14.06.2017

Kostenlose Apps für Gebet und Glaube

Digitales Glaubensleben

Kostenlose Apps für Handys und Tabletcomputer gibt es für alle Lebenslagen. Natürlich auch für das Gebet und den Glauben. Aber welche helfen oder nützen wirklich? Ein Überblick:


Foto: fotoliaDie  App „Evangelium“ aus der Domradio-Redaktion in Köln kommt auf den ersten Blick etwas schmalbrüstig daher. Hier findet der Nutzer lediglich das Tagesevangelium und eine dazugehörige Auslegung. Aber: Das Evangelium kann sich der Nutzer vorlesen lassen. Und das nicht von einer blechernen Computer-Stimme, sondern von echten Menschen. Die Auslegung ist eine Aufzeichnung aus dem Domradio-Programm und wird von verschiedenen Theologen vorgenommen.

Fazit: Das Tagesevangelium zum Hören und eine Predigt „to go“ – nicht mehr aber auch nicht weniger.

 

Wer „Kath. Kirchen“ auf seinem Smartphone hat, hat die Übersicht: Die App beinhaltet eine Karte, auf der alle katholischen Kirchen in Deutschland angezeigt werden. Mit unterschiedlichen Farben kann der Nutzer erkennen, wann in der jeweiligen Kirche der nächste Gottesdienst gefeiert wird – innerhalb der nächsten Stunde, der nächsten drei Stunden oder später. Es kann auch gezielt per Orts- und Datumseingabe gesucht werden. 

Fazit: Super praktisch. Allerdings liegen für einige Kirchen noch keine Daten vor; Nutzer werden gebeten, die Daten zu ergänzen.

 

Apps, die sportliche Aktivitäten aufzeichnen, gibt es bereits viele. Die „App2Heaven“ zeichnet auf, wie lange der Nutzer am Tag betet. Für das Gebet bietet die App zufällig gewählte Bibelstellen an. Der Nutzer kann außerdem Glaubenserfahrungen anderer Menschen nachlesen. Individuell kann man in die App eigene Gebetsanliegen eintragen oder sich notieren, nach welchen Entscheidungen man sein Leben am jeweiligen Tag ausrichten möchte.

Auch auf die Beichte kann man sich mit der App vorbereiten: Man findet allgemeine Informationen über die Beichte und deren Ablauf und kann sich an den nächsten Beichttermin erinnern lassen.
Am Ende des Tages kann der Nutzer bilanzieren, was er von den zuvor eingetragenen Anliegen umgesetzt hat und bekommt schließlich noch einen Vorschlag zu einem Gute-Nacht-Gebet.

Fazit: Eine sehr umfangreiche App. Sicherlich inspirierend für diejenigen, die Gott und dem Gebet mehr Platz in ihrem Leben geben wollen.

 

Wie sich vermuten lässt, ist die App „JA ICH WILL“ für Paare gedacht, die vor ihrer kirchlichen Trauung stehen. Mit 57 Impulsen will die App die Paare auf ihren großen Tag vorbereiten. Dabei wechseln sich Ratschläge zur praktischen Vorbereitung der Trauung mit Impulsen für ein gemeinsames Leben im Glauben ab. Außerdem bietet die App Informationen zur Bedeutung der kirchlichen Trauung. Dazu gibt es einen Terminkalender für Impulstage zur Ehevorbereitung – allerdings nur für das Bistum St. Gallen, dem Herausgeber der App. 

Fazit: Ein schöner Begleiter und Ratgeber in der spannenden Zeit vor der Trauung. Besonders schön: Die App lässt sich mit den Namen des künftigen Brautpaars und dem Hochzeitsdatum personalisieren. Nachahmenswert für die Ehepastoral auch anderer Bistümer.

 

„ClickToPray“ heißt die Gebets-App von Papst Franziskus. Die App soll Menschen einerseits einladen, in den monatlichen Gebetsanliegen des Papstes zu beten. Außerdem gibt es für jeden Tag noch verschiedene andere Gebetsvorschläge, die man mitbeten kann.

Das Besondere an dieser App: Registrierte Nutzer können eigene Gebete einstellen. Ähnlich wie man es aus sozialen Netzwerken kennt, können die übrigen Nutzer die Gebete lesen und durch Drücken des Buttons „Click to pray“ dem Gebet zustimmen.

Fazit: Die Idee, ein soziales Netzwerk für Gebete zu schaffen und durch sie auch mit Papst Franziskus verbunden zu sein, dürfte nicht nur bei jungen Leuten gut ankommen.

 

Der Name der App „3MC“ steht für „3 minute catechism“, also „Drei Minuten Katechismus“. In 64 knapp dreiminütigen meist humorvollen Videos werden dem Nutzer hier Fragen des Katechismus beantwortet wie: „Was ist der Mensch?“, „Wer ist der Heilige Geist?“ und „Was ist die Hölle?“. Dazu gibt es jeweils Verweise auf passende Bibelstellen. Außerdem kann der Nutzer den Machern der App Fragen zu den einzelnen Erklärungen schicken. 

Fazit: Die einzelnen Videos kann man zwar auch bei Youtube finden, praktischer ist jedoch allemal die Bündelung in der App. Die App ist auch eine gute Ergänzung in der Firmvorbereitung.

 

In 40 Episoden fasst die App „BibelfürKinder“ viele Erzählungen der Bibel in kindgerechter Sprache zusammen. Angefangen von der Schöpfungsgeschichte über die Arche Noah bis zu Geburt Jesus, seinen Wundern und Predigten, seinem Leiden und Auferstehen bis hin zu den Visionen der Offenbarung des Johannes reichen die Geschichten. Sie werden vorgelesen oder können selbst gelesen werden und sind mit interaktiven Bildern illustriert. Dort sind zum Beispiel Diamanten versteckt, die man angeklicken und sammeln kann. Außerdem tauchen immer wieder Sprechblasen mit Fragen zur Geschichte auf, die zu beantworten sind. Am Ende jeder Episode erwartet die Kinder ein Spiel, das die gehörte Geschichte vertiefen soll. 

Fazit: Liebevoll gestaltete und aufwändig produzierte App. Jede Geschichte muss jedoch einzeln heruntergeladen werden, was einen hohen Speicherplatz erfordert. Um die Kosten zu begrenzen, ist beim Herunterladen WLAN-Zugang günstig.

 

Zum Schluss ein Spiel: Bei „1517“ sind schnelle Finger gefragt: Mit Tippen auf kleine Nägel hilft der Spieler Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg zu nageln. Nach jeder Spielstufe kann der Spieler eine von Luthers Thesen lesen. Das Spiel hat – wer hätte das gedacht – 95 Level. 

Fazit: Nicht anspruchsvoll, aber als kleines Spielchen zwischendurch ganz nett. Das Problem ist: Die App ist bislang nur fürs iPhone verfügbar.