04.03.2016

Anfrage

Wie trägt man eine Fahne richtig in die Kirche?

Immer wieder tut sich die Frage auf, wie die Fahne (zum Beispiel kfd, Landjugend ...) in die Kirche getragen wird: nach vorn, Spitze voraus? Oder rückwärts über die Schulter. In unserer Pfarreiengemeinschaft ist das immer ein ziemliches Durcheinander. K. W., 49838 Gersten

Wenn man Ihre Frage weitergibt, ist die Antwort erstmal: „Oh ...“. Das Problem: Es gibt keine allgemeinen Regeln.

Der Osnabrücker Domküster Rolf Beßmann erlebt Fahnen bei großen Gottesdiensten oder etwa bei Beerdigungen eines langjährigen Verbandsmitglieds. „Dann wird die Fahne rückwärts über die Schulter in die Kirche getragen.“ Vor dem Altar bleiben die Träger stehen „und altgediente Kenner schwenken sie“. Während des Gottesdienstes stehen die Fahnenträger seitlich hinter dem Altar, und zur Wandlung wird die Fahne geneigt. Wo das steht? „Weiß ich nicht, das machen wir einfach so.“

Domzeremoniar Martin Rohner schaut extra ins „Zeremoniale“. „Hier kommen Fahnen überhaupt nicht vor“, sagt er. Wo Weihrauch oder Kerzen stehen, klar, aber nichts von Fahne. „Das ist einfach keine liturgische Größe.“ Wichtig wäre ihm deshalb nur Einheitlichkeit. Und eine gewisse Zurückhaltung. „Im Mittelpunkt der Messe stehen Altar und Ambo. Da gehören die Fahnen in den Hintergrund.“ 

Eben weil es nichts Offizielles gibt, hat sich der katholische „Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften“, in dem Fahnen traditionell eine große Rolle spielen, feste Regeln gegeben. Dort heißt es unter anderem: „Die Fahne wird vom Fähnrich getragen und von zwei Fahnenjunkern begleitet ... Die Fahne wird beim Einmarsch in die Kirche nach vorne richtend getragen (ca. 45°) ... Die Fahne beschreibt vor dem Altar ein Kreuzzeichen ... Die Fahne wird bei der Wandlung waagerecht nach vorne gehalten ... Die Fahne wird beim Ausmarsch aus der Kirche senkrecht an der rechten Seite getragen ... Fähnrich und Fahnenjunker stehen am Altar. Fähnrich und Fahnenjunker behalten am Altar die Kopfbedeckung auf ...“

So machen es die Schützen; was Ihre Gemeinde macht, ist Vereinbarung. Nur: Einheitlich und zurückhaltend soll es sein.

Von Susanne Haverkamp