27.10.2016

Zisterzienser bald wieder im Kloster Neuzelle?

Entscheidung am 10. November

Neuzelle/Heiligenkreuz (kna/tdh). Ob in das Kloster Neuzelle wieder Zisterzienser einziehen – diese Frage soll am 10. November beantwortet werden. Inzwischen gab es eine weitere Begegnung zwischen Bistumsleitung und den Zisterziensern von Heiligenkreuz.

Die Görlitzer Bistumsleitung (Bischof Ipolt, Generalvikar Hoffmann und Seelsorgeamtsleiter Kurzweil) nahmen jüngst an einer Kapitelssitzung in Stift Heiligenkreuz teil, um Fragen im Zusammenhang mit einer möglichen Wiederbesiedlung des Klosters Neuzelle zu besprechen.

Wird es zu einer Wiederbesiedlung des Klosters Neuzelle kommen? Diese Frage beschäftigte besonders die Christen im Bistum Görlitz und die Zisterzienser-Mönche des österreichischen Stifts Heiligenkreuz. Sie hatte der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt bereits vor geraumer Zeit nach Neuzelle eingeladen. Inzwischen hat es mehrere Begegnungen gegeben – unter anderem einen Besuch der Mönche in Neuzelle. Jüngst war nun die Görlitzer Bistumsleitung zu einer Kapitelssitzung in Heiligenkreuz.

Bitte um das Gebet in diesem wichtigen Anliegen
Noch befinde man sich in der Prüfungsphase, heißt es in einer Mitteilung des Stifts Heiligenkreuz zu den Gesprächen: „Heute sind wir einer Entscheidung aber um einen großen Schritt näher gekommen. Bischof Ipolt war mit Generalvikar Alfred Hoffmann und Seelsorgeamtsleiter Markus Kurzweil bei uns. Sie haben ihre Vorstellungen und Gedanken vorgetragen, wir unsere. Fragen wurden gestellt und Meinungen ausgetauscht. Alles in einer sehr mitbrüderlichen, geistlichen Atmosphäre und im Hinhören auf Gott. Auch wenn die endültige Entscheidung noch aussteht, können wir sagen: die Stimmung ist sehr gut! Wir bitten um Ihr Gebet in diesem wichtigen Anliegen!“ Die endgültige Entscheidung über eine Wiederansiedlung soll am 10. November fallen. Dann wollen die Mönche des Stifts Heiligenkreuz über das Projekt abstimmen, wie das Bistum Görlitz jetzt bestätigte.
Seit der Verstaatlichung der Klosteranlage 1817 leben in Neuzelle keine Mönche mehr. Jetzt ist die Anlage südlich von Frankfurt/Oder Eigentum der öffentlich-rechtlichen Stiftung Stift Neuzelle. Neuzelle ist als nördlichstes Beispiel süddeutschen und böhmischen Barocks in Europa weitgehend erhalten.
Auch bei der Stiftung Stift Neuzelle stößt das Vorhaben grundsätzlich auf Zustimmung. Wenn sich erneut Zisterziensermönche ansiedelten, könne dies „dem Kulturtourismus Rückenwind“ geben, erklärte der Stiftungs-Direktor für Marketing und Kultur, Walter Ederer, auf Anfrage. Mit Angeboten wie „Kloster auf Zeit“ könne es Neuzelle neue Besuchergruppen erschließen. Zunächst sei aber zu klären, wo die Ordensmänner wohnen könnten.

Verschiedene Fragen noch „klärungsbedürftig“
Im Falle eines Votums für eine Wiederbesiedelung werde die Stiftung prüfen, wo eine Mönchsgemeinschaft leben könne, erklärte Ederer. Die Zisterzienser bevorzugten das frühere Kanzleigebäude des Klosters. Dort sei derzeit jedoch die Kunst- und Musikschule des Gymnasiums untergebracht, das auf dem Klostergelände angesiedelt ist. Für die Musikschule müssten gegebenenfalls andere Räume gefunden werden.
Als weitere offene Frage nannte Ederer, ob öffentliche Mittel eingesetzt werden dürften, um das Kanzleigebäude für die Erfordernisse eines Konvents zu sanieren. Der Marketing-Chef bezifferte die Kosten auf bis zu fünf Millionen Euro.
Klärungsbedürftig sei zudem, inwieweit die öffentliche Nutzung des Kreuzgangs eingeschränkt werden könne, wenn er auch für die Zwecke der Mönchsgemeinschaft zur Verfügung gestellt werde. Derzeit gebe es im Kreuzgang an 110 Tagen im Jahr öffentliche Veranstaltungen. Ederer betonte, die Stiftung werde alle Entscheidungen nur im Einvernehmen mit ihren Partnern treffen. Dazu gehöre auch die evangelische Kirchengemeinde.