01.10.2015

Erzbischof Koch beim Katholikentag Vorpommern

Bischofssitz auf Rügen wäre toll

Greifswald. 300 Besucher haben die Organisatoren von St. Joseph zum Katholikentag Vorpommern in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald erwartet.

Der Kinder- und Jugendchor von St. Joseph führte zusammen mit einer kleinen Band das selbstverfasste Musical „Josef“ auf. Ganz links sitzt Jonathan Muth in der Titelrolle mit gefesselten Händen. Foto: Anja Goritzka


Tatsächlich sind sogar fast 500 Gläubige von Rügen, Usedom, Pasewalk und aus Demmin am 26. September zum Pontifikalhochamt in die evangelische Kirche St. Jacobi gekommen. Alle wollten ihren neuen Erzbischof Heiner Koch sehen, der nach einem Termin in Brandenburg nach Greifswald weiterreiste. „Ich kenne Vorpommern durchaus, da ich hier oft Urlaub gemacht habe“, erzählte dieser nach der gemeinsamen Messe und erhielt reichlich Applaus, als er humoristisch hinzufügte: „Ich hatte mir im ersten Moment auch gedacht, meinen neuen Bischofssitz nach Rügen oder Usedom zu verlegen.“
In der Predigt griff er seine Devise aus dem Philipperbrief „Freut euch allezeit! Der Herr ist nahe“ auf und betonte: „Der erste Satz ist schon unerhört. Man soll sich auf Kommando freuen. Das geht kaum. Doch gerade der zweite Satz macht uns klar: ER ist da, in unserer Gemeinde, in unserer Kirche, in frohen und in schweren Stunden. Gott ist nahe und bleibt, egal, was geschieht.“

Bischofsmütze mit fünf Buchstaben
Besondere Aufmerksamkeit erhielten indes die Kinder unter den Gläubigen am Ende der katholischen Messe in der evangelischen Kirche. So durften sie alle nach vorn gehen und Erzbischof Heiner Koch erzählte ihnen, welche Zeichen ihn als Bischof auszeichnen. Er erklärte ihnen den Hirtenstab, den er dabeihatte und auch seine Kette mit der dunkelblauen Jacobsmuschel und seine unterschiedlichen Kopfbedeckungen: „Merkt euch, das ist eine Mitra. Das wird oft in Kreuzworträtseln gefragt und meist kommt keiner darauf.“
Vor der Abschlussmesse bot das alle zwei Jahre stattfindende Treffen der vorpommerschen Katholiken in der Diaspora viel Raum für Gespräche und Begegnungen. Während die Jugendlichen mit der BDKJ-Referentin für Vorpommern, Jessica Kock, via Geocaching Greifswald erkundeten, erfuhren erwachsene Interessierte, die nicht nur aus Vorpommern in die Hansestadt kamen, bei einer Stadtführung des Gemeindemitglieds Ruth Birdline mehr über die Universitätsstadt an der Ostsee. Andere tauschten sich im Gemeindehaus von St. Joseph über den alttestamentarischen Josef und über Joseph den Zimmermann, den Mann Mariens, aus. Denn diese beiden und der Slogan „Gott, träumst du?!“ bildeten das Motto, unter dem der Dekanatstag Vorpommern in diesem Jahr stand. Das Kinder- und Jugend-Musical „Josef“, das die Geschichte Josefs aus dem Alten Testament erzählte, wurde begeistert umjubelt. Hatten sich Leiterin Ellinor Muth und ihr junges Ensemble doch einiges ausgedacht: So sollten die Zuschauer bei dem Lied „Gefängnis“ mit ihren Schlüsselbünden klappern, um so das Geräusch der Gefängnisketten nachzuahmen. Das Musical „Josef“ wird am 10. Oktober um 15 Uhr noch einmal bei der Feier zum 100-jährigen Bestehen von Maria Rosenkranzkönigin, der katholischen Kirche in Demmin, aufgeführt.

Rompilger bekamen ihre Pilgerpakete
Danach bot die katholische Kirche St. Joseph Raum für Anbetung, während in der evangelischen Kirche St. Jacobi die Beichte möglich war und sich auf dem Pfarrhof rund um St. Joseph die Gläubigen bei gutem Essen und Kaffee austauschen konnten.
Auch die Rompilger erhielten hier an einem Stand ihr Pilgerpaket vom Bistum. Andere konnten in Büchern der Buchhandlung Sonnenschein blättern, faire Schokolade vom Greifswalder „Eine Welt“-Laden erstehen oder sich über die Geschichte der Loitzer Märtyrerin Brigitte Irrgang informieren.

Von Anja Goritzka und Alexandra Wolff