21.01.2016

Pfarrer Christian Vornewald lädt zu Pilgerfahrten per Fahrrad ein

Er-fahrungen auf dem Weg

Blankenburg/Magdeburg (tdh). Pilgerseelsorger Pfarrer Christian Vornewald aus dem Bistum Magdeburg will 2016 drei neue Angebote für Fahrradpilger starten. Langziele dieser Pilger-Touren werden Rom, Santiago de Compostela in Spanien und der Mont Saint Michel in Frankreich sein.

Unterwegs auf dem Pilgerweg wird täglich miteinander Gottesdienst gefeiert, durchaus auch in der Natur. Fotos: privat

Nach guten Erfahrungen mit vergleichbaren Fahrten nach Santiago de Compostela, aber auch ins norwegische Trondheim lädt der Magdeburger Pilgerseelsorger Pfarrer Christian Vornewald erneut Interessierte aus Mitteldeutschland und darüber hinaus zu mehrjährigen Pilgerreisen per Fahrrad ein. Die Ziele werden dabei nicht im Rahmen einer einmaligen Tour erreicht; vielmehr erstreckt sich die Pilgerschaft je nach Zielort über bis zu acht Jahre. In jedem Jahr wird eine Woche weiter gefahren, es wird jeweils dort begonnen, wo die Gruppe im Jahr zuvor aufgehört hat.
Ziel ist erneut Santiago de Compostela, wo der Überlieferung nach der Apostel Jakobus begraben sein soll. Zu der alten Stätte sind seit rund 20 Jahren wieder viele Menschen als Jakobspilger auf zum Teil langen Strecken unterwegs. Als neue Ziele bietet Pfarrer Vornewald nun aber auch Rom mit den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus und den ebenfalls alten Pilgerort Mont Saint Michel in der Normandie an.

Ein Weg zu sich selbst, zueinander und zu Gott
„Auf dem Mont Saint Michel steht eine alte Kirche, die dem Erzengel Michael geweiht ist“, erzählt der Pilgerseelsorger. „Eine große Schar von Menschen hat auf dem Weg dorthin und auf dem Berg ihrer Sehnsucht nach Leben Raum gegeben und für Frieden gebetet, und wir wollen uns am Ende unserer Reise in diese Schar einreihen.“ Auf dem Weg zum Mont Saint Michel werde die Gruppe am Karmel von Lisieux vorbeikommen, wo die heilige, „kleine“ Thérèse gelebt hat. „Von ihrem ,Kleinen Weg‘ werden wir uns inspirieren lassen auf unserem Weg“, so Vornewald. „Er dreht die Perspektiven um, gibt einen befreienden Zugang zum Evangelium.“ Da die Gruppe tatsächlich nur kleine Schritte schaffen könne, werde es wohl vier Etappen in vier aufeinander folgenden Jahren dauern, bis das Ziel erreicht ist. „Der Weg soll bei uns selbst und geographisch in Magdeburg beginnen und uns jedes Jahr ein Stück des Lebens und eine Woche weiterführen. So kommen wir Tritt für Tritt immer näher, und machen unterwegs Er-fahrungen.“ Schließlich gebe es Einsichten, so der Pilgerseelsorger, „die man nicht durch Nachahmen und auch nicht durch Nachdenken erlangt, sondern nur, wenn man sich auf den Weg macht“. Unterwegs werde mancher auch an seine Grenzen stoßen. Und irgendwann werde die Gruppe dann den alten Berg des heiligen Michael im Meer von Weitem vor sich sehen.
Auch die Pilgertour nach Rom zu den Apostelgräbern, die über Assisi führen soll, ist auf vier Etappen in vier Jahren ausgerichtet. Auf dieser Fahrt soll der heilige Franziskus von Assisi mit seinen Akzenten zum Wegbegleiter werden. „Wir sind unterwegs mit anderen, teilen dabei Freude, Mühe und das Leben und es wächst Gemeinschaft. Wir sind in und mit der Natur unterwegs zu den eigenen Wurzeln … und in das neue Jerusalem.“ Vor Jahrhunderten schon hätten Pilger gemäß der biblischen Texte der Offenbarung des Johannes in den Gräbern der Apostel die Grundsteine der neuen, von Gott her kommenden Stadt gesehen – eine Einladung auch für die Fahrradpilger.
Die Reise nach Santiago de Compostela dauert am längsten. Über acht Jahre hinweg werden die Teilnehmer durch Frankreich und Nordspanien zum Grab des Apostels Jakobus unterwegs sein.

Jeder, der mitpilgern möchte, ist willkommen
„Auch wenn so eine Tour anstrengend ist, steht im Vordergrund die Pilgerfahrt, nicht die sportliche Leistung“, betont Vornewald. „Jeder, der mitpilgern möchte, ist herzlich willkommen.“ Dabei spiele auch der Taufschein keine Rolle: „Wir sind eine katholische Gruppe, aber jede und jeder kann mitmachen!“
Für die Pilgerfahrten haben sich feste Regeln bewährt. „Wir achten immer auf den Schwächsten, die Kette ist so stark, wie ihr schwächstes Glied“, heiße eine wichtige. Die Gruppe versorgt sich selbst. Täglich wird gemeinsam gebetet und Eucharistie gefeiert. „Wenn möglich, sind wir Gäste in Gemeindehäusern oder Klöstern, und teilen so den Glauben der Menschen in den Orten, wo wir hinkommen“, sagt Vornewald. Was für die Übernachtungen nötig ist, also vor allem Schlafsack und Iso-Matte, habe jeder selbst dabei. Gefahren werde in Kleingruppen, die an jedem Morgen neu ausgelost werden. Ein Fahrzeug begleitet die Gesamtgruppe. „Wir leben einfach“, lautet eine weitere Regel. Die persönlichen Sachen trägt jeder selbst auf dem Fahrrad (Ausnahmen möglich). „Wir sind aus eigener Kraft unterwegs und haben keine E-Kraft am Fahrrad.“
Bei jedem der drei Pilger-Angebote können bis zu 25 Personen mitfahren. Nach jeder Tour gibt es im Herbst ein Nachtreffen und im Frühjahr ein Vortreffen für das nächste Wegstück.

Termine
Pilgerweg nach Santiago de Compostela - und Finisterra
Termin: 7. bis 14. Mai 2016
Vortreffen: 3. April 2016, 15 Uhr
Anmeldung bis 3. April – Mehr Informationen

 

Pilgerweg zum Mont St. Michel ‑ über Lisieux
Termin: 11. bis 18. Juni 2016
Vortreffen: 17. April 2016, 15 Uhr
Anmeldung bis 3. April – Mehr Informationen

Pilgerweg nach Rom - über Assisi
Termin: 20. bis 27. August 2016
Vortreffen: 5. Juni 2016, 15 Uhr
Anmeldung bis 1. Juni 2016 – Mehr Informationen

Vortreffen jeweils in
Blankenburg, Katholische Kirche,
Helsunger Straße 40
Anmeldung und Leitung: Pfarrer Christian Vornewald, Helsunger Straße 40, 38889 Blankenburg,
Tel. 0 39 44/23 10; Mail vornewald@st-josef-blankenburg.de