06.04.2017

Eine von Papst Franziskus gesegnete Marienfigur machte in Berlin Station

Mit der Fatima-Madonna durch Berlin

Papst Franziskus hat sechs Marienfiguren geweiht, die anlässlich der Marienerscheinungen von Fatima vor 100 Jahren in aller Welt unterwegs sind. Eine der Figuren machte jetzt in Berlin Station.


Erzbischof Koch und zahlreiche Gläubige aus Berlin begrüßten eine der Madonnenfiguren, die anlässlich des 100. Jubiläumsjahrs der Marienerscheinungen von Fatima in der ganzen Welt unterwegs sind und jetzt in Berlin Station machte. | Foto: Tobias Klein


Zum 100. Jubiläumsjahr der Marienerscheinungen von Fatima hat Papst Franziskus sechs Nachbildungen der am Ort der Erscheinungen aufgestellten Statue Unserer Lieben Frau von Fatima geweiht. Diese Statuen sollen im Laufe des Jahres um die ganze Welt reisen. Eine der Madonnenfiguren traf am 1. April nach einer Rundreise durch die Diözesen Irlands in Berlin ein. Eine Gruppe von Priestern, die im Februar mit einer Pilgergruppe aus dem Erzbistum Berlin den portugiesischen Wallfahrtsort Fatima besucht hatten, hatte in Eigeninitiative eine feierliche Begrüßung der Pilgermadonna organisiert. Zur Teilnahme konnten sie auch Erzbischof Heiner Koch gewinnen.

Überraschend große Teilnehmerzahl
Ausgestellt wurde die Pilgermadonna zunächst in der ältesten nachreformatorischen Marienkirche Berlins, der Kirche St. Marien am Behnitz im Ortsteil Spandau. Die Kirche wurde 1848 geweiht, befindet sich seit 2001 in Privatbesitz und wurde aufwendig restauriert. Am Samstagnachmittag wurden hier die Feierlichkeiten zu Ehren der Muttergottes von Fatima mit einem mehrsprachigen Rosenkranzgebet eröffnet, gefolgt von einer Ansprache von Erzbischof Koch und der Krönung der Madonnenfigur. Da die Kirche bei Weitem nicht genügend Plätze für alle Teilnehmer hatte, sammelten sich zahlreiche Gläubige auf dem Vorplatz.
Von der Marienkirche am Behnitz wurde die Pilgermadonna in einer rund einstündigen Prozession durch die Spandauer Altstadt getragen – begleitet von Gebet und Gesang der Gläubigen und interessiert beäugt von Passanten und den Gästen der Straßencafés. „Viele Menschen in dieser Stadt sind gar nicht unbedingt Atheisten“, merkte Erzbischof Koch an. „Sie wissen bloß einfach nichts über unseren Glauben. Aber dass wir gebetet haben, das haben sie verstanden.“ Laut Schätzungen der Veranstalter nahmen insgesamt rund 750 Personen an der Prozession teil. „Mit so vielen Menschen hatten wir gar nicht gerechnet“, verriet einer der Organisatoren. Besonders stark vertreten waren die polnische Gemeinde Berlins sowie der Diözesanverband des Kolpingwerks.

„Wir müssen den Sprung des Glaubens wagen“
Ihren Abschluss fand die Prozession in der Spandauer Pfarrkirche Maria Hilfe der Christen, wo Erzbischof Koch mit den Gläubigen ein Pontifikalamt als Vorabendmesse zum Fünften Fastensonntag feierte. Die Botschaft von Fatima, so betonte er in seiner Predigt, zeige, dass Gott uns nicht allein lässt: „Er leidet mit, er lebt mit, er liebt mit.“ Zugleich mache diese Botschaft auch deutlich: „Wir werden Gott nur erfahren, wenn wir an ihn glauben. Wenn wir wagen, uns auf ihn einzulassen. Den Sprung des Glaubens – den Gehorsam des Glaubens wagen.“ Zum Abschluss spendete Erzbischof Koch den Anwesenden einen Segen mit einem Reliquiar der im Jahr 2000 selig gesprochenen Seherkinder von Fatima, Jacinta und Francisco Marto. An die heilige Messe schloss sich eine von der Polnischen Mission organisierte Eucharistische Anbetung an. Die Kirche blieb die ganze Nacht hindurch geöffnet.
Am Sonntag wurde die Fatima-Pilgermadonna im Anbetungskloster St. Gabriel sowie in der Heilig-Geist-Kirche in Berlin-Westend, dem Sitz der philippinischen Gemeinde, ausgestellt. Von dort aus reist die Statue Unserer Lieben Frau von Fatima weiter nach Bayern und dann nach Österreich.

Von Tobias Klein