18.08.2017

Anstoss 33/2017

Helianthus

Auch wenn wir die Sonne in diesen Tagen oft vermissen, so ist sie doch da und auch unsichtbar nah. Ja, wir sehnen uns im Sommer nach den Sonnenstrahlen, dass sie uns erwärmen und die Natur in ihrem Glanz erstrahlen lassen.


Es ist Sommer und die Zeit, in der ich gern in der Natur bin und das Grün und das Blühen der Blumen bestaune und darin die Größe und Schönheit Gottes erahne. Für mich gehören in diesen Tagen die Sonnenblumen dazu, die im Garten und auf den Feldern wachsen. Sie finden ihren Platz im Wohnzimmer, im Büro, im Flur, in der Kirche. Auch ich stelle sie in meinem Klosterzimmer und im Refektorium auf. Sie bringen etwas Sonne zu uns, auch wenn die Sonne draußen mal wieder nicht scheint.  Ihr Anblick bringt etwas Wärme, Licht und Sonne in mein und unser Herz.
Sonnenblume, griechisch „Helianthus“ kommt von der Wortverbindung „helios“ die Sonne und „anthos“ die Blume. Schon die Inkas kannten diese besonders schöne, prächtige Blume um 2500 v. Chr. und verehrten sie als Abbild ihres Gottes. Die Sonnenblume hat auch Texter und Dichter inspiriert, so auch Brigitte Frey, von der dieses nachfolgende Gedicht stammt:

Sonnenblume, gold´ner Stern,
darf ich tausendfach erblicken,
bist nicht wie die Sonne fern,
kannst die Seele mir erquicken,
kann auch sehen dich ganz nah,
doch leider bist du auch vergänglich,
bist für kurze Zeit nur da,
die Sonne hab ich lebenslänglich,
nie erlischt die helle Glut,
doch ich kann sie nicht berühren,
das käme mir nicht gut,
kann nur ihre Strahlen spüren,
ihre Wärme und ihr Licht,
das für uns die größte Wonne,
drauf verzichten könnt man nicht,
doch auch du strahlst wie die Sonne,
tausendfach auf Erden hier
und weil du gleichst der Himmelskönigin,
gab man ihren Namen dir
und jährlich einen Neubeginn.

Lassen wir etwas Sonne in unser Herz und verschenken wir etwas Sonne. Auch mit nur einer Blüte der Sonnenblume ist es möglich, Menschen und Gott zu danken und zu beschenken.

Pater Josef kleine Bornhorst, Dominikanerkloster St. Albert Leipzig