03.08.2017

Drei neue Diakone im Bistum Erfurt

Brücke zu Christus sein

Das Bistum Erfurt hat drei neue Diakone. Diakon Martin Knauft ist Seelsorger in zwölf Kirchorten rund um Uder im Eichsfeld. Der Tag des Herrn stellt die Neugeweihten vor. (Teil 3)


Diakon Martin Knauft betont: "Diakon sein, heißt Diener sein.“ Foto: Christine Bose

„Vor Ihnen steht ein Eichsfelder aus Ostthüringen“, antwortet Martin Knauft den Menschen, die fragen, woher ihr neuer Gemeindediakon kommt. Der Wirkungsbereich des Neunundvierzigjährigen umfasst zwölf Kirchorte im Landkreis Eichsfeld: Der Pfarrort Uder sowie Birkenfelde, Eichstruth, Fürstenhagen, Lenterode, Lutter, Mackenrode, Röhrig, Schönhagen, Steinheuterode, Thalwenden und Wüstheuterode. Sein zukünftiges Zuhause  ist das Pfarrhaus in Lenterode.

Vom Eichsfeld nach Ostthüringen und zurück
Als Bischof Ulrich Neymeyr ihm seinen künftigen Einsatzbereich mitteilte, war das für Martin Knauft, der am 24. Juni 2017 im Mariendom zu Erfurt seine Weihe erhielt, keine unbekannte Region. Er stammt aus dem Eichsfelddorf Zella bei Dingelstädt, aus einem katholischen Elternhaus, lernte Tischler, wohnte mit seiner Familie in Münchenbernsdorf, Landkreis Greiz, war in einem Geraer Möbelhaus im Kundendienst beschäftigt.
Seine christlichen Wegbereiter sind für ihn Pfarrer Winfried Hesse aus Wüstheuterode und Diakon Peter Eichhorn aus der Gemeinde Weida, Teil der katholischen Pfarrei Neustadt/Orla in Ostthüringen, der Martin Knauft ab 1994 angehörte. Seit 1997 war er dort als Diakonatshelfer tätig. Von seiner entscheidenden Phase zwischen 2006 und 2009 spricht er. In dieser Zeit reifte mehr und mehr sein Entschluss, hauptberuflich als Gemeindediakon zu wirken. „Diakon heißt Diener“, erläutert er und bezeichnet seine Arbeit als „eine Brücke, über die die Menschen gehen können, um zu Christus, zur Kirche zu finden“.
Die Zustimmung seiner Frau war ihm ganz wichtig: „Ein verheirateter Diakon ist Geistlicher und Familienvater. Die Familie trägt den Dienst mit. Bei einem Notfall muss sich auch ein hauptberuflicher Diakon, so wie ein Pfarrer, Tag und Nacht bereithalten.“ Das Ehepaar Knauft hat drei erwachsene Kinder, zwei Töchter und einen Sohn.
2009 begann sein dreijähriger theologischer Fernkurs an der Domschule Würzburg. In diesen Jahren habe er „nichts geschenkt bekommen“. Bedeutete doch dieses Studium für ihn intensives Lernen nach Feierabend und an den Wochenenden, Treffen und Seminare in Magdeburg. Den Prüfungen in Würzburg folgte ein pastoral-theologischer Kurs in Jena. In Uder ist er seit August 2015 tätig, war hier Diakonant und absolvierte seine religionspädagogische Ausbildung.
Nach der Weihe fand in vier Dörfern seines Wirkungsfeldes die Religiöse Kinderwoche statt und er hat sich gleich vorgestellt, nun als Gemeindediakon in der im Rahmen der Strukturreform des Bistums Erfurt neugegründeten Pfarrei St. Jakobus Uder mit Wüstheuterode und Lenterode, zu der die eingangs genannten Dörfer gehören. Zuständig ist er für die Vorbereitung der Erstkommunionkinder, die Wortgottesdienste, die Krankenkommunion. Namentlich alte und kranke Menschen verschwinden mitunter, so seine Erfahrung, aus dem Blickfeld der anderen, weil sie nicht mehr am aktiven Gemeindeleben teilnehmen können. Darüber hinaus wird Martin Knauft seelsorgliche Aufgaben im Heiligenstädter Raphaelsheim übernehmen, einer Heimstatt für Erwachsene mit geistigen Behinderungen.
Und er freut sich auf den Gründungsgottesdienst der neuen Pfarrei mit Weihbischof Dr. Reinhard Hauke am 6. August in Thalwenden. Hierzu weiß der Diakon: „Jeder der zwölf Orte hat seine eigene Kirche, aber in keiner reicht der Platz für alle. Deshalb feiern wir den Gottesdienst unter freiem Himmel, bei der Mariengrotte im Wiesental.“

Von Christine Bose