04.06.2014

Ist das "Halleluja" an Pfingsten liturgisch korrekt?

Mit der Vesper endet am Pfingstsonntag die Osterzeit. Ist es eigentlich liturgisch korrekt, nach dem Schlusssegen noch das Halleluja anzuhängen? M. W.-P., Osnabrück

Ja, das ist „korrekt“ und außerdem auch stimmig. Das nach dem Schlusssegen an den Entlassruf – zum Beispiel „Singet Lob und Preis. Dank sei Gott dem Herrn“ – angehängte Halleluja zählt zur Vesper und gehört damit in die Osterzeit.

Anders wäre es am Pfingstmontag, der nicht mehr zur Osterzeit gezählt wird, sondern als zweiter Festtag des Pfingstfestes eine eigene Bedeutung hat. Im Unterschied zum Weihnachts- und Osterfestkreis kennt das Kirchenjahr in der gültigen Zählung jedoch keinen eigenen „Pfingstfestkreis“. Übrig geblieben ist zwar noch ein zweiter Festtag, wie er auch an Weihnachten (26. Dezember) und Ostern (Ostermontag) gefeiert wird. Aber der Pfingstsonntag selbst ist als so etwas wie der „große Oktavtag von Ostern“ (der Tag nach sieben mal sieben Tagen nach Ostern, also 50 Tage nach Ostern) der Abschluss der Osterzeit. Er ist also theologisch auf das Osterfest bezogen. Die Bezeichnung, dass Pfingsten das „Fest des Heiligen Geistes“ sei, verdeckt diese Beziehung zum Fest der Auferstehung etwas.  

Das Halleluja ist seit dem dritten Jahrhundert liturgisch unter anderem im Psalmengesang bekannt. Es wird auch in der Messe als Ruf vor dem Evangelium verwendet – mit Ausnahme der Fastenzeit. In der Osterzeit wird es in vielen Liedern aufgegriffen und auch dem Entlassruf „Gehet hin in Frieden – halleluja“ nach dem Schlusssegen angehängt. Es erinnert an den Freudenruf des Osterfestes: Halleluja, der Herr ist auferstanden!

Wenn Gott mit der Auferstehung den Tod besiegt und damit die letzte Grenze überwindet, dann sollte doch auch die Osterfreude nicht kleinlich und minutiös eingegrenzt werden. Das Halleluja am Ende der Pfingstvesper hat auch deshalb seine tiefe Berechtigung.

Von Michael Kinnen