06.11.2013

Darf bei Kirchenkonzerten Eintritt genommen werden?

Ist es richtig, dass bei Konzerten in katholischen Kirchen kein Eintritt genommen werden darf? Spenden sind aber möglich und willkommen?
F. F., Isernhagen

Ja, generell ist es richtig, dass bei kirchlichen Konzerten kein Eintritt genommen werden darf. Das regelt die Verlautbarung des Apostolischen Stuhls in der Erklärung über Konzerte in Kirchen aus dem Jahr 1987. Die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung legt darin fest: „Der Eintritt in die Kirche muss frei und unentgeltlich sein.“


Das heißt, wenn in einer Kirche außerhalb der Gottesdienste und der Liturgie ein Konzert stattfindet, dürfte vom Besucher kein Geld verlangt werden. Dürfte. Denn im Jahr 2005 gab die Deutsche Bischofskonferenz die Arbeitshilfe „Musik im Kirchenraum außerhalb der Liturgie“ heraus.
Die bisherige Erklärung der päpstlichen Kongregation über Konzerte in Kirchen regelte das Problem universalkirchlich, nicht aber auf die Besonderheiten eines Landes abgestimmt. Und eine Besonderheit Deutschlands sind die behördlichen Vorgaben, Versicherungen, Steuern und Entlohnungen. Auf einen Konzertveranstalter können somit erhebliche Kosten zukommen und etwa eine Pfarrgemeinde kann diese nicht allein tragen.


An einem kirchlichen Konzert möchten viele verdienen: die Verwertungsgesellschaften, Haftpflichtversicherungen und die Künstlersozialkasse. Nicht zu vergessen sind die Umsatzsteuer, die Vergütung von Sanitätsdienst und Feuerwache bei größeren Veranstaltungen, eventuelle Honorare für Berufsmusiker, die Bühnentechnik, Druck- und Werbekosten bei Broschüren und Plakate.


Um diese Kosten zu decken, ist es legitim, den Konzertbesucher daran zu beteiligen. Unentgeltlich heißt, dass der zu zahlende Eintritt nur helfen soll, die Kosten zu decken, nicht aber dazu dient, einen zusätzlichen Gewinn zu erwirtschaften.


Spenden von Privatpersonen oder Sponsorengelder sind kein Problem. Dabei kann jeder Konzertbesucher frei entscheiden, ob und in welcher Höhe er Geld zahlen möchte.
Der Grundsatz für jeglichen Umgang mit Konzerten in Kirchen lautet aber: Das Konzert darf nicht der Heiligkeit des Ortes widersprechen – und das gilt eben auch für den Zahlungsverkehr.

Kerstin Ostendorf