23.06.2016

40 Jahren Dreifaltigkeitsliederhefte

Songs für lebendiges Christsein

Berlin/Dresden/Erfurt/Görlitz/Magdeburg. Seit vier Jahrzehnten geben Engagierte jährlich ein Heft mit 20 aktuellen geistlichen Liedern heraus, um damit besonders jungen Menschen dabei zu helfen, ihren Glauben zu leben.

Andreas Bayer (Bistum Dresden-Meißen), Alexander Bothe (Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, Düsseldorf), Christoph Kießig (Erzbistum Berlin), Daniel Kaufhold (Bistum Erfurt) und Ansgar Pohl (Bistum Magdeburg) haben die Zusammenstellung der „Songs 2016“ besorgt. Foto: privat

„Singt dem Herrn alle Völker und Rassen“, „Meine Zeit steht in deinen Händen“ und das „Irische Segenslied“ sind bekannte und geschätzte Neue Geistliche Lieder (NGL). In den Ostbistümern Deutschlands sind sie durch das sogenannte „Dreifaltigkeitsliedheft“ verbreitet und bekannt geworden.
Der 40. Geburtstag des besonderen, aber wohl eher unterschätzten Liedhefts kann in diesen Tagen gefeiert werden. In den vergangenen 40 Jahren wurden damit über 870 Lieder herausgegeben – Songs, die Maßstäbe in der pastoralen Jugendmusik des Ostens gesetzt haben. So sind die vielen Neuen Geistlichen Lieder des Gotteslobs in der Ausgabe „Region Ost“ bereits vor vielen Jahren in den Dreifaltigkeitsliedheften erschienen und haben sich in den Gemeinden etabliert.

Zeitgemäße Lieder für Gruppen und Gemeinden
Bis heute werden jedes Jahr zirka 20 Lieder rund um das NGL im Dreifaltigkeitsliedheft publiziert, vornehmlich für die musikalische Jugendarbeit in den Diözesen der neuen Bundesländer. Gerade ist die Jubiläumsausgabe mit dem Titel „Wohin sonst“ erschienen.

Der ungewöhnliche, aber tradierte Name des Hefts geht auf den ursprünglichen Bekenntnissonntag der Jugend, den Dreifaltigkeitssonntag, zurück. Die widrigen Umstände der deutsch-deutschen Teilung und der Repressalien gegenüber der Kirche in der DDR erforderten gerade hier andere Wege, NGL für Jugendgruppen (einschließlich Chören und Bands) zugänglich zu machen. Eine eigene NGL-Szene im Sinne entsprechender fester Arbeitskreise in den Diözesen entstand im Bereich der Kirche in der DDR nicht.
In den Bistümern der alten Bundesrepublik hingegen begann man Ende der 50er Jahre vielerorts, NGL zu schreiben. Kirchenbands gründeten sich und Jugendchöre erfreuten sich großer Beliebtheit. Der Bedarf an zeitgemäßen Liedern im und um den Gottesdienst stieg, unter anderem auch befeuert durch das Zweite Vatikanische Konzil: So wurde endgültig die Muttersprache als Liturgiesprache zugelassen und die Beteiligung der Gemeinde am Gottesdienst betont. Demzufolge entstanden viele neue Lieder aus dem Kirchenvolk heraus, verbunden mit zum Teil popularmusikalischen Merkmalen. Im Osten Deutschlands, wo nur wenige solcher Lieder entstanden, verbreiteten sich zunächst und lediglich unter der Hand einzelne Songs von Peter Janssens und anderen Kreativen. Der Bedarf war aber auch hier groß. Durch den sozialistischen Staat war ein ungehindertes Verbreiten beziehungsweise Publizieren
reglementiert. Die Bischöfe und die Apostolischen Administratoren in der DDR brachten Struktur in das Bedürfnis an neuen Liedern, in dem sie ein Liedheft für die Jugend zum Dreifaltigkeitssonntag in Auftrag gaben. So begann man, sie im jährlichen Turnus innerkirchlich zusammenzustellen und zu verbreiten. Die Liedhefte waren überwiegend mit importierten Liedern aus dem Westen gefüllt.

Ein Team stellt jährlich die „Songs“ zusammen
Nach der Wende wurde an dieser guten Liedheft-Tradition festgehalten. Nur der Name des Hefts wurde in „Songs“ geändert. Die Herausgeberschaft übernahm die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge (afj) der deutschen Bischofskonferenz in Düsseldorf. Die Aufgabe, jährlich 20 brauchbare Lieder für die Jugendarbeit der Ostbistümer zu publizieren, blieb. Jedes Jahr trifft sich dazu ein Team aus ehrenamtlichen, kirchenmusikalischen und pastoralen Vertretern der fünf Ostbistümer mit Alexander Bothe, dem Referenten für Ministrantenpastoral und liturgisch-kulturelle-Bildung der afj, um ein neues Heft zu erstellen. Zirka 50 Lieder werden dafür gesichtet, Arbeitsaufträge verteilt und über inhaltliche Dinge diskutiert, gerungen und entschieden.
Besonders an den Heften ist auch ihre regelmäßiges Herausgabe, ihr unabhängiges Enstehen und der günstige Preis. Jedes Jahr erscheinen so 20 neue Lieder zur Verwendung bei Jugend- und anderen Gottesdiensten, Freizeiten, Firmungen und sogar Lieder für Chöre. Wer über Jahre hinweg sammelt, bekommt einen guten Fundus an erprobten Liedern zusammen. Die musikalische Arbeit in der Pastoral wird damit erleichtert. Ein Blick in die aktuellen Hefte genügt, um schnell passende Lieder zu finden. Wer eine Hörprobe dazu braucht, kann im Internet (www.verlag-haus-altenberg.de/hoerproben/Songs2016) auf die eigens dazu produzierten Hörbeispiele zurückgreifen.

Das neue Heft „Wohin sonst“ kann neben älteren im Düsseldorfer Verlag Haus Altenberg oder bei den Diözesanreferaten der Jugendseelsorge bezogen werden.

Von Daniel Kaufhold / tdh