26.07.2012

Kinderwallfahrten ermutigen Mädchen und Jungen, miteinander zuverlässig umzugehen und so Gott zu erfahren

Wie Rut, Noomi und Boas

Rund 1300 Kinder haben an den diesjährigen Kinderwallfahrten des Bistums Magdeburg in Bad Schmiedeberg, auf der Huysburg, in Stendal und Roßbach teilgenommen.

Boas, Rut und Noomi

„Mit mir kannst Du rechnen – auf mich kannst Du zählen“. So waren die Kinderwallfahrten des Bistums Magdeburg in diesem Jahr überschrieben. Das Vorbereitungsteam griff damit das Thema der Religiösen Kinderwoche (RKW) auf, bei der es um die biblische Geschichte (Buch Rut) von Rut, ihrer Schwiegermutter Noomi und Boas geht. (Tag des Herrn berichtete). Von Schülern gespielt traten denn auch Rut, Noomi und Boas beim Wallfahrtsgottesdienst und im Theaterstück am Nachmittag auf. Zunächst berichteten Rut und ihre Schwiegermutter Noomi in der Eucharistiefeier davon, wie sie aus dem Gebiet Moab nach Betlehem zogen und dort in Boas einen guten Freund fanden und Rut später sogar einen neuen Ehemann.

In seiner Predigt machte Bischof Gerhard Feige den Mädchen und Jungen an der alttestamentlichen Geschichte deutlich, wie schön und wichtig es ist, sich auf Eltern, Geschwister und Freunde, auf Nachbarn und Mitchristen in der Gemeinde verlassen zu können. „An der Verlässlichkeit von Mitmenschen wird auch besonders gut die Verlässlichkeit Gottes gegenüber den Menschen deutlich“, betonte der Bischof. Feige verglich die gegenseitige Verlässlichkeit mit einem Tau, dessen viele Fäden zusammen ein großes Schiff am Ufer halten können, selbst wenn ein Sturm tobt. „Genauso sind wir aufeinander verwiesen. Wenn wir nicht nur auf uns, sondern auch auf die anderen achten, wird Gott richtig erfahrbar“, so der Bischof zu den jungen Wallfahrern.

Mädchen und Jungen bringen in Schalen und Kännchen Hostien und Wein zum Altar. Bischof Gerhard Feige lässt sich Wein in den Kelch gießen.

Auch im spielerisch geprägten Zwischen-progamm nach der Mittagspause wurde das Thema aufgenommen. Unterstützt von den Kindern mussten deren Begleiter bei einem großen „Spiel ohne Grenzen“ den Weg von Moab nach Bethlehem zurücklegen wie einst Rut und Noomi.

Im Theaterstück zum Abschluss sollte die Verbindung der Erfahrungen von Rut und Noomi mit dem Heute deutlich werden: Rut (Franziska Janßen (13) aus Köthen): „Die Kinder lernen in unserem Stück, sich aufeinander zu verlassen wie es auch das Motto der Wallfahrt sagt: „Mit mir kannst du rechnen – auf mich kannst du zählen.“

In dem Stück ging es um zwei Kinder eines Archäologen-Paares. Während die Eltern zu Ausgrabungen in Betlehem sind, will Herr Nebah auf sie aufpassen. Doch eigentlich will er nur eins: seinen Besitz vergrößern. Bei einem Museumsbesuch geraten die Kinder unerwartet in die Zeit von vor dreitausend Jahren und begegnen Rut, Noomi und Boas. Dabei erleben sie: In dem sie sich wie die drei biblischen Personen gegenseitig verlässlich beistehen, können sie Igor, den Diener von Herrn Nebah (Herrn „Haben“) aus einem Fluch befreien und selbst wieder in die Gegenwart zu ihren Eltern finden.

Auch diesmal wurden die Wallfahrten von einem Team junger Leute mitgestaltet, die sich über Wochen hinweg mit den Kinderseelsorgern Matthias Slowik und Andrea Salzmann darauf vorbereitet hatten. Musikalisch wurden die Kinder von einer Band der Gemeinde Heilig Kreuz der Pfarrei Halle-Nord begleitet.

Die Wallfahrtskollekte kommt diesmal dem Kinderheim Janusz Korczak im polnischen Oswiecim (Auschwitz) zugute.

Eckhard Pohl