01.12.2014

Unterschied:Pastoral- und Gemeindereferent

Im kirchlichen Dienst gibt es Gemeinde- und Pastoralreferenten. Was ist der genaue Unterschied? U. S., Hellenthal

Beiden Berufsgruppen ist zunächst gemeinsam, dass es vergleichsweise junge hauptamtliche Laienberufe sind, die in ihrer heutigen Form im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils entstanden sind. Sie stehen Frauen und Männern offen, die auch verheiratet sein können. Beide Berufsgruppen werden außerdem vom Bischof für ihren Dienst gesendet, meist in einem feierlichen Pontifikalgottesdienst.

Zu den Unterschieden: Pastoralreferenten haben einen Universitätsabschluss in Theologie und eine mehrjährige pastorale Zusatzausbildung – ebenso wie auch die Priester. Gemeindereferenten haben meist eine religionspädagogische Qualifikation etwa an einer Fachhochschule und eine gemeindepraktische Ausbildung durchlaufen. Durch die unterschiedliche Ausbildung und Qualifikation unterscheidet sich das Gehalt von Pastoral- und Gemeindereferenten.

Von den Arbeitsfeldern her sollen Pastoralreferenten vor allem in der sogenannten „kategorialen Seelsorge“ wie im Krankenhaus, in Gefängnissen, Altenheimen oder in einer bischöflichen Verwaltung eingesetzt werden. Gemeindereferenten arbeiten dagegen vornehmlich in der Gemeinde, zum Beispiel in der Vorbereitung von Erstkommunion und Firmung oder in der Seniorenarbeit. 

In den letzten Jahren haben sich die Aufgabenfelder allerdings zunehmend vermischt: Gemeindereferenten arbeiten zum Beispiel auch in der Verwaltung, Pastoralreferenten werden auch in der Gemeindeseelsorge eingesetzt, bis hin zum Beerdigungsdienst und Ähnlichem mit Ausnahme der Sakramentenspendung. So entsteht auch bei den Gemeindemitgliedern bisweilen Verwirrung über die Aufgaben und Unterschiede – auch über die Unterscheidung zu Priestern und Diakonen. Das kann zu Unzufriedenheit und Konflikten führen, wenn es nicht entsprechend erklärt wird. 

Michael Kinnen