26.05.2016

Jugendwallfahrt nach Neuzelle

Die inneren Augen der Seele

Neuzelle. Die Jugendwallfahrt führte von Wellmitz nach Neuzelle; dort erwarteten die Wallfahrer zwei Bischöfe und drei Zisterziensermönche, darunter Abt Maximilian Heim.

Bischof Tadeusz Litynski (Zielona Góra-Gorzów), Bischof Wolfgang Ipolt und der Abt des Zisterzienser-Stiftes Heiligenkreuz (bei Wien), Dr. Maximilian Heim, (von links) bei der Jugendwallfahrt in Neuzelle. Fotos: Raphael Schmidt


98 Wallfahrer waren es, die sich am vorigen Sonntag auf dem Bahnhof in Wellmitz zwischen Guben und Neuzelle trafen und bei ihrer  Ankunft Sonnenbrillen mit grünen Gestellen erhielten. So geschützt begaben sie sich auf den Wallfahrtsweg über den Oder-Damm zur Stiftskirche nach Neuzelle. Dort wurden sie von Bischof Wolfgang Ipolt und weiteren jugendlichen Wallfahrern, die auf anderen Wegen angereist waren, erwartet und begrüßt. Auch sie hatten die grünen Brillen dabei. Die Brillen sollten auf das Wallfahrtsthema hinweisen: „Mit seinen Augen“.
An der Wallfahrt nahmen auch drei Zisterziensermönche teil. Die drei Patres  aus dem Stift Heiligenkreuz im Wienerwald, unter ihnen Abt Maximilian Heim, hatten am Tag zuvor an der Äbtissinnenweihe von Schwester M. Elisabeth Vaterodt im Kloster St. Marienthal Ostritz teilgenommen.
 

Bischof Tadeusz Litynski lud die Jugend nach Polen ein
In der Stiftskirche gab es derweil die zweite Durchlaufprobe. Chorleiterin Carolin Holfeld ist zufrieden mit dem Ergebnis von zwei Chor-Wochenenden im Don-Bosco-Haus in Neuhausen und den Proben seit Samstag. Um 13 Uhr schauten dann die neun Sängerinnen und vier Sänger, die aus den Pfarreien Großräschen, Cottbus, Hoyerswerda, Wittichenau und Görlitz kommen, sowie die Musiker Benjamin Sawicki, (Elektro-Klavier) und Sarah Gruca (Gitarre) aus Schwarzheide gespannt zur Chorleiterin und warteten auf den Einsatz. Der erfolgte, als die ersten Ministranten und das Kreuz zu sehen waren, gefolgt von den Ministranten mit Weihrauch. Damit wird im Wallfahrtshochamt nicht gespart.
Bischof Ipolt begrüßte neben den Zisterziensern als weitere Gäste am Altar den Bischof der Diözese  Zielona Góra-Gorzów, Tadeusz Litynski und Grzegorz Chojnacki, Professor an der Universität
Szczecin/Stettin. Der polnische Bischof lud die Jugend zum Weltjugendtag nach Krakau ein, zuvor in sein Bistum, und überreichte eine WJT-Fahne. Professor Chojnacki übersetzte die Worte seines Bischofs in perfektes Deutsch. Das hat er in Deutschland gelernt, wo er eine Weile studiert hat.
„Die Augen gehören zu den wichtigsten Organen des Menschen. Vieles nehmen wir nur über die Augen auf. Das Sehen gehört darum zu den klassischen fünf Sinnen des Menschen“, so begann Bischof Ipolt seine Predigt. Er sprach von Hilfsmitteln, die das Sehen erleichtern, „wenn unsere Augen schwächer werden oder nicht ganz deutliche Bilder liefern – dann nehmen wir eine Brille zu Hilfe.“ Er erinnerte an Redewendungen wie „durch eine bestimmte Brille sehen“, durch eine „rosarote Brille“ oder  alles „schwarz sehen“. Es gehe dabei nicht um eine Sehhilfe,  „sondern um einen bestimmten Blickwinkel, den ein Mensch hat oder der ihm fehlt. Es geht um die inneren Augen in unserer Seele, um das, was uns Gott dort sagt und zeigt.“ Darüber dachte der Bischof gemeinsam mit den Jugendlichen nach.

Chor und Band, unter Leitung von Carolin Holfeld, singen das Neuzeller Wallfahrtslied.

Mach die Augen auf – Gott zeigt dir deinen Lebensweg
In drei Merksätzen fasste er zusammen, „was ich euch gern von dieser Wallfahrt im Heiligen Jahr mitgeben möchte“. Erstens: Mach die Augen auf – Gott zeigt dir Menschen, die Hilfe brauchen. Zweitens: Mach die Augen auf – Gott zeigt dir deine Sünden. Und drittens: Mach die Augen auf – Gott zeigt dir deinen Lebensweg. „Wir müssen Augen und Ohren öffnen für seine Zeichen, die er uns sendet. Die Heiligen konnten das. Sie waren ganz offen für das, was Gott von ihnen wollte“, so der Bischof. (Die Predigt ist im vollen Wortlaut nachzulesen im Internet: www.bistum-goerlitz.de)
„Maria, Mutter, Friedenshort...“ das Neuzeller Wallfahrtslied erklang am Ende des Gottesdienstes. Das ist üblich; eine Premiere war die Begleitung mit einem Hümmelchen. Das ist ein kleiner Dudelsack, den Jakob Kretschmer aus Görlitz spielte. Bereits beim Halleluja war er zu hören.
In der Turnhalle des Ortes gab es Mittagessen. Danach startete ein Volleyballturnier. Es spielten neun Mannschaften aus dem Bistum. Den Pokal nahm die erste Mannschaft aus Wittichenau mit. Platz zwei belegte die Neuzeller Mannschaft, den dritten Platz holte sich der BDKJ-Vorstand. Diözesanjugendseelsorger Marko Dutzschke war zufrieden mit dem Tag und dankte allen Aktiven. Im nächsten Jahr soll die Jugendwallfahrt wieder zwei Tage dauern.

Der Bischof des Bistums Zielona Góra-Gorzów, Tadeusz Litynski, lädt zum Weltjugendtag nach Krakau ein.

Von Raphael Schmidt