22.03.2012

Katholische Blogs gibt es viele - hier ein guter

Vom Grüßen auf Borkum

Was in Münster die Fahrradfahrer, sind im Internet die Blogger. Überall begegnen sie einem. Ob man will oder nicht. Katholische Blogs gibt es übrigens auch viele. Über manche kann man sich freuen, über andere nur wundern.

Startseite Bistumsblog
Die Startseite des Blogs des Bistums Osnabrück

Wenn man in Münster, der Fahrradhauptstadt Deutschlands, als Fußgänger unterwegs ist, dann ist eine Begegnung mit ihnen unausweislich. Den Fahrradfahrern. Da kannst du nichts machen. So ähnlich ist das im Internet mit den Bloggern. An Blogs kommst du heute irgendwie auch nicht mehr vorbei. Da kannst du auch nichts machen. Die begegnen einem unweigerlich. Beinahe überall.

Dabei gilt es gleich vorneweg zu sagen: Auf einen Blog zu stoßen, dieses Kind des Internets und diese Mischung aus öffentlichem Tagebuch und Journal, ist per se kein negatives Erlebnis. Besser gesagt, muss keines sein. Nein, das kann sogar im Gegenteil eine bereichernde Erfahrung sein, weil der Blog richtig gute Gedanken enthält, weil er einen informiert oder weil er einen gut unterhält.

Tiefe Einblicke in das katholische Inselleben

Blog Jodi
Der Blog Jodi vom Inselleben auf Borkum

Wie das zum Beispiel der Blog des Bistums Osnabrück macht. Besonders zu empfehlen: der Blog von „Jodi“ über ihr katholisches Inselleben auf Borkum. Witzig, kurzweilig und stilistisch klar geschrieben, bekommt der Festländer tiefe Einblicke in das entschleunigte Inselleben und sein seelisches Innenleben. Von großer, geradezu immanenter Bedeutung auf Borkum ist zum Beispiel das permanente Grüßen. Bei der Bloggerin Jodi liest sich das so

„Ich möchte Sie mit einer liebenswürdigen Eigenheit eines kleinen Völkchens von einer fernen Insel bekanntmachen: dem Grüßen als Geste.
Bei uns ist es Sitte, immer jeden zu grüßen, den man, wie flüchtig auch immer, kennt. Sie haben jemand dreimal beim Einkaufen gesehen? Damit kennen Sie ihn.
Hauptsache grüßen. Auch wenn man die Person schon zigmal am Tag gesehen oder mit ihr zusammen gearbeitet hat. Hauptsache grüßen. (...)
Vor allem wenn sie gegrüßt werden, auf jeden Fall gnadenlos zurückgrüßen. Der gute Borkumer grüßt aus Reflex. Alles und jeden.“

Der Bistumsblog aus Osnabrück ist sicherlich ein Beispiel dafür, wie ein guter katholischer Blog aussehen kann. Nicht zu unterschlagen: Auch Bischof Franz-Josef Bode bloggt hier lesenswert. Seit Juni 2010, als einer der ersten deutschen Bischöfe, schreibt er über persönliche Erlebnisse in die weiten Sphären des Internets.

Katholischer Blog ist nicht gleich katholischer Blog

Katholische Blogliste
Die Liste der katholischen Blogs

Aber nicht jeder Blog ist eine bereichernde Erfahrung – leider auch nicht jeder vornehmlich katholische. Im Netz findet sich eine lange Liste der unterschiedlichsten, deutschsprachigen katholischen Blogs. Über 300 sind aufgeführt. Die Liste reicht vom "Annuntiator"-Blog  über den Misereor-Blog bis zum Blog "Zölibat & Mehr". Doch Vorsicht: Die Betonung liegt auf unterschiedlichste Blogs. Denn das Einzige, was viele dieser Blogs eint, ist, dass sie sich alle katholisch nennen. Katholisch zugehen, das heißt, das hier eine von christlicher Nächstenliebe geprägte Atmosphäre herrscht, muss es auf vielen der aufgeführten Blogs deshalb noch lange nicht. Nicht andächtig oder liebevoll wird da geschrieben, sondern wütend, polemisch, aggressiv.

Aber Gott sei Dank ist es bei den Blogs im Internet so wie mit den Fahrradfahrern in Münster. Man kann ihnen auch aus dem Weg gehen und sie getrost und unbekümmert an einem vorbeifahren lassen.

Ihr Webreporter Daniel Gerber