13.09.2011

Wie wurde das Monogramm IHS zum Jesuiten-Logo?

Wie und warum wurde das Monogramm der Namen-Jesu-Verehrung des Bernhard von Siena zum Logo des Jesuitenordens?
Anita Badke, 20359 Hamburg

 

Dem heiligen Bernhard von Siena werden zahlreiche Wunder zugeschrieben. So sei bei einer Predigt der Namenszug Christi in seiner griechischen Version IHS in einer Strahlensonne über seinem Haupt gesehen worden. Auch die Jesuiten haben das IHS als Logo. Aber wie hängt das zusammen?
Zunächst: Wie der Kirchengeschichtler und Jesuit Klaus Schatz auf Anfrage mitteilt, ist das IHS nie offiziell zum „Wappen des Jesuitenordens“ geworden. Allerdings gebrauchte es Ordensgründer Ignatius von Loyola als sein Siegel als Generaloberer. Möglicherweise hat er schlicht ein Logo mit dem Namen Jesu gesucht und dabei, so vermutet der Jesuit Lutz Hoffmann, auf etwas Vorhandenes zurückgegriffen: „Mit Plagiaten nahm man es damals nicht so genau.“
Als Siegel des Generaloberen fand das Zeichen Verbreitung in Büchern und noch mehr in Kirchen, Altären und Häusern der Jesuiten. Es hatte verschiedene Formen und Ausschmückungen – mal mit Strahlenkranz, mal ohne; mal mit drei Nägeln unterm IHS, mal mit einem Herzen, mal mit einem Halbmond, mal mit Kreuz, mal ohne alles. Das Zeichen wurde auch nie exklusiv für die Jesuiten gebraucht. So ist ein IHS in einer Kirche häufig ein Indiz, dass sie einmal eine Jesuitenkirche war, aber es muss nicht sein.
Zur Bedeutung des IHS gibt es verschiedene Auslegungen. Zunächst war es ein griechisches Kürzel für Jesus (Jota, Eta, Sigma, also J, E und S). Später wird es aber auch gedeutet als Kürzel für „Iesus Hominum Salvator“ (Jesus, Mensch und Retter). Lutz Hoffmann verweist darauf, dass in einigen Varianten drei Nägel, Herz und Halbmond in der Form einem „V“ ähneln. „Wenn man dann noch das Kreuz hinzuzieht, das manchmal über dem H steht, dann ist meine bevorzugte Übersetzung dieses Zeichens: In Hoc Signo Vinces – in diesem Zeichen wirst du siegen.“ Das ist der Satz, den Kaiser Konstantin in einer Vision hörte, und auf den hin er die Legionsadler gegen Kreuze austauschen ließ.
Susanne Haverkamp