18.09.2011

Anstoss 38/2011

Ausflug zum Mond

Waren Sie schon auf dem Mond? Oder wollten Sie mal jemanden dorthin schnipsen?

Auf dem Mond war ich noch nicht, aber es gibt schon ein paar Leute, die ich dort ganz gerne sehen würde. Nicht, weil sie nicht zurückkommen sollen, sondern weil der Mond anscheinend etwas aus den Leuten macht.
Vor einiger Zeit erschien ein Zeitungsartikel mit folgender Überschrift: „Der Mond veränderte sie alle“. In ihm wurde über amerikanische Astronauten berichtet, die das Glück hatten, auf dem Mond zu landen. Nur zwischen 1969 und 1972 betraten Menschen den Erdtrabanten. Seither stehen nur noch ein paar Mondmobile und Fotoapparate dort oben rum. Uns allen sind die Mondbilder bekannt und manch Älterer erinnert sich sicher an die Fernsehübertragungen. Gebannt haben damals vor 40 Jahren die Menschen auf die Bilder geschaut. Aber wirklich dort gewesen zu sein und Mond und Erde mit eigenen Augen gesehen zu haben, scheint weit über das hinauszugehen, was Bilder vermitteln können.
Alfred Worden, der mit Apollo 15 oben war, sagt über sich und seine Kollegen: „Keiner, glaube ich, ist so zurückgekommen vom Mond, wie er weggegangen ist.“ Apollo 12 brachte Alan L. Bean zum Mond, seither malt er Bilder. Jedes Jahr fünf Gemälde. Keins mehr und keins weniger. Ausschließlich Bilder vom Mond, die er dann an feste Auftragsgeber verkauft. Werbung hat er dafür nicht nötig, die Bilder verkaufen sich gut. „Ich dachte mir, du bist der einzige Maler, der je die Erde verlassen hat. Der in einer anderen Welt war und der das auf die Leinwand bringen kann, was er da gesehen hat“, so Alan Bean.
Der Astronaut Jim Irwin hängte gar nach seinem Weltraumflug mit Apollo 15 seinen Beruf bei der NASA an den Nagel und wurde Pfarrer: „Dass Gott seinen Sohn auf die Erde geschickt hat, ist wichtiger, als dass wir Menschen unseren Fuß auf den Mond gesetzt haben.“      
Die vielleicht beeindruckendste Beschreibung der Mondfahrten gab Eugene Cernan. Er ist der bislang letzte Mensch, der auf dem Mond gewesen ist. Cernan: „Auf 40 000 Stundenkilometer zu beschleunigen – für ein Rendezvous drei Tage später mit einem anderen Himmelskörper … nie werde ich den Anblick der Erde von dort vergessen, wie klein und verletzlich sie aussah. Wenn Astronauten dieses Gefühl nur vermitteln könnten, glaube ich, würden die Menschen sehr sehr nachdenklich. Einer von uns hat einmal gesagt, wir sind losgeflogen, um den Mond zu erkunden. Aber tatsächlich haben wir die Erde entdeckt.“
Wahrscheinlich werden wir alle nicht auf dem Mond landen. Doch Gottes verletzliche Schöpfung mit anderen Augen zu sehen, das geht auch ohne Mondlandefähre – wir können täglich  die Welt neu entdecken. Gottes Einladung besteht.
Guido Erbrich, Roncalli-Haus Magdeburg