10.12.2015

Theologie im Fernkurs

Den eigenen Glauben kennen

Erfurt. Im Januar startet im Bildungshaus St. Ursula in Erfurt ein neuer Grundkurs Theologie, der  von Erfurter Theologen begleitet wird. Kürzlich ging der Vorgängerkurs zu Ende. Manuela Fehse und Jürgen Schleizer berichten über ihre Erfahrungen.

Mauela Fehse, Jürgen Schleizer und Martin Riß, der den Kurs leitet. Foto: Holger Jakobi

Manuela Fehse wurde im Jahr 2013 getauft und arbeitet bei der Militärseelsorge im Bistum Erfurt. „Theologie im Fernkurs nutzt mir privat und beruflich sehr“, sagt sie und fügt hinzu, dass sie die gemeinsame Zeit mit den anderen Kursteilnehmern nicht missen wolle. Diese – im Alter zwischen 30 und 80 – trafen sich über den Zeitraum von drei Jahren sechsmal im Jahr zu einem gemeinsamen Wochenende im Bildungshaus St. Ursula. Hier wurden die Lehrbriefe behandelt, die von Würzburg zur Verfügung gestellt wurden. Doch während man dort auf das Einzelstudium setzt, ist es in Erfurt seit vielen Jahren Tradition, die Theologie im Fernkurs in der Gruppe anzubieten. Der Glaube wird dabei nicht nur studiert, sondern auch gemeinsam gefeiert.

Wissen, was hinter dem Kinderglauben steckt
Der Erfurter Jürgen Schleizer schildert seine Beweggründe, an einem solch relativ langen Kurs teilzunehmen. Er sagt: „Von Hause aus bin ich an allem interessiert und irgendwann wollte ich wissen, was hinter meinem Kinderglauben steckt. Das gemeinsame Studium habe ich dann als ein weites Feld der Vertiefung erfahren.“ Wichtig war ihm dabei der Austausch in der Gruppe. „Es hat einfach Spaß gemacht und Freundschaften haben sich entwickelt.“ Und wem es möglich war, der traf sich zwischen den Wochenenden immer wieder einmal mit anderen Teilnehmern.
Dr. Martin Riß ist heute Ansprechpartner für Theologie im Fernkurs im Bistum Erfurt und damit zweiter Nachfolger von Jutta Brutscheck, die das Erfurter Modell mit aufgebaut hatte. Von Anfang an war dabei die heutige Katholische Fakultät der Universität Erfurt mit einbezogen. Die Professoren gehen mit den Teilnehmern die Lehrbriefe durch. Sie stehen für Rückfragen zur Verfügung und begleiten die Frauen und Männer. Dabei sind die Themen, die interessieren, vielfältig. Für Jürgen Schleizer waren es die Fundamentaltheologie und die Kirchengeschichte. Manuela Fehse hatte keine „Favoriten“, aber mit dem Alten Testament habe sie sich schwergetan. An den jetzt zu Ende gegangenen Grundkurs – an dem 30 Männer und Frauen teilnahmen – schließt sich ein Aufbaukurs an. Manuela Fehse und Jürgen Schleizer werden daran teilnehmen. Beide stellten sich zum Kursschluss übrigens der Abschlussprüfung. Jeder Teilnehmer kann darüber entscheiden, ob er diese Prüfung möchte oder nicht.

Weihbischof Reinhard Hauke beim Abschluss des jüngsten Kurses Theologie im Fernkurs in Erfurt.

Neuer Grundkurs beginnt im Januar
Im Januar startet ein neuer dreijähriger Grundkurs. Noch sind Plätze frei. Interessenten aus anderen Diözesen sind auch herzlich willkommen. Jürgen Schleizer kann ermutigen, sich dieser Herausforderung zu stellen. „Ich kann heute gut über meinen Glauben Auskunft geben und bin auch persönlich gewachsen.“
Theologie im Fernkurs bietet im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz Kurse im Fernstudium für alle Interessierten an, die mehr vom christlichen Glauben wissen, sich argumentativ mit Glaubensfragen auseinandersetzen und seine Bedeutung für das eigene Leben erschließen wollen. Grundlage dafür ist die gegenwärtige katholische Theologie im deutschsprachigen Raum.

Informationen und Anmeldungen (bis 8. Januar möglich): Dr. Martin Riß, 03 61/ 6 01 14 22, mriss@bildungshaus-st-ursula.de

Von Holger Jakobi