17.12.2020

Caritas baut in Heiligenstadt ein zweites Hospiz

Haus der Geborgenheit

Die Caritas baut in Heiligenstadt ein zweites stationäres Hospiz. Mit einem symbolischen Spatenstich begannen die Arbeiten. Das Hospiz wird neben dem Redemptoristenkloster errichtet und ist für junge Menschen ab 18 bestimmt.

Ausblick auf das Projekt, das 2022 fertig sein soll.    Foto: Christine Bose

 

Die Acht als Symbol für die Unendlichkeit. Die Entwürfe des Architekturbüros Stadermann, Niederorschel/Ortsteil Hausen im Landkreis Eichsfeld, zeigen ein modernes, beeindruckendes Gebäude, das sich schon in seinem Äußeren, erst recht im Inneren, bewusst abhebt von einem sogenannten „Krankenhaus – oder Altenheim-Stil“. Im Frühjahr 2021 soll der Bagger anrollen. Die Fertigstellung ist für Ende 2022 geplant. Der erste Spatenstich für das stationäre Hospiz zur Betreuung und Begleitung schwerstkranker Menschen in der letzten Phase ihres Lebens und – dies als überregionales Alleinstellungsmerkmal – auch für schwerstkranke Jugendliche ab 18 erfolgte am 10. Dezember im Park des Redemptoristenklosters. Eigentümer des Klostergeländes ist seit 2018 das Kolpingbildungswerk Erfurt.
Im Landkreis Eichsfeld ist ein hervorragend arbeitender ambulanter Hospizdienst ansässig, doch plante der Caritasverband für das Bistum Erfurt schon seit längerer Zeit die Errichtung eines Hauses für den stationären Aufenthalt, um eine bestehende Lücke zu schließen. Die Caritas führte seit Mitte vergangenen Jahres Gespräche mit der Stadtverwaltung Heilbad Heiligenstadt und dem Landkreis Eichsfeld. Der Bauplatz befindet sich direkt beim Kloster, bei der katholischen Kirche St. Gerhard und dem dazugehörigen Gemeindehaus. Die Baukosten betragen rund fünf Millionen Euro.
Bisher gibt es im Bistum Erfurt seit 2010 in Eisenach ein stationäres Caritas-Hospiz. Dreizehn Gäste werden in Heiligenstadt, so wurde beim symbolischen Spatenstich unterstrichen, Ruhe und Geborgenheit finden und dennoch Kontakt zur Außenwelt haben. Im Geist der Ökumene wird das lichtdurchflutete Haus den Menschen für ihre optimale Versorgung offenstehen, unabhängig von Weltanschauung, Religion und Herkunft. Das Architekturbüro hat in seine Planung unter anderem eine eigene blickgeschützte Terrasse an jedem Zimmer, eine zusätzliche Außenterrasse, eine Kapelle und einen Andachtsraum sowie einen „Sinnes-Raum“ für Begegnungen einbezogen. Separate Zimmer für ambulante Hospizarbeit, die außer von Beschäftigten von zahlreichen Ehrenamtlichen geleistet wird, gehören ebenfalls zum zweistöckigen Gebäude. Architekt Ottmar Stadermann wies darauf hin, bei der Planung auch an die Angehörigen gedacht zu haben, ihnen Übernachtungsmöglichkeiten zu schaffen, an Rollstuhlfahrer, um ihnen den ungehinderten Zugang zum Klostergarten zu bieten.
Nach christlichem Verständnis sei der Tod nicht das Ende, hob Mark Keuthen, Vorstand des Caritasverbandes für das Bistum Erfurt, hervor und unterstrich, nicht nur auf den Tod zu schauen, sondern auf das Leben. In Frieden leben und in Frieden sterben – das solle im hier entstehenden Haus möglich sein.

Von Christine Bose