04.05.2017

Helferteam im Erzbistum Berlin

Papstbesuch und Kirchentag

Wo viele Menschen zusammenkommen, braucht man Helfer in der Organisation. Philipp Ploog hat eine ganze Liste von ihnen für Einsätze im Erzbistum: Er koordiniert ehrenamtlich einen Stamm von 65 Freiwilligen.


Gut organisiert: Helfer sprechen sich vor der zentralen Fronleichnamsprozession mit Dompfarrer Arduino Marra ab.  Foto: Julia Charpentier


Fronleichnamsprozession, Bußgang der Katholiken, Caritas-Pastoral-Tag oder Bistumswallfahrt:  Wer in den letzten Jahren an einer Großveranstaltung des Erzbistums Berlin teilgenommen hat, konnte meist die Helfer in den gelben T-Shirts oder Regenjacken nicht übersehen. Was viele nicht wissen: Sie ordnen, helfen und unterstützen komplett ehrenamtlich. Trotzdem haben sie den Anspruch, dabei möglichst professionell zu sein.
Koordiniert werden die Einsätze der Freiwilligen von einem Team um Philipp Ploog. Der Polizist lässt sich aus seiner beruflichen Erfahrung inspirieren, was die Organisation der jeweils aktiven Gruppe angeht: „Natürlich immer in dem Bewusstsein, dass das keine Polizeieinsätze sind“, schmunzelt er. Dennoch: Ausgestattet mit Sprechfunk für eine schnelle und den Veranstaltungsablauf wenig störende Kommunikation und mit einer detaillierten Einsatzplanung erreichen die Helfer mittlerweile einen gewissen Grad an Beliebtheit für Großtermine, die vom Erzbischöflichen Ordinariat (EBO) organisiert werden. Darüber hinaus helfen sie auch schon einmal anderswo: „Beim Evangelischen Kirchentag werden wir auch dabei sein, und sogar für die Deutsche Bischofskonferenz hatten wir schon einmal einen kleinen Einsatz“, erzählt Ploog.
Dabei hat seine Liste von 65 Helfern, die er bei Einsatzwünschen anfragen kann, einen eher kleinen und unspektakulären Anfang genommen: „2010 wurde ich gebeten, für die Nacht der Lichter im Berliner Dom einen Kirchendienst auf die Beine zu stellen“, erinnert sich Philipp Ploog. Er fragte einige Personen aus seinem Bekanntenkreis, überlegte sich eine Einsatzstruktur und organisierte die Anmietung von Sprechfunkgeräten.

Beim Papstbesuch die Ministranten koordiniert
Einen weiteren Einsatz, der dann gleich von sehr großem Charakter war, hatte er im darauffolgenden Jahr durch seine damalige Tätigkeit im Arbeitskreis Ministrantenpastoral des Erzbischöflichen Amts für Jugendseelsorge: „Beim Papstbesuch von Benedikt XVI. in Berlin haben wir mit 25 Helfern bei der Messe im Olympiastation den Einsatz von 1600 Ministranten koordiniert“, erzählt Ploog – und schnaubt noch bei der Erinnerung: „Das war ein Kraftakt.“
In Farbblöcken habe man die vielen Jugendlichen aus dem ganzen Bundesgebiet als kleinere Gruppen organisiert, aus diesen heraus dann erfahren aussehende Ministranten als Ko-Helfer engagiert – und dann sei am Ende alles gut gegangen. „Danach hatten wir erst einmal zwei Jahre Pause, es gab nur einige wenige Einsätze mit kleineren Teams“, sagt der engagierte Katholik Ploog.
In dieser Zeit seien bei ihm aber immer wieder Anfragen der Helfer eingegangen, ob es nicht einmal wieder ein größeres Projekt gebe. Im Gespräch mit EBO-Mitarbeitern entstand dann die Idee, einen Helferstamm zu organisieren, der beim Bußgang der Katholiken und bei der zentralen Fronleichnamsprozession unterstützen könnte. „Mittlerweile“, so Ploog, „gehören diese Veranstaltungen zu den festen Terminen in unserem Kalender.“
Für ihn steht fest: „Egal, was wir bei den Einsätzen machen, ob wir Rollstühle schieben, Liederhefte austeilen oder als Ordner fungieren – es steht alles unter der Überschrift ‚Einladen und willkommen heißen‘.“ Zum Schutz der Helfer schließt er bestimmte Einsatzgebiete aus: „Wir machen keine Securitydienste und regeln nicht den Straßenverkehr.“

Ziel: Einen guten Dienst leisten und Spaß haben
Aus dem gleichen Grund seien auch die vorher abgesprochenen Aufgabenbereiche verbindlich: „Wenn wir für den Kirchendienst angefragt wurden, schleppen wir nicht spontan noch Bierzeltgarnituren.“ Schließlich habe er eine Verantwortung für die Helfer, setze auch Minderjährige ein und plane auch mit den Fähigkeiten und Interessen der Beteiligten. Ausdrücklich lobt Ploog die Zusammenarbeit mit dem Erzbistum: „Das EBO unterstützt uns sehr gut in der Vor- und Nachbereitung und hilft, wenn nötig, auch in Konfliktsituationen.“ Das Ziel der Einsätze ist für ihn klar: „Einen guten Dienst leisten und Spaß dabei haben.“

Kontakt: info@erzbistumberlin.de

Von Cornelia Klaebe