09.06.2017

Herzstück der Zeitzer Ausstellung zu Bischof Julius Pflug

Mit einer Vision von der Einheit

Ein Herzstück der Zeitzer Ausstellung zu Bischof Julius Pflug und zur Ökumene ist der Dialograum der Konfessionen. Im Zentrum steht ein begehbarer Diamant als Symbol für das Ziel der Einheit der Christen.


Im Dialograum der Konfessionen weisen ausgestellte Bibelübersetzungen und theologische Schriften in entsprechend angeordneten Vitrinen von vier Seiten her auf die Raummitte. Dort steht ein begehbarer „Kristall“ (hier links im Bild), in dem eine Vision von Papst Franziskus zur Einheit der Kirche vorgestellt wird. | Foto: Eckhard Pohl

 

Bischof Julius Pflug (1499-1564), dem seit Pfingstsonntag in Zeitz die Ausstellung „Dialog der Konfessionen. Julius Pflug im Zeitalter der Reformation“ gewidmet ist, gilt als früher Ökumeniker. „Sein Vermächtnis ist ein steter Aufruf zum Dialog, zum respektvollen Umgang miteinander und zur Toleranz“ und damit zu Haltungen, wie sie heute mehr denn je vonnöten sind. So hieß es mehrfach auch bei der Eröffnung der Schau am Pfingstsonntag.
In der Ausstellung selbst ist neben den Exponaten und Ausführungen zu Pflugs Lebensgeschichte und zum christlich-religösen Leben in seiner Zeit, neben seiner 1000 Bände umfassenden, in Zeitz erhaltenen Privatbibliothek nicht zuletzt der Dialograum der Konfessionen ein Herzstück.

Was ist katholisch, was ist evangelisch
Hier werden zentrale christliche Gebetstexte, Bibelübersetzungen und die Sakramente im katholischen und evangelischen Verständnis vorgestellt. Anhand von Schriften und weiteren Exponaten werden zudem die Bemühungen um Verständigung zur Zeit Pflugs und die bis heute erreichten Übereinkünfte etwa hinsichtlich von Taufe und Rechtfertigungslehre nahegebracht. Was typisch evangelisch und katholisch ist, können Interessierte auch an zwei Bildschirmen erfahren, die sich in einem kleinen Beichtstuhl befinden. In einem weiteren Beichtstuhl gibt es augenzwinkernd Auskunft, zu welcher Religion und Konfession man selbst am besten passt.
Im Zentrum des Raumes findet der Besucher einen begehbaren „Glaskristall“ vor, der die angestrebte Einheit der Konfessionen visualisieren soll. In der vieleckigen Kugel sind Gedanken von Papst Franziskus und vom früheren Ökumene-Kardinal Walter Kasper im Blick auf das Ziel der Einheit zu hören. Kardinal Kasper fordert zu Mut und Geduld in den ökumenischen Bemühungen auf, die am Ende belohnt werden.
Papst Franziskus wird mit einer Vision von der Einheit zitiert: Danach kann es dabei nicht um ein Verständnis im Sinne konzentrischer Kreise um den Papst in Rom gehen. Vielmehr  müsse die Ökumene wie ein polygones, vielfältiges Gebilde gedacht werden, so Franziskus. Wenn es sich dabei um einen Edelstein handele, werde sich das darauffallende Licht darin in vielen Farben spiegeln.

Von Eckhard Pohl