26.03.2014

Küstertag im Erfurter Bildungshaus St. Martin

Gotteslob, Islam und Arbeitsschutz

In Fragen der Religionsfreiheit und im Verhältnis zu den anderen Weltreligionen kann es kein Zurück hinter das Zweite Vatikanische Konzil geben.

Küster aus dem ganzen Bistum kamen in Erfurt zusammen. Foto: Holger Jakobi

Erfurt. Dies ist das Fazit, das Hubertus Staudacher beim diesjährigen Küstertag in der Erfurter Bildungsstätte St. Martin zog. Staudacher, für das Bistum Erfurt der einzige Islambeauftragte in einer der ostdeutschen Diözesen, sprach zum Thema „Wenn der Muezzin ruft – Was man vom Islam wissen muss“. Dabei ist die Situation in der Region sehr verschieden. Während es in Thüringen selbst nur etwa 2000 Muslime gibt, so sind es allein in Leipzig rund 7000, in ganz Sachsen 12 000. Für ganz Deutschland werde die Zahl von vier Millionen angenommen. Wobei all diese Zahlen geschätzt werden müssen, da es keine offiziellen Erhebungen gibt. Grundlage des Islam ist sein Glaubensbekenntis. Dieses lautet: Es gibt keinen Gott außer Gott und Mohammed ist der Gesandte Gottes. Jesus werde zwar als Prophet verehrt, seine Gottheit allerdings abgelehnt. Von daher spricht der Koran von Jesus, dem Sohn Mariens.
Hubertus Staudacher machte weiter deutlich, dass die heute in Deutschland lebenden Muslime im Land angekommen seien. Rückbindungen an ihre einstige Heimat seien nicht mehr so bedeutsam, wie noch für die vorherigen Generationen. Ein Zeichen dafür sei beispielsweise das muslimische Gräberfeld auf dem Erfurter Hauptfriedhof. Zugleich wies Staudacher auf die mangelnde Akzeptanz gegenüber den muslimischen Bürgern hin. Nicht wenige gehen von einer hohen Präsenz aus, so, als ob „sich hinter jeder Fichte des Thüringer Waldes wenigestens zwei Muslime verbergen.“
Ein weiteres Thema des Küstertages war das neue Gotteslob, als Buch der Gemeinde. Die Leiterin des Erfurter Seelsorgeamtes, Ordinariatsrätin Anne Rademacher, machte Mut, sich darauf einzulassen und die Möglichkeiten, beispielsweise des Stundengebetes, zu nutzen. Sie sagte: „Verbunden mit dem Gotteslob ist das Bild einer Kirche, die aus den Gemeinden heraus lebt und wächst. Es ist einfach eine große Chance.“
Aber auch der Arbeitsschutz kam beim Treffen wie gewohnt zur Sprache. Dabei ging es unter anderem um die Sicherheit von Kirchtürmen und Glockenträgern, die regelmäßig überprüft und gewartet werden müssen.

Holger Jakobi