20.04.2015

Gibt es geweihtes und ungeweihtes Leben?

An „Lichtmess“ wurde der „Tag des Geweihten Lebens“ gefeiert, 2015 ist zum „Jahr des Geweihten Lebens“ („Jahr der Orden“) erklärt worden. Gibt es auch „ungeweihtes“ Leben? W. F., per E-Mail

 

Mit „geweihtes Leben“ sind die Personen gemeint, die eine Weihe als Kleriker, z.B. als Priester oder Diakon, erhalten haben oder als Ordensleute mit einer sogenannten „Profess“ (feierliches kirchliches Versprechen) ihr ganzes Leben Gott geweiht haben. 

Es ist aber missverständlich, wenn von „ungeweihtem Leben“ im Gegensatz dazu gesprochen wird. Jedes menschliche Leben hat nämlich seine Würde und seinen „Wert“, weil Gott den Menschen „als sein Abbild geschaffen“ hat, wie es in der Schöpfungsgeschichte der Bibel heißt. Das soll mit dem Wort „Geweihtes Leben“ oder dem Jahr des „Geweihten Lebens“ auch nicht geschmälert werden.

Papst Johannes Paul II. hat erstmals 1997 den „Tag des geweihten Lebens“ eingeführt und mit dem Fest „Darstellung des Herrn“ (2. Februar, „Lichtmess“) verbunden. Im Mittelpunkt dieses Tages stehen der Dank und das Gebet für die Frauen und Männer, die sich „in besonderer Weise dem Herrn geweiht haben“. Gemeint sind in erster Linie Ordensgemeinschaften und Säkularinstitute. Dieser Tag soll nach den Worten des damaligen Papstes aber auch „die Kenntnis und die Wertschätzung des geweihten Lebens im ganzen Gottesvolk fördern“. 

Das „Jahr der Orden“, das in diesem Kirchenjahr seit Advent 2014 besonders begangen wird, ist eine Initiative von Papst Franziskus, der als Jesuit selbst aus einem Orden kommt. In Deutschland wird das Themenjahr von der Konferenz der Ordensleitungen (Deutsche Ordensobernkonferenz – DOK) gestaltet. Ziel ist es, die Vielfalt des Ordenslebens zu zeigen und Möglichkeiten der Begegnung und des Kennenlernens zu schaffen. Auf einer eigens eingerichteten Internetseite www.jahrderorden.de informiert die DOK über Inhalte und Angebote zum Jahr der Orden in Deutschland.

Von Michael Kinnen