12.06.2013

Gemeinde machte beim Thüringentag in Sondershausen mit

Elisabeth musste auf den Wagen

Unter dem Motto „Mit fürstlicher Note“ fand vom 7. bis 9. Juni in Sondershausen der Thüringentag 2013 statt. Mit dabei die katholische Pfarrgemeinde St. Elisabeth. 

Freuen sich über den Wagen der Pfarrei St. Elisabeth in Sondershausen. Von links nach rechts: Ministrant Tom, Kirchenmusiker Andreas Kampa, Pfarrer Günther Albrecht und Pfarrhaushälterin Brigitte Russ. Foto: Holger Jakobi

Sondershausen. Wir haben erst relativ spät mit unseren Vorbereitungen begonnen, in 12 Wochen musste alles stehen“, so Pfarrer Günther Albrecht von der katholischen St.Elisabeth-Gemeinde in Sondershausen. Aber Albrecht konnte sich auf seine Frauen und Männer verlassen. „Die Gemeinde wollte das Kirchencafé, den Stand zum Kirchendorf und den Wagen zum Festumzug.“ Vorbereitet wurde all dies in drei Arbeitsgruppen. Das Kirchendorf rund um die evangelische Trinitatiskirche bot den Besuchern die Gelegenheit mit 17 Gemeinden, Gruppen und Initiativen ins Gespräch zu kommen. Der Stand der katholischen Christen stand unter dem Thema „Kirche der Sakramente“. In der Kirche selbst wurde ein buntes Programm – darunter ein Vespergebet und ein Gospelkonzert – angeboten. In der katholischen Kirche St. Elisabeth ging es ruhiger zu.

Ministrant Tom führte Besucher im Turm
„Wir wollten einen Ort anbieten, in dem Besucher die Stille suchen und finden können“, so Pfarrer Albrecht. Zudem gab es ein kleines Orgelkonzert, gestaltet vom neuen Kirchenmusiker der Gemeinde, Andreas Kampa. Jüngster Aktiver war Tom (10), der Führungen zu den Glocken im Kirchenturm anbot. 40 Interessierte machten davon Gebrauch. „Wir hören die Glocken und nun wollten wir sie einmal sehen“, so eine Anwohnerin.
Auf dem Wagen zum Festumzug am Sonntag befand sich die alte Johannes-Glocke und die 1941 von Otto Zirnbauer geschaffene Figur der heiligen Elisabeth. Jugendliche schlüpften in die Rollen Elisabeth und Ludwig und nahmen neben der Figur und der Glocke Platz. Gefahren wurde der Wagen vom Pfarrer selbst.
Insgesamt 140 000 Gäste haben den Thüringentag besucht, der mit einem Ökumenischen Festgottesdienst am 7. Juni von Weihbischof Reinhard Hauke und der evangelischen Landesbischöfin Ilse Junkermann mit eröffnet wurde. Junkermann betonte in ihrer Predigt: „Schaut vor eure Tür. Genießt das Leben, ja, aber: genießt es nicht abgeschottet von denen, die in Not sind.“
Notleidende sind in diesen Tagen besonders die vom Hochwasser betroffenen Menschen. Für sie hat es spontane Aktionen gegeben. Unter anderem wurden 60 Spardosen mit dem nachgebildeten Achteckhaus des Schlossensembles an Ständen und in Geschäften aufgestellt. Und Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) sagte zu Beginn: „Ich wünsche mir, dass auch der Thüringentag, als Landesfest in Sondershausen, ein Fest der Solidarität mit den Flutopfern wird.“ Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht informierte zudem darüber, dass der nächste Thüringentag von der Stadt Pößneck veranstaltet wird.

Pößneck richtet Thüringentag 2015 aus
„Ich freue mich sehr, dass wir auch für 2015 eine sehr vielversprechende Bewerbung bekommen haben, die auch einstimmig auf Zustimmung im Kabinett traf“, sagte die Regierungschefin. Pößnecks Bürgermeister Michael Modde sprach von einem Kraftakt, das große Landesfest zu organisieren. Die Stadt mit rund 12 500 Einwohnern – so die Homepage der Staatsregierung – sei aber fest entschlossen, ein würdiger Gastgeber zu sein. Holger Jakobi