18.07.2012

Wie verbringt der „gute Katholik“ seine Ferientage? Fünf unvollständige Antworten

So geht Urlaub auf katholisch

In der Bibel taucht der Begriff „Urlaub“ (Koh 8,8) nur ein einziges Mal auf.  Und auch im Katechismus der katholischen Kirche spielt er nicht gerade eine tragende Rolle. Dennoch: Auch der Katholik darf und soll Urlaub machen. Wie das am besten christlich-katholisch geschieht? Eine unvollständige Antwort ...

 

Für katholische Naturliebhaber:

 

Pilgern geht als Katholik immer. Der Favorit – der Jakobsweg. Seit 1993 ist der Weg zum Grab des Apostels Jakobus UNESCO-Welterbe. Zählte der Weg 1970 noch 68 Pilger, waren es 2010 über
270 000. Auch die Kreuzfahrer ins Heilige Land galten übrigens als Pilger. Heutige pilgernde Urlauber aber aufgepasst: Schwert, Lanze und Ähnliches unbedingt daheim lassen. Die Zeiten sind auch für Katholiken vorbei ...

Für den suchenden Katholiken:

 

Immer beliebter: Urlaubstage im Kloster. Fernab der lauten Welt finden viele Menschen hier die nötige Ruhe und Tiefe, um Kraft für den Alltag zu tanken und Gottes Nähe wieder zu spüren. Manches Kloster nimmt es da schon mit Vier-Sterne Hotels auf: Das Angebot reicht da von der  Aroma-Massage über die Morgen-Laudes um 3.00 Uhr bis zum Yoga-Kurs. Der ist dann aber nachmittags.

Für den aktiven Katholiken:

Ist natürlich die katholische Ferienfreizeit ein Muss. Klassisch mit Lagerfeuer und Luftmatratze im Zeltlager oder die luxuriösere Variante auf der Hütte mit Etagenbetten und fließend Warmwasser oder ganz hipp beim Segeltrip in Holland. Wichtig für jeden Freizeiten-Urlauber, ob groß oder klein: unbedingt noch einen Urlaubstag danach mit einplanen, um ziemlich wahrscheinliche Schlafdefizite auszugleichen.

Für katholische Kulturliebhaber:

Ein Katholik macht nie etwas verkehrt, wenn er einen Kultururlaub macht, der ihn in religionsgeschichtlich bedeutende Städte führt. Davon hat die katholische Kirche bekanntlich reichlich. Es muss auch nicht zwangsläufig Rom sein. Rottenburg oder Ravenna sind auch schön. Sowieso: Rom im Sommer ist zu heiß. Auf alte Spuren der Kirche stößt man in Europa allerorten. Und was gibt es Schöneres, als nach langem Spaziergang in einer Kirche die Ruhe zu genießen und den Beinen verdiente Erholung zu spenden?

Für die katholische Familie:

Nicht nur die Kirche hält das Ideal der Familie hoch, auch im Urlaub wird das – vielerorts mehr oder weniger erfolgreich – praktiziert.  Das Schöne am Urlaub ist ja, dass man Zeit für die Lieben hat. Besser, haben sollte. Verreist man als Familie, sollte natürlich auch auf die Umweltverträglichkeit geachtet werden. Bei einem Nordseeurlaub über 14 Tage in einer Ferienwohnung „produziert“ eine Person circa 258 kg Kohlendioxid. Durchaus klimafreundlich. Im Vergleich: Bei zwei Wochen Mexiko all-inclusive sind das schlappe 7218 kg. Also eher hiergeblieben. Auch in Deutschland soll ja ab und zu die Sonne scheinen. Wird jedenfalls gemunkelt.

Von Daniel Gerber