 81 Namen, davon sind mehr als die Hälfte nur ein einziges Mal benutzt worden. Am beliebtesten waren in der Kirchengeschichte bisher die Papstnamen Johannes, der auf Johannes, den Täufer zurückgeht (23-mal), Gregor und Benedikt (jeweils 16-mal).
Die ersten Päpste behielten ihren Taufnamen bei. Erst als 533 ein Mercurius Papst wurde, der den Namen eines römischen Gottes trug, änderte er seinen Namen zu Johannes II., nachdem ein auf den Namen Johannes getaufter bereits vor ihm Papst war. Um die erste Jahrtausendwende wurde es üblich, den Taufnamen zu ändern, auch um auszudrücken, dass der Papst ein „anderer Mensch“ geworden sei.

Manche Päpste wollten mit der Wahl ihres Namens bestimmte Vorgänger oder Heilige ehren: Papst Franziskus den heiligen Franz von Assisi, Papst Benedikt XVI. neben seinem Vorgänger Benedikt XV. den Patron Europas, den heiligen Benedikt von Nursia. Papst Johannes Paul I. ehrte mit der doppelten Namenswahl die beiden Konzilspäpste Johannes XXIII. und Paul VI.

Die Namen der zwölf Apostel, der vier Evangelisten, der Erzengel oder des heiligen Joseph sind aus Respekt vor deren Bedeutung nicht gewählt worden; der heilige Papst Marcus (336) hieß mit Taufnamen schon so. Respekt gilt besonders für den Ehrennamen „Petrus“, der dem Simon von Jesus verliehen wurde. Ein Verbot, diesen Namen zu wählen, gibt es nicht. Aber Päpste, die mit Taufnamen Petrus hießen, änderten ihre Namen nach der Wahl.

Von Michael Kinnen